Hundefotografie: Tipps zu Ausrüstung, Bildgestaltung und Licht

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Grundlegendes Know-how und ein gutes Gespür sind bei der Hundefotografie essentiell. / Foto: Verena Nerat - instagram.com/verenaneratphotography

Jeder Hundebesitzer freut sich, wenn er schöne Fotos von seinen Lieblingen machen kann. Viele der aktuellen Smartphones haben auch schon sehr qualitative Kameras eingebaut, mit denen man tolle Bilder aufnehmen kann. Wie ihr mit eurer Hundefotografie den gewissen „Wau-Effekt“ erzielt, dafür bekommt ihr in diesem Artikel einige Tipps und Tricks.

Viele glauben, dass Hundefotografie nur mit einer superteuren Ausrüstung funktioniert. Aber auch mit einem Smartphone lassen sich tolle Aufnahmen machen, ebenso mit einer Kompakt- oder Bridgekamera. Der Vorteil letzterer ist, dass man hier schon gewisse Einstellungen wie Blende oder Zeit manuell einstellen kann, was bei der Bildgestaltung einen größeren Freiraum zulässt. Natürlich hebt sich aber die Spiegelreflexkamera noch einmal ab, was Qualität und auch die Möglichkeit der Einstellungen betrifft.

Was dann im Endeffekt zu einem selbst am besten passt und natürlich auch, wie viel Geld man ausgeben möchte, findet man am besten heraus, in dem man sich beim Fotohändler seines Vertrauens beraten lässt und einige Kameras in die Hand nimmt. Ich persönlich fotografiere von Anfang an mit Nikon. Ich habe mit einem günstigen Einsteigermodell begonnen, die sicher aber einfach gut angefühlt hat. Mittlerweile bin ich bei der Nikon D750 gelandet, einer Vollformatkamera, die für Sportfotografie ausgelegt ist und dementsprechend auch bei der Hundefotografie gut funktioniert, aber dennoch zu einem vertretbaren Preis zu bekommen ist.

Nikon D750

Was meiner Meinung nach aber fast noch wichtiger ist, ist ein lichtstarkes Objektiv mit der passenden Brennweite. Einige Tipps dazu findet ihr in den untenstehenden Interviews mit Anne und Lisa.

Egal, ob ihr nun mit dem Handy oder mit einer professionellen Kamera fotografiert, fast noch wichtiger sind eine schöne Location, eine gute Lichtstimmung und ein motivierter Vierbeiner, der sich wohlfühlt und der vielleicht auch noch den einen oder anderen Trick beherrscht.

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Für die Stimmung des Bildes ist auch bei der Hundefotografie der Hintergrund von großer Bedeutung. / Foto: Verena Nerat - instagram.com/verenaneratphotography

Location und Hintergrund

Der Hintergrund ist ganz entscheidend für die Stimmigkeit in einem Bild. Ein ruhiger Hintergrund wirkt meistens viel harmonischer als ein unruhiger, der vom eigentlichen Motiv eher ablenken würde. Ganz wichtig ist es, darauf zu achten, dass sich im Hintergrund keine störenden Elemente wie z. B. Bäume, Strommasten, Zäune finden. Wenn möglich, nimm dir die Zeit, die Aufnahme vorher etwas zu analysieren und dann zu entscheiden, ob sich das Foto so lohnen würde, ob du als Fotograf noch eine andere Position einnehmen musst, den Hund anders positionieren oder ob du noch etwas „aufräumen“ solltest.

Zusatztipp: Achtet übrigens immer darauf, Hunde auf Augenhöhe zu fotografieren. Zugegeben kann das besonders bei kleinen Hunden manchmal mühsam sein, aber es zahlt sich aus. Ansonsten stellt den Hund doch einfach etwas erhöht hin.

Passendes Licht für Hundefotografie

Hartes Sonnenlicht, wie es zum Beispiel zur Mittagszeit der Fall ist, sollte unbedingt vermieden werden. Speziell im Sommer sollte man vor allem bei Sonnenaufgang und -untergang fotografieren, um ideale Bedingungen zu haben. Achtet immer auf schönes, weiches Licht und den Stand der Sonne. Im Frühling, Herbst und Winter kann man meistens auch gut die früheren Vormittage und Nachmittage ausnutzen. Richtiges Licht kann eine ganz besondere Stimmung erzeugen und ist ein sehr wichtiger Faktor in der Fotografie.

Motiv und Bildgestaltung

Das Hauptmotiv sollte nicht in der Bildmitte liegen. Egal, ob ihr Hunde oder Menschen fotografiert: ordnet das Hauptmotiv immer etwas seitlich oder vertikal versetzt an, dann wirkt das Foto besonders harmonisch. Achtet außerdem darauf, dass ihr in Blickrichtung etwas mehr Platz lasst und diverse Körperteile wie Ohren oder Pfoten nicht abschneidet.

Interviews

Wir haben Anne Geier aus der schönen Steiermark und Lisa Breckner aus Salzburg zum Thema Hundefotografie und ihrer Ausrüstung befragt.

"Hundefotografie ist meine größte Leidenschaft. Sie verbindet für mich alle wichtigen Dinge, von den Hunden über die Natur bis hin zur Kreativität", sagt Fotografin Anne. / Foto: Anne Geier - annegeier.com

Mit welcher Kamera fotografierst du aktuell?

Anne Geier: Ich verwende eine Nikon D850.

Welche Objektive hast du, Anne?

