Die stursten Hunderassen

Die stursten Hunde: Hund an Leine will nicht mit
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Gerd Weiss, Ehrenmitglied des ÖKV (Österreichischer Kynologenverband), gilt als erfahrener Experte in Sachen Hunderassen und ihrer Eigenschaften.
Gerd Weiss, Ehrenmitglied des ÖKV (Österreichischer Kynologenverband), gilt als erfahrener Experte in Sachen Hunderassen und ihrer Eigenschaften.

Für Ihren Hund sind „Sitz“, „Platz“ und „Komm“ auch nur eventuell infrage kommende Vorschläge? Nicht verzweifeln vielleicht haben Sie einfach eine „beratungsresistente“ Rasse vor sich! Nun denn – hier sind die stursten Hunderassen aus Expertensicht:

Wenn Sie wieder einmal am Verzweifeln sind, weil Ihr Hund auch nach dem 43. Mal nicht auf seinem Platz bleibt oder er der vermeintlich einzige in der Hundeschule ist, der niemals bei Fuß gehen lernt, dann Kopf hoch! Denn vielleicht liegt es doch nicht (nur) an Ihnen! Wir stellten uns die Frage, welches die stursten Hunderassen sind und bei welchen man garantiert mehr Freude an der Ausbildung und im Alltag hat. Beziehungsweise: Gibt es überhaupt einen Zusammenhang zwischen Rasse und Erziehungsfähigkeit? Dazu befragten wir Experten wie den Hundemediator Nikolaus Binder-Krieglstein und ÖKV-Ehrenmitglied Gerd Weiß, die es auf den Punkt brachten.

Meist falsche Ausbildungsmethode schuld

„Prinzipiell muss man vorsichtig sein, diesbezüglich rassenspezifische Aussagen zu treffen“, erklärt Binder-Krieglstein, „denn in fast allen Fällen hat eine schlechte Erziehung des Hundes mit der falschen Ausbildungsmethode oder mit mangelndem Wissen des Besitzers zu tun. Da aber natürlich nicht jeder Hundebesitzer ein Ausbildungsprofi sein kann, empfehle ich gewisse Rassen eher als Ersthund und rate hingegen von anderen eher ab.“ So seien in seinen Augen quasi alle Terrier-Arten, allen voran der Jack Russel Terrier, als Ersthunde eher ungeeignet, weil sie ein sehr großes Eigenleben besitzen und damit die Sturheit nicht lange auf sich warten lässt. „Das wird dann eine echte Herausforderung. Wenn Terrier aber gut sozialisiert und ausgebildet sind, sind sie tolle Familienhunde!“ Eher „beratungsresistent“ sind laut Binder-Krieglstein auch Rassen, die als wild bzw. urtümlich gelten, wie zum Beispiel der Dingo oder der Basenji.

Ursprüngliche Bestimmung

Auch Rasseexperte Gerd Weiß schließt sich dieser Meinung über die stursten Hunderassen an: „Ich kenne vor allem zwei Rassen, die der Erfahrung nach fast nicht zu erziehen sind: der Chow-Chow und der Basenji. Der Chow-Chow ist die einzige Hunderasse, die nicht auf den Besitzer, sondern auf den Besitz programmiert ist. Also auf das Haus oder das Spielzeug. Seine Aufmerksamkeit ist permanent wo anders.“ Weiß betont, dass es bei der Erziehungsfähigkeit einer Rasse vor allem darauf ankommt, wofür der Hund ursprünglich gezüchtet wurde. Dementsprechend ist auch der Charakter heute. „Man muss klar zwischen Jagd-, Hüte-, Hetz-, Gebrauchs- oder Zwerghunden unterscheiden.

Chow Chow
Laut Experten führt der Chow-Chow gemeinsam mit den Basenji die Lister der stursten Hunde an. Wir gratulieren :)!

Einen Jagdhund – z. B. einen Terrier oder Beagle – als Gebrauchshund zu erziehen, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Windhunde wie ein Whippet zum Beispiel zählen aber zu den Hetzhunden – das heißt, sie waren es immer schon gewohnt, dem Menschen zu gehorchen. Ebenso Border Collies – als Hirten- und Hütehunde sind sie sehr brav in der Folgsamkeit.“ Ebenso als nicht-stur gelten die Retriever, also der Golden Retriever und der Labrador. Und das, obwohl die beliebten Familienhunde früher sehr wohl als Wasser-Apportier-Hunde in der Jagd eingesetzt wurden. „Prinzipiell lässt sich aber sagen, dass es bei der Ausbildung durch einen Profi quasi keine Rasse gibt, die es nicht bis zur BGH1-Prüfung schaffen kann. Als Nicht-Profi sollte man die Erziehungsfähigkeit gewisser Rassen sehr wohl bedenken“, schmunzelt Weiß.