Hilfe, mein Hund erbricht gelb! Was tun?

Wenn der Hund gelben Schaum erbricht, kann das viele Ursachen haben. / Symbolfoto: Mikhail Sedov.

Beinahe jeder Hundebesitzer hat diesen panischen Gedanken früher oder später. „Hilfe, mein Hund erbricht gelb – was stimmt nicht mit ihm?“ Für das Hochwürgen von gelbem Schaum gibt es viele Gründe – und nicht alle davon veranlassen einen sofortigen Gang in die Tierarztpraxis. Erfahren Sie hier alles über das gallige Erbrechen beim Hund!

Jeder Hundebesitzer kennt die klassischen Symptome: Der Hund leckt sich ununterbrochen die Schnauze, speichelt stark und sucht mit gesenktem Kopf eine gute Stelle. Dann beginnen auch schon die erbarmungswürdigen Würgelaute und die pumpenden Bauchkrämpfe. Doch Hilfe – mein Hund erbricht gelb?! Die ungewöhnliche Farbe schreckt viele besorgte Hundeeltern auf, doch häufig zu Unrecht. Tatsächlich handelt es sich bei dem meist zähflüssigen, leicht schaumigen Erbrochenen um Gallenflüssigkeit. Diese wird in der Leber produziert und in der Gallenblase gespeichert, bis sie bei der Verdauung gebraucht wird. Es gibt viele Ursachen für das Erbrechen von gelbem Schaum, doch nur in einigen wenigen Fällen ist ein Besuch beim Tierarzt wirklich dringend notwendig.

Gefahr einschätzen

Erbrechen ist ein natürlicher und wichtiger Schutzmechanismus von Lebewesen und deutet nicht zwingend auf eine Krankheit oder ein besorgniserregendes Gesundheitsproblem hin. Übelkeit kann viele verschiedene Ursachen haben, und ob diese lebensgefährlich sein könnten oder nicht, sagt uns das Tier meist selbst. Einmaliges Erbrechen oder mehrmaliges Aufstoßen kurz hintereinander ist noch kein Indikator für Gefahr. Besonders, wenn der Hund gleich erleichtert aufschnauft und sich wieder normal verhält, ist das Schlimmste bereits vorbei.

Problematisch wird es jedoch, wenn die Übelkeit und das Unwohlsein anhalten. Leckt sich der Hund weiterhin die Schnauze und taumelt mit gesenktem Kopf herum? Dann ist weiterhin Gefahr in Verzug. Zudem können Sie sich das Erbrochene selbst genau ansehen: Sind Fremdkörper oder gar Blut darin? Zeigt der Hund zusätzliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Durchfall, etc.? Dann gleich ab zum nächsten Tierarzt!

Mögliche Ursachen

Erbricht ein Hund gelbe Flüssigkeit, gibt es zahlreiche – auch harmlose – Ursachen dafür.

  • Early morning vomiting (morgendliches Erbrechen)
    In den meisten Fällen ist das Erbrechen von Gallenflüssigkeit auf zu lang anhaltende Nüchternheit zurückzuführen. Das bedeutet, dass der Hundemagen zu lange vollkommen leer geblieben ist, was beispielsweise über Nacht gut passieren kann. Schlägt die Übelkeit überwiegend morgens zu, sollte der Hund statt einer großen Mahlzeit am Tag häufiger in kleineren Portionen gefüttert werden. Besonders wichtig dabei ist die Portion vor der Nachtruhe.
  • Übelkeit durch äußere Umstände
    Allerdings kann es auch andere Gründe für Übelkeit auf leerem Magen geben. Auch Stress, Aktivitäten wie Autofahren, übermäßiges Grasfressen oder Futterunverträglichkeiten können galliges Erbrechen auslösen. Hier gilt es, vorsichtig zu experimentieren und danach übelkeitsauslösende Situationen oder Futtermittel zu vermeiden.
  • Fremdkörper oder Vergiftung
    Wenn der Hund urplötzlich und mehrmals hintereinander gelb erbricht, ohne dass eine Besserung seines Zustandes abzusehen ist, sollten die Alarmglocken schrillen! Denn dann könnte entweder ein Fremdkörper den Magen-Darm-Kanal (teilweise) verschließen oder der Hund hat etwas Gefressenes nicht vertragen. Im schlimmsten Fall hat er sich sogar vergiftet! Hier muss nicht unbedingt ein Giftköder Schuld sein, sondern auch verschiedene Pflanzen oder Lebensmittel können unseren Vierbeinern gefährlich werden.
  • Magen-Darm-Probleme
    Aber auch verschiedene Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts gehen mit häufiger Übelkeit einher. Erbricht der Hund regelmäßig und häufig, sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Denn selbst, wenn es dem Hund direkt nach dem Erbrechen besser zu gehen scheint, kann der ständige Reflux die Magenschleimhaut angreifen. Auch Milztumore machen sich primär als häufiges Erbrechen und Durchfall bemerkbar.

Tierärztliche Diagnosemethoden

Bei häufigem Erbrechen von Gallenflüssigkeit kann ein Tierarzt je nach Verdacht unterschiedliche Methoden anwenden, um eine Diagnose zu ermöglichen. Häufig greift man auf eine Allgemeinuntersuchung sowie Kot- und Blutanalysen zurück. Bei Verdacht, dass der Hund einen Fremdkörper verschluckt hat, gibt eine Röntgenaufnahme Aufschluss. Als meist letzten Schritt kann auch eine Endoskopie durchgeführt werden, sollten alle vorhergehenden Untersuchungen keine Ergebnisse gebracht haben.

Fazit

Grundsätzlich gilt: Wenn der Hund häufig und zu allen Tageszeiten gelben Schleim erbricht und ihm auch nach dem Erbrechen sichtbar unwohl ist, muss unbedingt ein Tierarzt zur Abklärung aufgesucht werden. Geschieht dies sehr selten und meist am Morgen, und erholt sich der Hund nach der „Tat“ sehr schnell, kann man das Problem oftmals mit einer Futterumstellung aus der Welt schaffen. Wichtig ist, den Hund weiterhin zu beobachten und eventuell Tagebuch über die Häufigkeit und Tageszeit des Erbrechens zu führen. So kann der Tierarzt schneller herausfinden, was die Übelkeit beim Hund auslöst und wie man sie am besten vermeiden kann.

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