Mindestalter fürs Gassigehen: Wer haftet für Kinder?

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Ein Mindestalter fürs Gassigehen gibt es bei Kindern nicht. Verantwortungsvolle Hundehalter richten sich am besten nach ihrem Hausverstand. / Foto: Pexels

Ein Vorfall, der für zwei Hunde einen schlimmen Ausgang nahm, gibt Anlass zur Diskussion: Wie alt muss man sein, um Hunde ausführen zu dürfen? Darf Kindern die Leine einfach so in die Hand gedrückt werden? Gibt es so etwas wie ein Mindestalter fürs Gassigehen?

Anfang 2018 kam es in Tönning, Deutschland, zu einem tragischen Unfall. Für zwei Rottweiler endete dieser tödlich: Der 15-jährige Sohn des Hundebesitzers führte die beiden Vierbeiner spazieren, als diese plötzlich ihn selbst und dann auch einen Radfahrer angefallen haben sollen. Nicht nur Eltern stellen sich nun die (rechtlichen) Fragen: Wer haftet in solch einem Fall? Gibt es gesetzlich ein Mindestalter fürs Gassigehen?

Bei besagter Hundeattacke griff die Polizei ein und schoss auf die zwei Rottweiler. Für einen der beiden war der Schuss tödlich, der andere Hund wurde verletzt und später dann von einem Jäger erschossen. Ein Vorfall mit tragischem Ausgang. Aber darf ein 15-Jähriger zwei Hunde dieser Größe überhaupt alleine ausführen?

Oder allgemeiner: Wie alt muss ein Kind oder ein Jugendlicher sein, um einen oder sogar mehrere Hunde alleine ausführen zu dürfen?

„Das hängt eigentlich immer vom Einzelfall ab“, sagt dazu Günther Kieberger, Rechtsanwalt des Österreichischen Hundehalterverbandes. „Das Kind beziehungsweise der oder die Jugendliche muss dafür geeignet sein.“ Es liegt also im eigenen Ermessen des oder der Erziehungsberechtigten, ob man den Nachwuchs bereits alleine mit dem vierbeinigen Familienmitglied losschicken darf.

Listenhunde nicht unter 16

Das Wiener Tierhaltegesetz etwa schreibt für die Haltung und Verwahrung der zwölf Hunderassen, die als sogenannte Listenhunde bezeichnet werden, eine Hundeführscheinprüfung vor. Zur Prüfung zugelassen ist man jedoch erst ab der Vollendung des 16. Lebensjahres. Und, wenn man „über die notwendige Verlässlichkeit“ verfügt.

Das heißt mit anderen Worten: Jugendliche unter 16 Jahren dürfen Listenhunde (Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Mastino Napoletano, Bullmastiff, Rottweiler, etc.) weder halten noch verwahren. Auch Spaziergänge sind damit tabu. Die Verantwortung  liegt (im Ernstfall) somit bei der Person mit der Aufsichtspflicht.