Weimaraner (Hunderasse) – vielseitiger Jagdgebrauchshund

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Der fotogene Weimaraner ist ein Jagdhund durch und durch. / Foto: pixabay.

Diese Hunderasse ist ein vielseitiger und talentierter Jagdgebrauchshund, der viel Bewegung braucht. Der Weimaraner ist ein zuverlässiger Vorsteher und passionierter Naturbursche.

Bekannt ist der Weimaraner für sein typisches, silber glänzendes Fell. Als aktive Sportskanone möchte er gefordert werden und sollte auch ausreichend Beschäftigung erfahren. Selten wird er ausschließlich als Begleit- oder Familienhund geführt, denn dies würde auch nicht seinem Gemüt und seinen sorgfältig gezüchteten Eigenschaften als Jagdhund entsprechen.

Weimaraner (Hunderasse) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 7: Vorstehhunde.
Sektion 1.1: Kontinentale Vorstehhunde, Typ „Braque“.
mit Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Deutschland
FCI-Standardnummer: 99

Widerristhöhe:
Rüden 59–70 cm
Hündinnen 57–65 cm
Gewicht:
Rüden 30–40 kg
Hündinnen 25–35 kg
Verwendung: Jagdgebrauchshund

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Der Weimaraner zählt zu den ältesten deutschen Vorstehhunderassen. / Foto: pixabay.

Geschichte und Herkunft

Um die Herkunft des Weimaraner ranken sich zahlreiche Geschichten. Als sehr wahrscheinlich gilt die Abstammung des Weimaraner von dem kontinentalen Brackentyp. Bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Rasse am Hof zu Weimar gehalten, worauf sich auch der Name bezieht. Damit zählt er zu den ältesten deutschen Vorstehhunden. Ab ca. 1890 bemühten sich Liebhaber des Weimaraner um eine Reinzucht dieser Hunde, und erste Zuchtbücher wurden initiiert. 1897 wurde der erste Zuchtverein gegründet, der sich allein dieser Rasse verschrieb: der „Verein zur Reinzucht des silbergrauen Weimaraner-Vorstehhundes„. Aufgrund seines hohen Status am Hof waren Hunde dieser Rasse damals ausschließlich für jagdbegeisterte Aristokraten bestimmt. Vor der Reinzucht hatten allerdings vor allem Berufsjäger und Förster in den Gebieten rund um Weimar und Thüringen diese Hunde gezüchtet und als Leithunde geführt.

Heute gehört der Weimaraner zu den beliebtesten Jagdhunderassen im deutschsprachigen Raum. Die Zucht und besonders die Verwaltung der Ahnentafeln wird von deutschen Zuchtvereinen unter der Schirmherrschaft des VDH (Verein für das deutsche Hundewesen) streng gereglt. Um zur Zucht zugelassen zu werden, müssen Rüden und Hündinnen zahlreiche gesundheitliche und athletische Auflagen erfüllen. Doch auch die HalterInnen müssen den hohen Ansprüchen der Züchter genügen. So gibt z.B. der „Weimaraner Club“ Welpen der Rasse nur an JägerInnen ab, die den Hund rassespezifisch auszulasten gedenken. Aufgrund dieser rigiden Auflagen hat sich im Laufe der Jahre eine zweite, weniger kontrollierte Zucht der Weimaraner als Begleit- und Familienhunde gebildet.

Wesen und Verhalten

Der Weimaraner ist auch heute noch  hauptsächlich als Jagdhund im Einsatz. Er ist ein zuverlässiger Vorsteher (Hindeuten auf den Aufenthaltsort der Beute durch eine bestimmte Körperpose) und wird oft für die Wasserarbeit eingesetzt. Er ist raubzeug- und wildscharf, jedoch niemals aggressiv. Besonders ausgeprägt sind Jagdinstinkt, sein Talent für Nasenarbeit und der starke Bewegungsdrang. Als Jäger ist er leichtführig, wesensfest, ausdauernd und wachsam. Idealerweise sollte er bei Rassekennern leben, die ihn seiner Veranlagung entsprechend auslasten können und nur nebenbei als Familienhund halten.

