Dienstag, September 27, 2022
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Saluki – eleganter Sprinter aus Persien

Der Saluki oder auch “persischer Windhund” ist eine elegante und blitzschnelle Windhunderasse aus dem fernen Orient, die bereits seit vielen tausend Jahren gezüchtet wird. Doch auch im Westen kann man den wunderschönen Hunden immer öfter begegnen.

Saluki (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 10: Windhunde.
Sektion 1 – langhaarige und befederte Windhunde.
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: mittlerer Osten

FCI-Standardnummer: 269
Widerristhöhe:
ca. 58 – 71 cm
(Hündinnen proportional kleiner)
Verwendung: Jagd- und Coursinghund

Geschichte und Herkunft

Der Ursprung des Saluki liegt wahrscheinlich im Orient. Dort förderten Ausgrabungen Wandmalereien zu Tage, die einen dem Saluki ähnlichen Hundetyp zeigen und wahrscheinlich um 6.000 bis 7.000 Jahre v. Chr. angefertigt wurden. Auch in ägyptischen Gräbern fanden Archäologen Darstellungen von Windhunden, daher ist es nicht auszuschließen, dass der Saluki aus dem ägyptischen Hunde-Urtyp Tesem hervorgegangen ist. Sicher weiß man, dass der Saluki bereits seit vielen Tausenden Jahren als Jagd- und Hetzhund für schnelle, agile Wildtiere im nahen Osten und möglichst nah am ursprünglichen Rassestandard gezüchtet wird. Sie begleiteten die Nomaden hauptsächlich auf der Jagd nach Gazellen oder Hasen und mussten diese schnellen Tiere daher verfolgen können.

Die Hunderasse wurde sogar noch vor den berühmten Rennpferden von arabischen Beduinen gehalten und gefördert. Daher hat die Rasse in der weiträumigen arabischen Kultur auch heute noch eine ganz besondere Stellung. Die Hunde und deren Welpen konnte man aufgrund dieses Sonderstatus nicht wie einfaches Vieh verkaufen oder erwerben. Stolze Besitzer verliehen sie nur als Ehrengaben an Einzelpersonen oder Volksstämme.

Ein cremefarbener Saluki steht im Schnee.
Salukis haben speziell in der arabischen Tradition einen besonderen Stellenwert. / Foto: Canva.

Aus diesem Grund kamen Salukis nur als Einzeltiere nach Europa, wo man sie mit anderen, lokalen Rassen kreuzte  – daraus entstanden je nach geografischem Raum und Klimazone unterschiedliche Variationen der Rasse. 1923 erfolgte der erste europäische Rassestandard in Großbritannien und erfasste all diese Typenvariationen. Heute teilt die FCI den Saluki in einen langhaarigen bzw. befederten und einen kurzhaarigen Typ ein.

Wesen und Charakter

Als ehemalige Jagd- und Hetzhunde haben sich Salukis viele jener Eigenschaften erhalten, die mit unabhängigen Arbeitshunden einhergehen, wie Zurückhaltung Fremden gegenüber, ein ausgeprägter Jagdtrieb und ein ausgeglichenes Temperament. Diese Hunde gelten trotz der hohen Geschwindigkeiten, die sie erreichen können (bis zu 69 km/h!) als stille Ruhepole, denen beinahe schon etwas Meditatives anhaftet. Auch ihr freundlicher Charakter macht sie zu tollen Begleithunden. Sie sind jedoch nicht als gehorsame Tiere bekannt und haben ihren eigenen Kopf, was die Erziehung und ein Spazierengehen ohne Leine schwierig gestalten kann.

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Als Gesellschaftstier bleibt der Saluki nur ungern allein zu Hause. / Foto: unsplash.

Über längere Zeiträume kann man sie nicht alleine lassen, da ihnen schnell langweilig wird und sie sich dann eventuell destruktiven Tätigkeiten zuwenden könnten. Eine sorgfältige Sozialisation ist wichtig, um ihnen die natürlich Scheu anderen Hunden und Menschen gegenüber zu nehmen, trotzdem sind sie gemeinhin menschenbezogen, freundlich und ihrer Familie gegenüber anhänglich. Salukis eignen sich gut für ein Leben in einer Wohnung, brauchen jedoch regelmäßigen Auslauf und eine Möglichkeit, ihrem Geschwindigkeitsrausch ausleben zu können. Die Hundesportart Coursing ist wie geschaffen für die begeisterten Sprinter.