Anne: Ich habe mittlerweile einige Objektive, welche den Brennweitenbereich von 14 – 200mm abdecken. Meine allerliebsten Objektive sind das Nikkor 85mm 1.4 und das Sigma Art 24mm 1.4. Außerdem entstehen 85% aller meiner typischen verträumten Portraits mit dem 85mm 1.4. Das Objektiv hat ein traumhaftes Bokeh und ich kann es auch gut mit einer Hand halten und somit den Hund noch mit der anderen Hand etwas motivieren oder lenken. Was ich jedoch am meisten liebe, ist die Flexibilität hinsichtlich der Perspektive, ich kann sowohl den Hund etwas von unten oder auch etwas von oben fotografieren. Das 24mm 1.4 und das 14-24mm 1.4 sind meine liebsten Objektive für das Fotografieren der Hunde in tollen Landschaften. Ich möchte jedoch auch auf keinen Fall mein 35mm oder mein uraltes 50mm missen. Das Objektiv, welches ich definitiv am seltensten nutze ist das klassische Objektiv der Tierfotografie, das 70-200mm 2.8. Bei mir kommt es lediglich noch für Bewegungsaufnahmen zum Einsatz.

Wieso hast du dich für diesen Hersteller entschieden?

Anne: Ehrlich gesagt habe ich damals vor 10 Jahren mit einer Nikon gestartet und bin einfach dabei geblieben. Würde ich mir jedoch heute eine Kameraausrüstung neu kaufen, würde ich mich vorab gründlich informieren und die Kamera vor allem auch testen. Zu meinem Glück zählt Nikon zu den führenden Herstellern und heute, wo ich mehr über Kameras und ihre Leistung weiß, würde ich mich auch definitiv immer wieder für Nikon entscheiden.

Welche Vor- oder eventuell auch Nachteile siehst du?

Anne: Speziell bei meiner Kamera würde ich als Nachteil die immense Auflösung von 46,89 Megapixel anführen. Neben dem enormen Speicherplatz, den die Fotos fressen, braucht man natürlich auch einen entsprechenden Computer, der so große Daten verarbeiten kann. Viele Fotografen sehen natürlich einen riesengroßen Vorteil darin, da man die Bilder ohne weiteres um ein ganzes Stück zuschneiden kann, ohne einen Qualitätsverlust zu erhalten. Ich verzichte jedoch auf das Croppen. Der größte Vorteil meiner Kamera ist der Schwenkdisplay mit Touchscreen. Ich nutze diesen sehr oft. Bei der Nikon D850 braucht man nur noch auf das Schwenkdisplay tippen, sie setzt dorthin sofort den Fokus und löst auch zeitgleich aus. Gerade bei Hunden muss man einfach schnell sein und das Bedienen des Fokus über das normale Fadenkreuz, wie es bei anderen Kameras ist, kostet oft sehr viel Zeit.

Was bedeutet die Fotografie für dich?

Anne: Die Hundefotografie ist meine größte Leidenschaft. Sie verbindet für mich alle wichtigen Dinge, von den Hunden über die Natur bis hin zur Kreativität. Ich liebe es, dem Moment Dauer zu geben, die einzigartigen Charaktere der Hunde auf dem Foto festzuhalten und mit der Kombination von Hunden und wunderschönen Landschaften kleine Wunder zu erschaffen.

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"Man kann mit Fotos so schöne Erinnerungen festhalten und sie später immer wieder begutachten. Gerade Erinnerungen von unseren Vierbeinern sind so viel wert, da sie leider nicht ewig bei uns leben können", sagt Fotografin Lisa. / Foto: Lisa Breckner - amazing-paws.at

Welche Kamera verwendest du, Lisa?

Lisa Breckner: Canon 5D Mark III

Welche Objektive hast du?

Lisa: Canon 70-200mm 2.8L USM, Canon 85mm 1.8f, Canon 50mm 1.8f, Sigma Art 35mm 1.4f

Wieso hast du dich gerade für diese Ausrüstung entschieden?

Vor 13 Jahren gab’s eigentlich nur Nikon und Canon. Mir war Canon irgendwie schon immer sympathischer, aber ich finde es ist auch Geschmacksache, welche Kamera einem besser in der Hand liegt. Das rate ich auch jedem – einfach mal die Kameras testweise in der Hand halten! Mittlerweile gibt es ja auch schon andere gute Hersteller, wer weiß ob ich heute auch als erstes zur Canon gegriffen hätte. Aber einmal Canon immer Canon. Ein Systemwechsel wäre auch ziemlich teuer.

Welche Vorteile und Nachteile bringt das mit sich?

Vorteile: es gibt sehr viele Objektive und auch günstige Alternativen (ist aber bei Nikon dasselbe) und die Canon schafft mehr Bilder in der Sekunde, was wichtig ist bei Actionfotos.

Nachteile: andere Hersteller hatten viel schneller Innovationen wie einen Touchdisplay, automatische Augenverfolgung, usw.

Welche Bedeutung hat Hundefotografie für dich?

Fotografie ist in erster Linie ein Hobby, welches ich durch meine Liebe zu Hunden entdeckt habe. Man kann mit Fotos so schöne Erinnerungen festhalten und sie später immer wieder begutachten. Gerade Erinnerungen von unseren Vierbeinern sind so viel wert, da sie leider nicht ewig bei uns leben können.

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Zur Autorin

Verena Nerat lebt mit ihrem Mann und zwei Epagneul Breton Hündinnen (Nina und Izaya) in Salzburg. Seit fast 15 Jahren hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und ist als Hundetrainerin tätig. Die Hundefotografie begleitet sie mittlerweile schon viele Jahre. 2019 wagte sie dann den Schritt und hat zusätzlich das Gewerbe als Berufsfotografin angemeldet. Ihre Fotoausrüstung besteht aus der Nikon D750, dem Sigma Art 50mm f/1.4 und dem Nikkor 85mm f/1.8.

Fotos und weitere Infos gibt’s auf www.hundherum-positiv.at und www.instagram.com/verenaneratphotography