Er ist meist einer einzigen Bezugsperson besonders zugetan, die auch die konsequente und liebevolle Erziehung übernehmen muss. Gelassenheit und Autorität sind die wichtigsten Werkzeuge, um aus den aufgeweckten Welpen zuverlässige und reliable Partner zu machen. Auf keinen Fall sollte man sich von seinem fotogenen Aussehen und seinem silbergrauen Fell dazu verführen lassen, sich einen Weimaraner ins Haus zu holen, ohne sich vorher gründlich über die rassespezifischen Anforderungen und Bedürfnisse des Hundes zu informieren.

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Als Welpen haben Weimaraner himmelblaue Augen, später ändert sich diese Farbe zu hellem oder dunklem Bernstein. / Foto: Pixabay.

Erscheinungsbild

Beim Weimaraner handelt es sich um einen mittelgroßen bis großen Gebrauchshund mit formschönem und sehnigem Körperbau. Rüden und Hündinnen sollen deutlich voneinander zu unterscheiden sein. Die kräftige Muskulatur und das raumgreifende und fließende Gangwerk erzeugen einen allgemein athletischen Eindruck. Durch das Fellkleid unterscheidbar gibt es  zwei Varianten dieser Rasse: mit kurzem oder langem Haar. Das kurze Haarkleid ist kräftig, sehr dicht und glatt anliegend mit wenig oder keiner Unterwolle. Der Langhaar-Weimaraner hat 3-5 Zentimeter langes, weiches und entweder glattes oder leicht welliges Deckhaar mit oder ohne Unterwolle. Beide Felltypen sind relativ pflegeleicht und benötigen nur regelmäßiges Bürsten. Das typische Aussehen bekommt der Weimaraner durch seine silber-, reh- oder mausgraue Fellfarbe und die bernsteinfarbenen Augen, die im Welpenalter noch eine himmelblaue Farbe aufweisen.

Gesundheit

Für eine große Hunderasse wie den Weimaraner ist die erwartete Lebensspanne von 11 bis 14 Jahren sehr gut. Das liegt zum großen Teil auch an den strengen Zuchtauflagen, die den Fokus auf Gesundheit, sportliche Leistungsfähigkeit und Ausdauer setzen. Aufgrund seiner Körpergröße kann es in vereinzelten Fällen zu einer Entwicklung einer Hüftdysplasie (HD) kommen. Üblicherweise werden Hunde mit solchen Leiden jedoch von der Zucht ausgeschlossen, um künftige Generationen zu schützen. Ansonsten darf der durchschnittliche Weimaraner ein langes und vor allem sehr gesundes Leben erwarten.

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In der freien Natur halten sich die Weimaraner am liebsten auf - hier sind sie in ihrem Elemenet! / Foto: pixabay.

Wusstest du, dass der Weimaraner...

… besonders in den USA sehr beliebt ist?

Seit Präsident Dwight Eisenhower 1956 die Weimaraner-Hündin „Heidi“ ins Weiße Haus brachte, erfreut sich die Rasse in den Vereinigten Staaten großer Beliebtheit. Dort werden sie voller Bewunderung für ihre silbergraue Fellfarbe und die hellen Augen auch „Grey Ghosts“ (zu Dt. „graue Geister“) genannt. Sänger Frank Sinatra und Schauspielerin Grace Kelly waren ebenfalls stolze Besitzer dieser besonderen Hunderasse.

… in seinen ersten Lebenstagen richtig „wild“ unterwegs ist?

In den ersten Tagen nach der Geburt haben die Weimaraner-Welpen noch dunkle Tigerstreifen auf ihrer Haut. Diese verschwinden aber sehr bald wieder und sind im Lebensalter von einer Woche meist nicht mehr zu sehen.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Weimaraner-Welpen (Video)

Erleben Sie einen Wurf aufgeweckter Weimaraner-Welpen selbst – egal, ob beim Spielen oder bei einer leckeren Mahlzeit!

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