Erscheinungsbild

In seiner äußeren Erscheinung drückt der Saluki seine Kraft, Schnelligkeit und Agilität durch seinen muskulösen, schlanken Körperbau und seine langen Glieder aus – dadurch wirkt der Hund oftmals länger, als er eigentlich ist. Auch der lange, schmale Kopf auf dem biegsamen Hals wirkt elegant und adelig, die Augen sind dunkel- bis haselnussbraun und strahlen Treue und Würde aus.

Ein cremefarbener Saluki läuft über eine Wiese.
Als echter Windhund liebt es der Saluki, zu laufen, zu laufen und zu laufen! / Foto: Canva.

Die langen Schlappohren sind mit langem, seidigem Fell bedeckt und werden dicht am Schädel getragen. Auch die Rute ist mit langem, seidigem Haar befedert und tief angesetzt. Ihre Bewegungen sind flüssig, geschmeidig und leichtfüßig, und als geborene Sprinter verfügen sie über einen guten Vortritt und kräftigen Schub.

Fell & Pflege

Das Haarkleid sowohl der Langhaar- als auch der Kurzhaarvariante ist glatt und von weicher, seidiger Struktur. Die Langhaarvariante verfügt zudem über eine Befederung an allen vier Läufen und an der Rückseite von Ober- und Unterschenkel. Auch die Kehle kann von längerem Fell bedeckt sein. Alle Fellfarben und deren Farbkombinationen dürfen vorkommen, allein Brindle (gestromtes Fell mit dunklen, vertikalen Streifen) ist unerwünscht. Am häufigsten kann der Saluki in den Fellfarben braun, rot, schwarz mit loh, rehfarben, sand, gescheckt und tricolor zur Verfügung stehen. Bei manchen Farbvariationen können dunkle Flecken und schwarze Ohrfransen vorkommen.

Wie alle Hunde mit längerem Fell müssen auch die Salukis mehrmals pro Woche sorgfältig gebürstet und gekämmt werden. Spezielles Augenmerk sollte dabei auf die Haarfransen an der Rute und den Ohren gelegt werden. Denn die langen Haarsträhnen können sich schnell verfilzen – besonders, da sich die aktiven Energiebündel gerne bewegen und auch am Boden wälzen.

Deswegen kann es oftmals vorkommen, dass man mit einem vollkommen verdreckten Saluki heimkommt. Ein Bad ist aber nicht unbedingt jedes Mal nötig, da bei zu häufigem Schamponieren die Haut austrocknen kann. Es reicht aus, die Hunde mit einem Handtuch abzureiben und den getrockneten Dreck mit einer Bürste aus dem Fell zu bürsten. Zudem ist es während des Fellwechsels im Frühling und Herbst besonders wichtig, täglich zur Bürste zu greifen.

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Das lange Fellkleid der Salukis braucht Pflege, um so seidig und glänzend zu bleiben. / Foto: pixabay.

Gesundheit

Allgemein gilt der Saluki als sehr gesunde Hunderasse, was wahrscheinlich an der Sorgfalt liegt, mit der man den ursprünglichen Rassetyp erhalten hat. Leider ist er jedoch anfällig für Leberkrebs und maligne Lymphome. Herzkrankheiten wie Kardiomyopathie und Herzgeräusche gehören ebenfalls zu den rassetypischen Krankheiten. Auch Hautprobleme wie Ekzeme oder Haarausfall können etwa in einem von zehn Rassevertretern auftreten. Ihre geschätzte Lebensspanne beträgt 12 bis 14 Jahre.

Wusstest du, dass der Saluki...

… im mittleren Osten als Geschenk Allahs angesehen wurde?

Dass des Menschen bester Freund vielen wie ein großzügiges Geschenk Gottes vorkommt, ist von jedem Hundefreund gut nachvollziehbar. Auch in seinem Urpsungsland wurde der Saluki als “el hor” – als “Adeliger” – bezeichnet und als eine Gabe des Himmels angesehen. Die mit Bedacht und Leidenschaft gezüchteten Jagdhunde hatten einen ähnlichen Stellenwert in der arabischen Kultur wie deren berühmte Rennpferde. Sie durften nicht gegen Geld den Besitzer wechseln, sondern wurden als Ehrengaben weitergeschenkt.

Zwei Salukis gehen über eine Wiese.
Salukis sind soziale Tiere, die sich in gesellschaft von Zwei- oder Vierbeinern am wohlsten fühlen. / Foto: Canva.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Zu Besuch bei der Saluki-Zucht Moniet el Nefous in der Südweststeiermark! (Video)

Mitglieder der Redaktion durften einen ganzen Tag mit diesen süßen Fellnasen verbringen! Es wurde gespielt und ausreichend geknuddelt!

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