Baderegeln für Hunde – der entspannte Schwimmausflug

by Verena Hauck
4 Minuten Lesedauer
Ein Hund sitzt mit Taucherbrille in der Stirn am Strand und hält sich an alle Baderegeln.

Mit diesen Baderegeln zum entspannten Miteinander

Die Sonne lacht, die Temperaturen steigen – was gibt es da Besseres als ein Sprung ins kühle Nass? Ganz einfach: Gemeinsam mit dem Hund eine herrliche Abkühlung zu genießen. Doch es gibt leider viele Hindernisse auf dem Weg zum gemeinsamen Badespaß. Wo darf man mit Hund überhaupt baden gehen? Darf der Hund ohne oder nur mit Leine ins Wasser? Wie verhält man sich am besten, wenn andere Hunde, Menschen oder gar Kinder an derselben Stelle planschen wollen? Wie lauten die Baderegeln für Hunde eigentlich?

Nur nicht verzagen – wir haben Antworten auf all diese Fragen! Folgende Tipps und grundlegenden Baderegeln sollen euch dabei helfen, den perfekten Badetag mit Hund zu verbringen – und zwar jedes Mal.

Baderegel #1: Darf ich meinen Hund überhaupt mitnehmen?

Nicht überall, wo Menschen baden dürfen, sind auch Hunde gern gesehene Badegäste. Besonders in offiziellen Frei- und Strandbädern sind Hunde meist vollkommen verboten. Oder sie dürfen ihrer Familie zwar auf der Liegewiese Gesellschaft leisten, aber selbst nicht ins Wasser.

Auch an vielen Seen, Flüssen oder Naturbädern gibt es Hinweisschilder, die ausdrücklich verbieten, dass Hunde ins Wasser dürfen. Bitte haltet euch sich unbedingt an diese Verbote! Schlimmstenfalls ist die Wasserqualität nicht gut genug, gesundheitsgefährdende Faktoren wie Blaualgen kontaminieren das Wasser oder es handelt sich bei dem Gewässer um ein spezielles Naturschutzgebiet oder Trinkwasserreservoir. Auch, wenn es ärgerlich ist – Verbote haben meist einen guten Grund.

Wenn man für einen Badetag zu einem neuen Ort aufbricht, ist es unbedingt empfehlenswert, VORHER zu recherchieren, ob und wie die Anwesenheit von Hunde im Liege- und Badebereich geregelt ist.

Auf der Suche nach einem Badeplatz für Hunde? Wir haben für euch eine umfassende Liste aller hundefreundlichen Schwimmplätze und Hundestrände für jedes Bundesland von Deutschland und Österreich erstellt. Hier wird sicher jeder fündig!

Hundefreundliche Badeplätze in Deutschland / Finde deinen Platz zum Baden mit Hund! / Hund schwimmt im Wasser, darüber transparent die Deutschland-Karte in den Farben der Flagge.
Liste Badeplätze in Deutschland
Baden mit Hund in Österreich an den besten Badeseen und Badeplätzen gibts auf www.dieHundezeitung.com
Liste Badeplätze in Österreich

Baderegel #2: Muss mein Hund an die Leine?

Hat man herausgefunden, ob Hunde vor Ort erlaubt sind, folgt gleich die nächste Frage: Muss der Hund an der Leine bleiben oder darf er frei laufen? Hier gibt es leider keine Pauschalantwort. Grundsätzlich muss man jedoch damit rechnen, dass der Hund an der Leine bleiben muss, wenn sich viele Menschen oder gar Kinder auf engem Raum tummeln. Besonders offizielle Bäder haben hier sehr spezielle Regeln, wo und sogar an welcher Leine Hunde mitgeführt werden dürfen. Manche Bäder erlauben längere Flexi- oder Schleppleinen, andere bestehen auf eine gewisse Leinenlänge, z. B. von zwei Metern. 

Bitte haltet euch unbedingt an eine ausdrückliche Leinenpflicht – selbst dann, wenn eure Hunde sehr folgsam abrufbar sind und auch ohne Leine keine anderen Badegäste belästigen. Die Hundeleine dient der Sicherheit aller Beteiligten und ist kein (!) Zeugnis, dass euer Hund vielleicht ungezogen ist. Viele Menschen haben Angst vor Hunden oder haben konkret schlechte Erfahrungen mit (Beinahe-)Bissen gemacht. Sie kennen euch und eure Hunde nicht und können nicht einschätzen, wie eure Fellnasen auf schreiende Kinder oder einen fliegenden Wasserball reagieren. Auch diese Menschen sollen einen angenehmen Badetag genießen dürfen und keine Angst um sich selbst oder ihre Kinder haben müssen. Ein Hund an der Leine beruhigt alle Parteien und sorgt somit dafür, dass kein unnötiges Konfliktpotential, sondern ein harmonisches Miteinander entsteht.

Wenn Hunde schwimmen_ Worauf man achten muss
Mit Rücksichtnahme aufeinander steht dem entspannten Badetag nichts im Weg! / Foto: pixabay.

