Donnerstag, Oktober 6, 2022
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Puli (Hunderasse) – ungarischer Zottelkopf

Beim Puli handelt es sich um eine ungarische Treibhunderasse, die besonders an ihrem zotteligen Fell leicht zu erkennen sind. Diese arbeitsfreudigen Hunde sind nur für sehr aktive Familien gute Begleiter, denn sie brauchen jede Menge Bewegung und auch geistige Auslastung, um glücklich und zufrieden zu sein.

Puli (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde.
Sektion 1 – Schäferhunde.
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Ungarn

FCI-Standardnummer: 55
Widerristhöhe:
Rüden – 39 bis 45 cm
Hündinnen – 36 bis 42 cm
Verwendung:
Treibhund

Geschichte und Herkunft

Der Puli gehört zu den ältesten Hunderassen und stammt wahrscheinlich von einem Urtyp aus dem asiatischen Raum ab. Denn bei archäologischen Ausgrabungen wurden alte Amulette gefunden, die dem Puli ähnliche Hunde abbilden und vor mehr als 4000 Jahren im damaligen Mesopotamien hergestellt wurden. Es ist möglich, dass es sich dabei um gemeinsame Urahnen des Puli und des Tibet-Terriers handelt. Später sollen diese Hunde nach Europa gekommen sein und fanden besonders bei den Magyaren große Wertschätzung. Diese Vorfahren der heutigen Ungarn züchteten und verwendeten den Puli seit mehr als tausend Jahren als Treibhunde für Viehherden im Karpatenbecken.

Leider erlebte diese Hundezucht immer wieder Einbrüche durch historische Ereignisse, u.a. durch die Eroberung Ungarns durch die Habsburger. Diese ließen die Zucht ungarischer Hunderassen gesetzlich verbieten, um die eigene Kultur in eroberten Gebieten zu fördern. Erst nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich 1867 war die offizielle Zucht des Puli wieder legal. Auch heute noch erinnert der ungarische Ausspruch “ez nem kutya, hanem puli” (zu Dt. “Das ist kein Hund, das ist ein Puli”) an den besonderen kulturellen Stellenwert, den der Puli in seinem Heimatland genießt.

1915 strebte der ungarische Kynologe Emil Raitsits eine offizielle Anerkennung des Puli durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI) an. Diese erfolgte 1924 unter der Standardnummer 55. Bis 1989 wurde diese Hunderasse in Deutschland vom “Klub für Ungarische Hirtenhunde” betreut, seitdem gibt es auch einen spezialisierten Zuchtverein, den “Deutschen Puli Klub”.

Ein grauer Puli steht auf einer Wiese.
Der Puli scheint nur aus Rastazöpfen zu bestehen. Dabei ist er ein eifriger, aufmerksamer Arbeitshund. / Foto: Canva.

Wesen und Charakter

Als Treibhund hat der Puli einen ausgeprägten Bewegungsdrang sowie einen Hang zur Wachsamkeit und zum Misstrauen Fremden gegenüber. Er verteidigt seine Herde und sein Territorium mit bewundernswertem Mut und lautem Bellen. Für kleine Stadtwohnungen ist diese aktive und wachsame Fellnase also definitiv die falsche Wahl. Sein Triebverhalten (Bellen, Fersenbeißen und Zusammenhalten der Herde) kann sich auch bei Menschen und anderen Tieren zeigen, wenn man ihm zum Ausgleich keine Alternative anbietet. Hundesport und Training sind eine tolle Möglichkeit, diese schlauen und agilen Hunde angemessen auszulasten.

In der Gesellschaft ist der Puli dennoch ein umgänglicher, aufmerksamer und sehr kinderlieber Hund. Er lernt sehr schnell neue Tricks und Kommandos und hat Freude daran, seine Fähigkeiten auch zur Schau zu stellen. Puli-Halter müssen sich daher unbedingt tagtäglich mit ihren Hunden beschäftigen und deren wachen Intellekt fordern und fördern.

