Pekinese (Hunderasse) – der kleine Löwe

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Der Pekingese kommt in vielen unterschiedlichen Farben vor. / Foto: pixabay.

Die wuscheligen Pekinesen (auch: Pekingesen) erinnern mit ihrer üppigen Mähne und dem oftmals sandfarbenem Fell an kleine Löwen, und mit ihrem Mut und ihrer Loyalität stehen sie den Großkatzen um nichts nach. Der ehemalige chinesische Palasthund hat auch in Europa zahllose Fans – aber auch Kritiker.

Pekinese / Pekingese (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde.
Sektion 8 – japanische Spaniel und Pekinesen.
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: China

FCI-Standardnummer: 207
Widerristhöhe: nicht festgelegt
Gewicht:
Rüden: nicht über 5 kg
Hündinnen: nicht über 5,4 kg
Verwendung: Gesellschaftshund

Geschichte und Herkunft

Der Pekinese ist eine sehr alte chinesische Hunderasse, deren Zucht und Haltung der kaiserlichen Familie vorbehalten war – daraus leitete sich auch der (heute wenig gebräuchliche) Zweitname der Rasse ab, Peking-Palasthund. Ähnlich wie der Lhasa Apso und der Shih Tzu wurde auch der Pekinese aufgrund seiner auffälligen Mähne und seines meist hellen Fells als „Löwenhund“ bezeichnet. Darstellungen der Rasse durch Jade- und Porzellanfiguren zeugen von der immensen Wertschätzung, die man den kleinen Hunden besonders in der Qing-Dynastie (1644-1912) entgegenbrachte, wo man sie als Gesellschafts- und Wachhunde einsetzte. Für Europäer waren die Pekinesen jedoch lange tabu – die politischen Beziehungen nach Asien waren jeher sehr angespannt, und aufgrund des Sonderstatus als Palasthunde war es verboten, sie einfach zu verkaufen.

Erst im 19. Jahrhundert gelangten die ersten Pekinesen nach Europa, nachdem die Engländer 1860 im Zuge des Zweiten Opiumkriegs Peking erobert hatten und fünf der kostbaren Hunde als Kriegsbeute aus dem Palast verschleppten. Zwei Paare bildeten die Stammlinie der europäischen Pekinesen, den verbliebenen Hund erhielt Königin Victoria zum Geschenk. Sie nannte ihn „Looty“ („loot“ bedeutet „Kriegsbeute“). 1864 erschienen die ersten Pekinesen bei Hundeausstellungen, wo sie großes Aufsehen erregten, 1898 wurde die Rasse vom britischen Kennel Club anerkannt. Dank ihrer Intelligenz, ihres gutmütigen Wesens und ihres auffälligen Äußeren waren sie bei Hundeausstellungen sehr gern gesehene Gäste, die üblicherweise auch Preise einheimsen. Heute wird dieser Fokus auf gute Ausstellungsergebnisse jedoch von vielen Tierschutzaktivisten kritisiert, da es die ZüchterInnen für extrem ausgeprägte Körpermerkmale belohnt, die oftmals auf Kosten der körperlichen Gesundheit der Hunde geht. Moderne Zuchtstandards (beispielsweise der 2009/2010 abgeänderte Standard der FCI) beurteilen solche extremen Körpermerkmale wie zu schmale Nasenöffnungen, zu große Augen, übermäßiger Fellwuchs, eingeschränkte Beweglichkeit oder übertriebene Nasenfalten als schwere Fehler, und glücklicherweise sehen viele ZüchterInnen es als das höchste Ziel, gesunden und rundum glücklichen Pekinesennachwuchs zu garantieren.

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Wie einige andere Hunderassen aus China war die Zucht und Haltung der Pekingesen der kaiserlichen Familie vorbehalten. / Foto: pexels.

Wesen und Charakter

Pekinesen sind von Natur aus sehr umgängliche, würdevolle und menschenbezogene Hunde, die von ihrer ehemaligen Funktion als Wächter noch ihren Mut und ihre Loyalität sowie eine Tendenz zur Ankündigung von Besuch beibehalten haben. Kindern gegenüber sind sie sehr freundlich, solange das Spiel nicht zu wild wird – denn die royalen Gesellschaftshunde sind an eine zuvorkommende und respektvolle Behandlung gewöhnt. Aufgrund ihrer hohen Intelligenz ist es sehr wichtig, Pekinesen in die Hundeschule zu bringen und sie regelmäßig geistig zu fördern, ansonsten können sie starrsinnig werden, wenn sie denken, es besser als ihre Menschen zu wissen. Sie brauchen dafür nicht allzu viel körperliche Betätigung und sind daher ideale Haustiere für Senioren oder mobilitätseingeschränkte Menschen, die einfach nur ihre angenehme Gesellschaft genießen wollen – ein täglicher Spaziergang genügt ihnen meist.

