Freitag, September 30, 2022
StartErnährung & GesundheitGastritis beim Hund: Erkennen und behandeln

Gastritis beim Hund: Erkennen und behandeln

Wenn der Hund das Futter verweigert, schrillen bei jedem Tierfreund die Alarmglocken. Zu Recht! Denn Gastritis beim Hund ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, die mit Schmerzen, Krämpfen und Übelkeit einhergeht. Und tatsächlich kommt diese Krankheit bei Hunden verhältnismäßig häufig vor.

Leider haben die meisten Hundebesitzer und Hundebesitzerinnen bereits einen solchen Fall bei ihrer Fellnase erlebt: Der Hund ist lethargisch und lässt den Napf unberührt stehen, das Lieblingsspielzeug ist plötzlich uninteressant und es kommt gar zum Erbrechen. Der Fall ist klar: Gastritis! Dabei handelt es sich um eine Magenschleimhautentzündung beim Hund, die häufiger vorkommt als gedacht. Denn eigentlich ist die Magenwand der Vierbeiner mit einem natürlichen Schutzmantel aus Epithelzellen und einer Schleimschicht ausgekleidet. Wird diese Barriere aber beschädigt, kommt die Magensäure in direkten Kontakt mit den Magenwänden und führt zu diversen Beschwerden. Werden die Ursachen der Erkrankung nicht frühzeitig erkannt und behandelt, kann die Gastritis beim Hund sogar einen chronischen Verlauf nehmen.

Ursache der Gastritis beim Hund

Die Ursachen einer Magenschleimhautentzündung können sehr vielfältig sein. Denn wie bei uns Menschen ist auch der Verdauungsapparat unserer Fellnasen sehr empfindlich – vielleicht sogar noch sensibler. Denn anders als wir Allesfresser Menschen vertragen Hunde nicht alles, was ihnen grundsätzlich schmeckt. Tatsächlich kann eine Gastritis auch dann entstehen, wenn der Hund eigentlich gar nichts Schlechtes gefressen hat. Denn auch anhaltende Stresssituationen oder Infektionen können auf den Magen schlagen. Oft ist es im Nachhinein auch gar nicht möglich, den genauen Auslöser dieser Krankheit zu bestimmen.

Als mögliche Ursachen kommen für eine Gastritis infrage:

quiz wie gesund lebt mein hund hundefutter ernährung
Hundefutter ist nicht gleich Hundefutter! Nicht alle Vierbeiner vertragen dieselben Inhaltsstoffe gleichermaßen. / Foto: Pixabay

Gastritis beim Hund erkennen

Hunde sind oftmals ganz gut darin, ihren Schmerz oder ihr Unwohlsein zu überspielen. Daher ist die Krankheit nicht immer offensichtlich, und sie zu erkennen erfordert ein erhöhtes Maß an Aufmerksamkeit von Seiten der Hundebesitzer. Dennoch deuten folgende Symptome und Verhaltensweisen auf eine Entzündung der Magenschleimhaut hin:

  • Appetitlosigkeit – keine oder verminderte Nahrungsaufnahme
  • Übelkeit und Sodbrennen (äußert sich meist durch häufiges Schmatzen, Gähnen, Speicheln und Fressen von Gras)
  • Erbrechen – bei leerem Magen kann das Erbrochene eine gelbliche Farbe und leicht schäumende Konsistenz annehmen.
    ACHTUNG: Befindet sich Blut im Erbrochenen, hat der Hund wahrscheinlich bereits ein Magengeschwür entwickelt! In diesem Fall sollte man schnellstmöglich in die Tierarztpraxis.
  • Einschränkungen des allgemeinen Wohlbefindens wie Antriebslosigkeit, starkes Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf, Lustlosigkeit
  • Ruhelosigkeit – Liegeplätze werden oft gewechselt, zielloses Herumwandern
  • starker Mundgeruch
  • hörbare Magen-Darm-Geräusche
  • Gewichtsabnahme
  • starkes Durstgefühl
  • stumpfes Fell
  • blasse Schleimhäute

Zeigt Ihr Hund mehrere dieser Symptome, ist es besser, schnell einen Tierarzt oder eine Tierärztin aufzusuchen, um eine mögliche Gastritis abzuklären. Natürlich können auch andere Verdauungsprobleme oder Krankheiten diese Anzeichen verursachen. Dennoch sollte man das offensichtlich Unwohlsein des Haustieres keinesfalls ignorieren. Denn sonst kann aus einer einmaligen Magenschleimhautentzündung eine chronische Gastritis werden. Und diese wird die Lebensqualität des Hundes maßgeblich zum schlechten beeinflussen.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Gastritis ist es sehr wichtig, dass ein Tierarzt aufgesucht wird, damit eine akute Entzündung keinen chronischen Krankheitsverlauf annimmt. Bei der Diagnose der Gastritis bezieht der Tierarzt sowohl die klinischen Symptome als auch die Befunde weiterer Untersuchungen mit ein. Dazu gehören beispielsweise Ultraschalluntersuchungen (Untersuchungen der inneren Organe von außen) oder Gastroskopien (Magenspiegelungen). Gegebenenfalls wird der Tierarzt auch eine Blutuntersuchung vornehmen. Dies ist vor allem wichtig, wenn der Hund sehr oft und in großen Mengen erbricht. Die Untersuchung des Blutes dient dann auch zu einer Sicherstellung des Wasser-, Elektrolyt,- und Säure-Basen-Haushaltes.

Je nach Art der Gastritis erfolgt danach auf Anraten des Tierarztes die weitere Behandlung. Dabei wird zwischen einer akuten Gastritis und einer chronischen Gastritis beim Hund unterschieden.

Behandlung einer akuten Gastritis

Bei einer akuten Gastritis ist der vorübergehende Entzug von Nahrung empfehlenswert, damit sich die Magenschleimhaut erholen kann. Hier sollte der Hund (nach Rücksprache mit dem Tierarzt!) ca.  12 Stunden auf Nulldiät gesetzt werden. In dieser Zeit sollte der Patient lediglich Wasser und keine feste Nahrung zu sich nehmen. Unter Umständen (vor allem wenn das Tier von starkem Erbrechen geplagt ist) wird der Tierarzt Medikamente gegen Übelkeit und den Brechreiz verschreiben. Ist der Flüssigkeitsverlust schon zu weit vorgeschritten, ist die Verabreichung von Infusionen notwendig.

Nach 12 Stunden kann dem Hund vorsichtig eine kleine Portion Schonkost gefüttert werden. Dazu eignet sich leicht angebratenes oder gekochtes Hühnerfleisch mit gut gekochtem Reis. Dabei darf das Futter jedoch nicht zu heiß serviert werden, lassen Sie es lieber ein wenig auskühlen. Erbricht der Hund das Futter nicht, können Sie ihm nach und nach etwas mehr füttern.

Behandlung einer chronischen Gastritis

Die Behandlung der chronischen Gastritis ist stark von der Ursache abhängig. Leidet der Hund an einer bakteriellen Infektion, schaffen Antibiotika Abhilfe. Können keine genauen auslösenden Faktoren festgemacht werden,  werden meist magensäurehemmende Medikamente in Kombination mit Immunsuppressiva wie Kortison verschrieben. Manchmal ist außerdem eine Futterumstellung ratsam. Denn viele Hunde leiden wie wir Menschen an Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Ähnliche Beiträge