Beauceron (Hunderasse) – Hütehund aus Frankreich

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Der französische Hütehund hat einen freundlichen Charakter und einen Hang zur Unabhängigkeit. / Foto: pixabay.

Der Beauceron (auch als Berger de Beauce oder Chien de Beauce bekannt) ist ein arbeitswiliges Kraftpaket, das früher als Hüter und Beschützer von Viehherden eingesetzt wurde. Dementsprechend brauchen sie konsequente, liebevolle Erziehung und HundehalterInnen, die mit ihrer Athletik mithalten können.

Beauceron (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 1: Hütehund und Treibhund (ausgenommen Schweizer Sennenhund).
Sektion 1 – Hütehund und Treibhund
mit Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Frankreich

FCI-Standardnummer: 44
Widerristhöhe:
Rüden: 65 – 70 cm
Hündinnen: 61 – 68 cm
Verwendung: Hütehund, Wachhund

Geschichte und Herkunft

Die Vorfahren des Beauceron waren im französischen Flachland auf die Wanderschäferei spezialisiert und prägten schon früh den europäischen Schlag von kurzhaarigen Hütehunden. Im 19. Jahrhundert bildete sich die Rasse des Beauceron heraus, 1889 wurde der erste offizielle Rassestandard erstellt. Seinen Namen verdankt er der sogenannten Beauce, einem dünnbesiedelten Landstrich zwischen Chartres und Orléans, der für das Hirtentum gute Bedingungen bot und als Ursprung des Beauceron gilt. Damals waren jedoch noch die Namen Chien de Beauce (französisch, zu dt. „Hund aus Beauce“), Beauceron und auch Bas-Rouge (französisch, zu dt. „Rotstrumpf“ wegen seiner rötlich befellten Läufe) gängig, bis heute hat sich die Bezeichnung Beauceron am meisten durchgesetzt. Aufgrund ihrer Fähigkeiten, die Schafherde sowohl effektiv zu führen als auch Raubtiere und Viehdiebe durch Drohgebärden zu verjagen, war er ein geschätzter Gefährte französischer Hirten.

Auch heute noch erfreut sich der Beauceron großer Beliebtheit in ganz Europa, besonders aber in seinem Heimatland Frankreich: Dort kommen jährlich etwa 3000 bis 3500 Welpen zur Welt. Während es früher gang und gäbe war, dem Beauceron die Ohren und manchmal auch die Rute zu kupieren, ist zumindest das Kupieren der Rute im FCI-Rassestandard als schwerer Fehler aufgelistet. Dank verschärfter Tierschutzgesetze in vielen Teilen Europas haben auch immer mehr Tiere ihre natürlichen Schlappohren, vereinzelt sind sie jedoch noch mit kupierten Ohren zu sehen.

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Dieser kräftige Hund braucht viel Auslauf und Bewegung. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Dank seiner ursprünglichen Tätigkeit als Hütehund ist der Beauceron ein menschenfreundlicher, kooperativer, aber auch selbstsicherer Hund. Daran gewöhnt, Entscheidungen alleine zu treffen und eigenständig zu arbeiten, kann seine Unabhängigkeit schnell als Starrsinn fehlinterpretiert werden. Tatsächlich ist er aber ein sehr einfühlsames und sensibles Tier, das eine harte Handhabung nicht gut verträgt. Er bringt eine hohe Reizschwelle und Wesensfestigkeit mit, ist furchtlos und gehorsam. Aufgrund seiner kräftigen Statur und seiner ausgezeichneten Konstitution braucht der Beauceron viel Bewegung und ein fittes Herrchen oder Frauchen, um sich wirklich auspowern zu können. Weil er zudem nicht nur ein Muskelpaket, sondern auch ein richtiger Schlaukopf ist, eignet sich der Beauceron gut für viele Hundesportarten und lernt schnell und gerne neue Tricks. Wegen seiner Körpergröße muss jedoch gerade bei Sportarten wie Agility darauf geachtet werden, seine Gelenke nicht zu überlasten.