Erscheinungsbild

Der Pekingese ist ein kleiner, kompakt gebauter Hund, der mit seinem schweren Knochenbau und dem stämmigen Körper mehr Gewicht auf die Waage bringt, als man ihm bei seiner Größe zugestehen möchte – daher sind die Hunde oftmals schwerer als erwartet, wenn man sie aufhebt. Ihr Kopf mit der kurzen Schnauze und der Nasenfalte ist verhätnismäßig groß, die Nase, Lefzen und Lidränder müssen schwarz pigmentiert sein. Atembeschwerden aufgrund von verengten Nasenlöchern oder übermäßigem Faltenwurf gelten als schwere Zuchtfehler und werden streng bestraft, genauso wie sichtbare Zähne und Zunge. Die dunklen Augen sollen klar und rund, dürfen aber nicht zu groß sein. Der Pekinese hat einen typischen rollenden Gang, der jedoch nicht durch Lockerheit von Schultern oder Ellenbogen zustande kommen darf, sondern von gesunden Hunden in moderatem Ausmaß gezeigt werden soll.

Das Haarkleid des Pekinesen darf nur mäßig lang und gerade sein und den Hund nicht in seinen Bewegungen behindern. Die rassentypische Mähne darf sich um den Hals legen, aber nicht bis zu den Schultern reichen. Das derbe Oberhaar wird von dicker Unterwolle ergänzt, was bei hohen Temperaturen zu Kreislaufproblemen führen kann. (Ein sommerlicher Kurzhaarschnitt kann da Abhilfe schaffen!) Der Pekinese ist das kühle Klima der chinesischen Hauptstadt Peking gewöhnt und fühlt sich in kälteren Jahreszeiten pudelwohl. Die Ohren, die Rückseite der Läufe, die Rute und die Zehen sind reich befedert und tragen weiter zum wuscheligen Aussehen des Hundes bei. Alle Farben und Fellezichnungen (mit Ausnahme von Albino oder Leberfarbe) sind zulässig. Das Fell selbst benötigt intensive und regelmäßige Pflege, sonst kann es schnell zu Verfilzungen kommen.

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So mancher Pekinese hat heute noch unter der Showzüchtung zu leiden, aber immer mehr ZüchterInnen bemühen sich um gesunden Nachwuchs. / Foto: pixabay.

Gesundheit

Pekinesen gehören aufgrund ihrer kurzen Schnauzen zu den brachycephalen Rassen, die aufgrund ihrer Schädel- bzw. Nasenform zu Atemnot neigen können, außerdem leiden sie leider oft an zu großen Augen, eingeschränkter Bewegungsfähigkeit aufgrund von Lockerheit der Schultern und Ellenbogen sowie übermäßigen Fellwuchses und ausgeprägten Nasenfalten. Diese Schäden sind ihrer Vergangenheit als beliebte Showhunde geschuldet, doch seit 1999 ist in Deutschland sogenannte „Qualzucht“ verboten, also „Zucht, die absehbar zu Individuen mit Schäden führt“ (Wikipedia). 2009 bzw. 2010 wurde der Pekinesen-Rassestandard der FCI abgeändert, um die Gesundheit der kommenden Welpengenerationen zu fördern und extreme Körpereigenschaften als fehlerhaft zu verurteilen und streng zu bestrafen. Unseriöse Vermehrer, die ihre Welpen auf Internetplattformen zu günstigen Preisen anbieten, achten jedoch nicht auf die Ausmerzung dieser Eigenschaften.

Wusstest du, dass der Pekinese...

… im antiken China manchmal ein buchstäbliches „Ass im Ärmel“ war?

Als treue und aufmerksame Hunde dürfen die kompakten Pekingesen keinesfalls unterschätzt werden. Auch im antiken China wurden die kleinsten und mutigsten Tiere in den weiten Ärmeln der pompösen Adeligenroben versteckt und taten von dort aus ihre Pflicht als Leibwächter, indem sie Fremde ankündigten und ein Anschleichen unmöglich machten.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Ein Pekinese im Hundesalon (Video)

Pekinesen lieben kaltes Wetter und Schnee – mit ihrem flauschigen Fell sind sie perfekt an kühlere Temperaturen angepasst, haben in dem Sommermonaten aber oftmals Probleme mit der übermäßigen Hitze. Deswegen gibt es für diesen Pekinesen einen hübschen Kurzhaarschnitt!

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