Erscheinungsbild

Der Puli gehört mit seinen 13 bis 15 kg für Rüden und 10 bis 13 kg für Hündinnen zu den mittelgroßen Hunderassen. Er verfügt über einen festen, quadratischen Körperbau und gut ausgeprägter Muskulatur. Dabei wirkt er jedoch fein und hager statt massig – denn als Treibhund muss er flink auf den Pfoten sein. Der runde Kopf verfügt über V-förmige Schlappohren und leicht schräge Augen von dunkelbrauner Farbe. Die dicht behaarte Rute ist über der Kruppe flach eingerollt.

Ein schwarzer Puli läuft am Strand.
Bewegung ist für aktive Hunderassen wie dem Puli ein Um und Auf, um glücklich und zufrieden zu sein. / Foto: Canva.

Fell und Pflege

Besonders markant für den Puli ist das üppige Haarkleid. Diese Hunde sind am ganzen Körper mit dichtem Fell bedeckt, welches zur Bildung von Zotten oder Schnüren neigt. Zugelassene Fellfarben umfassen schwarz, falbfarben, grau in jeder Schattierung sowie perlweiß.

Die Fellpflege des Zottelkopfes ist sehr aufwendig und erfordert viel Fachwissen. Nach dem Verlust des Welpenfells wird die Dicke der Schnüre per Hand festgelegt. Damit sich das dichte Fell auch später nicht zu einer einzigen Masse verfilzt, muss das Fell regelmäßig per Hand gezottet werden. Das bedeutet, dass die Zotten bis zur Haut hinunter auseinandergezogen werden. Es handelt sich um eine spezielle Technik, die man sich am besten von einem erfahrenen Puli-Halter, Züchter oder Hundefrisör zeigen lässt. Dank dieser Frisur verliert der Puli aber kaum einzelne Haare, sondern nur selten eine ganze Zotte, die man einfach entsorgen kann. Weil das dichte Fell außerdem beim Baden oder Schwimmen sehr schwer ist und lange trocknen muss, scheuen viele Pulis das Wasser. Regelmäßige Bäder sind nicht notwendig – außer, die naturliebenden Hunde wälzen sich in einer Schlammpfütze.

Manche Puli-Halter scheren ihre Hunde auch oder bürsten die Zotten aus – dies ist im Rassestandard jedoch unerwünscht. Am besten entscheidet man sich bei der Wahl der Puli-Frisur für ein Fellkleid, welches für den Hund, Halter und dem gemeinsamen Alltag am angenehmsten ist.

Gesundheit

Als Arbeitshunderasse erfreut sich der Puli sehr guter Gesundheit, rassetypische Krankheiten sind nicht bekannt. Auch die seriöse Zucht dieser Rasse wird mit Umsicht und Fokus auf den Erhalt der guten Konstitution dieser Rasse betrieben. Im Durchschnitt wird diese Rasse daher 12 bis 16 Jahre alt. Wegen ihres dichten Fells sind sie speziell im Sommer anfällig für Hitzschlag und bevorzugen es daher, in den heißen Monaten tagsüber zu ruhen. Spaziergänge und Sporteinheiten sollte man daher eher in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden einplanen.

Wusstest du, dass der Puli...

… eine eigene Pluralform hat?

Ein einzelner Puli ist ein Puli, doch mehrere Hunde dieser Rasse werden offiziell Pulik genannt. Besonders unter Fans der Hunderasse sieht man es gerne, wenn man diese besondere Mehrzahlform anwendet.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Puli Easy beim Schafehüten  (Video)

Das schlechte Wetter hält diesen Puli namens Easy nicht davon ab, seiner liebsten Tätigkeit nachzugehen: dem Schafehüten. Wer diesen talentierten Treibhund aus Ungarn in Aktion erleben will, sollte sich dieses Video nicht entgehen lassen!

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