Gesetzeslage

Im Schweizer Kanton Tessin ist der Beauceron auf der Liste der „potentiell gefährlichen Hunde“ aufgeführt – dort muss zur Haltung dieser Rasse erst eine Bewilligung bei der Gemeinde eingeholt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass dem Beaceron grundsätzlich Aggressionspotential innewohnt, sondern hat andere Gründe: Tessin hat mit stolzen 38 Rassen die längste Liste „potentiell gefährlicher“ Rassen in Europa, und viele Rassen landen nicht wegen konkreten Vorfällen auf dieser Liste, sondern oftmals aufgrund ihres ursprünglichen Einsatzes als z.B. Hütehunde oder Wachhunde oder allein aufgrund ihrer kräftigen Statur. Dieser Status als „Listenhunde“ wird von vielen Kynologen und Tierschutzaktivisten stark kritisiert, und man plädiert für eine verstärkte Schulung und Überprüfung der HalterInnen statt der Sanktionierung einer Hunderasse an sich. Lesen SIe hier mehr über die Hundegesetzgebung in der Schweiz und zum Thema „Listenhunde“!

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Der Beauceron ist auch ein ausgezeichneter Schwimmer! / Foto: pixabay.

Erscheinungsbild

Der Beauceron ist rustikaler, kräftig gebauter Hund, der gerne muskulös, aber nicht schwerfällig sein darf. Er erinnert in seinem Aussehen an eine stämmige Variante des Dobermanns oder eine schlanke Alternative zum Rottweiler. Er bewegt sich geschmeidig und ungezwungen. Die Augen dürfen bei den schwarz-lohfarbenen Hunden niemals heller als dunkelbraun sein, Tiere mit Harlekin-Fellzeichnung können auch verschiedenfarbige Augen aufweisen. Die hoch angesetzten Ohren sind halbstehend oder hängend und etwa so lang wie die Hälfte des Kopfes. Die lange Rute wird tief getragen und bildet am Ende einen leichten Haken, einem J nicht unähnlich. Das Kupieren der Rute ist laut dem FCI-Rassestandard verboten und gilt als disqualifizierender Fehler.

Das Fellkleid des Beauceron ist kurz, dick und festanliegend, die Unterwolle ebenfalls kurz, fein und flaumig. Die Hose und der untere Teil der Rute sind meist etwas gefranst und länger als der Rest des Fells. Des Weiteren gibt es zwei zugelassene Farbvarianten: schwarz-lohfarben (tiefschwarzes Fell mit rötlichem Brand) und Harlekin (blau-grau geflecktes Fell mit rötlichem Brand). Es ist leicht zu pflegen und haart nicht übermäßig.

Gesundheit

Im Allgemeinen erfreut sich der Beaceron guter Gesundheit und gilt als robuster und wetterfester Hund ohne rassespezifischen Erkrankungen. Er kann gute 10-14 Jahre alt werden, eine beachtliche Lebensspanne für einen großen Hund. Kritisiert wird nur, dass der FCI-Rassestandard weiterhin die doppelte Afterkralle vorschreibt, obwohl diese dem Hund keinerlei Vorteil einbringt.

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Als robuster Naturbursche ist der Beauceron bei jedem Wetter gerne draußen! / Foto: pixabay.

Wusstest du, dass der Beauceron...

… über nicht eine, sondern zwei Afterkrallen verfügt?

Als Afterkralle oder bei Hunden auch Wolfskralle wird jene erste Zehe bezeichnet, die sich bei vielen Tieren noch auf der Innenseite der Hinterläufe befindet, aber keinen Bodenkontakt hat. Verglichen mit der menschlichen Anatomie handelt es sich dabei um die evolutionären Reste der großen Zehe. Der Beauceron (und auch der Berger de Brie) hat statt nur einer gleich zwei Afterkrallen, die im Rassestandard auch verlangt werden.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Super Tricks – Beauceron (Video)

Dieser kluge Junge namens Orion hat eine Menge Tricks auf Lager – und als intelligenter und einfühlsamer Hund hat der Beauceron viel Spaß an neuen Lektionen!

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