Schritt für Schritt erklärt: Anti-Giftköder-Training für Hunde

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Auch wenn das Anti-Giftköder-Training beim eigenen Hund funktioniert: Wer Giftfallen findet, sollte sie nach Möglichkeit einsammeln und der Polizei übergeben. / Foto: DoraZett - Fotolia.com / Illustration: Pixabay

Die Folgen sind oft schrecklich: Immer öfter hören wir von ausgelegten Giftfallen in den typischen Gassi-Gegenden. Trainerin Kristina Ziemer-Falke weiß, wie man den eigenen Vierbeiner mit Anti-Giftköder-Training für Hunde schützen kann.

Als Hundehalter haben wir große Angst davor, dass unser Vierbeiner Gift erwischt. Aber die Vorsorge-Möglichkeiten sind beschränkt. Entweder nutzen wir einen Maulkorb oder schützen unseren Liebling durch ein Anti-Giftköder-Training für Hunde. Kristina Ziemer-Falke bietet genau das in ihrer Hundeschule an und erklärt in diesem Artikel, worauf es ankommt.

Giftköder mitnehmen und melden!

Sollten Sie bei einem Spaziergang einen Köder finden, melden Sie ihn sofort!!!

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Auch wir waren schockiert: Sucht man online nach dem Begriff "Giftköder", bringen diverse Suchmaschinen schaurige Vorschläge zum Vorschein. / Foto: Screenshot

Das Auslegen von Giftködern ist eine Straftat und nur, wenn die Köder der Polizei gemeldet werden, gibt es eine Chance, den Täter zu fassen: Sollten Sie Würstchen, Fleischlaibchen oder buntgefärbte Krümel im Gebüsch oder Wegesrand sehen, könnte es sich um gespickte, präparierte Giftköder handeln, die für den Hund zu einer Gefahr werden könnten. Sammeln Sie Ihren Fund ein, geben Sie ihn ab und merken Sie sich den Fundort. So könnten Sie eine große Hilfe dabei sein, einem Hundehasser auf die Schliche zu kommen.

Zur Sicherheit aller Hunde:

  1. Köder mitnehmen (z. B. in einem Kotbeutel)
  2. Fundort des Giftköders merken (oder gleich notieren bzw. fotografieren)
  3. Giftköder bei der Polizei oder beim Ordnungsamt melden und abgeben

Anti-Giftköder-Training

Eine zuverlässige Methode, die ähnlich wie ein Anti-Jagd-Training funktioniert: Der Hund soll anzeigen, wenn er etwas gefunden hat, dafür erhält er eine Belohnung. Diese Variante ist absolut straffrei und es besteht kein Risiko, den Hund zu verängstigen oder zu traumatisieren. Somit empfehlen wir diese Methode, um mit Ihrem Hund auch in Zukunft als gutes Team zu harmonieren.

Auch, wenn Sie hierzu den Rat eines Fachmanns benötigen, wollen wir Ihnen bereits einen Einblick in die Elemente des Anti-Giftköder-Trainings geben. Der Grundgedanke dieser Methode ist, dass der Hund gefundenes Fressen nicht mehr für das Nonplusultra hält. Dazu bedarf es einer tollen Alternative, für die zuerst herausgefunden werden muss, was sein absolutes Lieblingsfutter ist …

Für diesen Test besorgen wir die unterschiedlichsten Sachen, die unserem Vierbeiner sehr schmecken könnten und die er verträgt. Das kann alles Mögliche sein, wie Leberwurst, Gouda oder Fleischwurst. Nun werden wir ihm nacheinander immer zwei Leckereien gleichzeitig präsentieren und beobachten, welche er jeweils zuerst nimmt. Entscheidet er sich zwischen Leberwurst und Gouda zuerst für die Leberwurst? Dann vergleichen wir als nächstes Leberwurst mit Fleischwurst. Hier wählt unser Hund zuerst die Fleischwurst. Es ergibt sich folgende Reihenfolge:

  1. Fleischwurst
  2. Leberwurst
  3. Gouda

Nun kann im nächsten Schritt ein Markerwort eingeführt werden. Wir sagen ein Wort wie beispielsweise „Jep!“ und geben dem Hund sofort etwas Leberwurst (Geschmacksklasse 2).

Das wiederholen wir mehrfach und beginnen dann das eigentliche Training:

  • Wir gehen mit unserem Hund an einem auf dem Boden liegenden Stück Gouda vorbei, so dass er dieses nicht erreichen kann.
  • Nimmt unser Hund den Käse wahr, sagen wir sofort „Jep!“und geben ihm etwas Leberwurst – das hatte er ja zuvor gelernt.
  • Als Belohnung erhält er danach auch noch ein Stück Gouda, um zu lernen, dass er nichts verpassen wird und sich bei gefundenem Fressen direkt uns zuwenden kann.

Im späteren Training folgt dann die „Anzeige“. Diese könnte so aussehen, dass sich unser Hund setzen soll, sobald er etwas Fressbares gefunden hat. So wartet er, bis sein Herrchen oder Frauchen bei ihm ist, ihn aus dem Sitz entlässt und belohnt. Der schwierige Part ist der, dass der Hund das gefundene Fressen nicht fressen darf.

Kristina Ziemer-Falke

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Kristina Ziemer-Falke mit ihrer Bernhardiner-Hündin "Frau Meier" / Foto: Ziemer & Falke GbrR

Um dahin zu gelangen, ist womöglich ein Zwischenschritt nötig, für den unser Hund das „Sitz“ absolut zuverlässig beherrschen muss. Auf Zuruf muss er sich aus dem Freilauf hinsetzen können, was parallel trainiert werden kann. Später wird der Schwierigkeitsgrad der Umgebung erhöht.

Wie Sie schon bemerkt haben, gestaltet sich das Training sehr anspruchsvoll und bedarf eines Austauschs mit einem Trainer, um alle Trainingsschritte mit Erfolg und dem richtigen Timing umzusetzen. Trotz aller Anstrengung ist es aber eine empfehlenswerte Methode. Ihre Mühe wird sich lohnen!

Hat Ihr Hund einen Giftköder gefressen?

Alarmzeichen für eine Vergiftung können sein:

  • starkes Hecheln,
  • starker Durst,
  • auffälliges Speicheln,
  • Erbrechen,
  • Zittern,
  • Atemnot
  • und Unruhe.
  • Hund verhält sich generell nicht wie sonst / wie es für ihn typisch wäre

 

Was ist bei einer Vergiftung beim Tierarzt zu beachten?

Nehmen Sie Erbrochenes (und falls vorhanden den Rest des Köders) unbedingt mit in die Klinik. Das könnte helfen, um die Art der Vergiftung schneller festzustellen. Jedes Gift wirkt anders auf den Organismus und die Beschwerden treten zeitlich ganz unterschiedlich auf.