Baderegel #3: Auf Natur und Menschen Rücksicht nehmen

Egal, ob ihr einen einsamen Waldsee oder ein hundefreundliches Strandbad mit eurem Hund aufsucht – bitte nehmt Rücksicht auf andere Menschen, Hunde und die Natur. Für die meisten Hunde ist ein erfrischendes Bad sehr aufregend und lustig. Zoomies und überschäumende Begeisterung kann da auch schon mal den besterzogensten Hund packen! Und selbst, wenn offiziell keine Leinenpflicht herrscht, bedeutet das nicht, dass Hunde auf andere Menschen zurennen oder an diesen hochspringen sollen. Auch Müll, Hinterlassenschaften und Spielzeuge sollte man selbstverständlich beseitigen oder wieder mit nach Hause nehmen. Besonders Kot sollte man nicht am oder in der Nähe des Ufers liegenlassen! Er verschmutzt das Wasser und kann Krankheiten auf andere Tiere oder (in weiterer Folge) sogar Menschen übertragen.

An natürlichen Seen, Flüssen und Bächen sollte man die Hunde eher an steinigen oder Sandabschnitten ins Wasser lassen. Denn viele Vogel- und Wildtierarten nutzen Schilf oder Seegrasabschnitte zum Verstecken und Brüten. Generell sollte man in Naturschutzgebieten bitte gesonderteVerbote während der Brut- und Setzzeiten (meist Anfang März bis Mitte Juni) beachten. In dieser Zeit ziehen Wildtiere ihren Nachwuchs auf und fühlen sich durch die ständige Anwesenheit des „Raubtiers“ Hund extrem bedroht. Es kann sogar zu einer Unterbrechung dieser wichtigen Phase kommen, wenn die Tiere das Gefühl haben, das ständig Gefahr droht.

Zudem dürfen Hunde auf keinen Fall Wildtiere beschnuppern oder gar jagen! Hatz oder Wildriss ist ein Verbrechen, das schwere Strafen nach sich ziehen kann. In vielen Bundesländern dürfen Jäger sogar Hunde tödlich treffen, wenn diese ein Wildtier hetzen. Für uns Menschen ist eine tierische Begegnung meist spannend oder süß, wenn diese „friedlich“ verläuft. Doch für das Wildtier ist eine Hundebegegnung mit Stress und Angst verbunden und kann dafür sorgen, dass sie wichtige Trinkwasserquellen nicht mehr aufsuchen wollen. Gerade im Sommer kann das fatal für die Tiere sein! Wehrhafte Tiere wie Füchse oder Seelöwen könnten Hunde zur Verteidigung auch angreifen und verletzten. Bleibt daher mit euren Fellnasen besser stets in respektvollem Abstand.

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) gehört zu den sogenannten Canidae und ist der in Europa am häufigsten vorkommende Wildhund. / Foto: Pixabay
Diese Begegnung zwischen Hund und einer jungen Robbe kann schnell gefährlich werden - daher den Hund lieber auf Abstand halten. / Foto:

Baderegel #4: alles Wichtige einpacken

Gut gepackt ist halb gewonnen! Besonders, wenn der Ausflug länger dauert und es weiter weg gehen soll, sollte man alles Notwendige dabeihaben. Auf unserer praktischen Packliste findet ihr alle Dinge für einen erfolgreichen Badetag mit Fellnase.

Baden mit Hund in Österreich, Deutschland und der Schweiz / die besten hundefreundlichen Badeseen & Badeplätze fürs Schwimmen mit Hund

Baderegel #5: Hitze nicht unterschätzen

Hunde sind anatomisch leider nicht gut für heiße Temperaturen ausgestattet. Während wir Menschen uns über zahlreiche Schweißdrüsen an unserem Körper effektiv abkühlen, haben Hunde nur einige wenige Schweißdrüsen, u.a. an den Pfoten. Sie kühlen sich hauptsächlich durch Hecheln ab. Dabei stoßen sie warme Atemluft aus und saugen kühlere Außenluft in ihren Körper. Problem: Wenn auch die Außenluft sehr heiß ist, kühlen Hunde nicht (genug) herunter.

Besonders, wenn Hunde viel laufen und spielen, produziert die Muskulatur zusätzliche Wärme, und ein Hitzschlag kann stattfinden. Dieser kann möglicherweise sogar zum Tod führen, unbehandelt auch noch 48 Stunden nach dem eigentlichen Hitzschlag, wenn man den Hund schon über den Berg glaubt. Daher solltet ihr dafür sorgen, dass eure Hunde auch beim Schwimmen und Tollen im Wasser immer wieder Pausen einlegen. Das nasse Fell und kühle Wasser hilft zwar dabei, die Körpertemperatur zu regulieren. Aber trotzdem können auch nasse Hunde überhitzen!

Fazit

Es gibt einige Dinge zu bedenken, damit ein Badeausflug mit Hund für alle Parteien zu einem vollen Erfolg wird. Doch mit ein wenig Vorbereitung kann man die häufigsten Probleme und Ärgernisse leicht vermeiden und ganz stressfrei eine schöne Abkühlung mit Hund genießen! Wir hoffen, dass ihr euren Sommer mit euren Fellnasen voll auskosten könnt und wünschen euch einen wunderschönen Badetag!

Das könnte dich auch interessieren