Epilepsie beim Hund – Symptome, Ursachen und Therapie

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Nach einem Anfall ist der Hund meist noch sehr benommen und erschöpft. / Foto: Unsplash

Epilepsie beim Hund zählt zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems und wird durch übermäßig elektrische Aktivität im Gehirn verursacht.

Die Epilepsie beim Hund basiert auf einem gestörten Verhältnis zwischen elektrischer Ladung und Entladung der Nervenzellen im Großhirn. Bei dieser Krankheit geben Neuronenverbände unkontrollierte Stromstöße ab und verursachen so unwillkürliche Bewegungsstörungen, die sogenannten „epileptischen Anfälle“. Die Dauer der Anfälle variiert – manchmal handelt es sich nur um wenige Sekunden, ein anderes Mal aber um mehrere Minuten. Rund 2 Prozent aller Hunde leiden an dieser Krankheit.

Symptome

Grob kann man die Epilepsie beim Hund in zwei Typen einteilen. Den ersten Typen stellt die partielle oder fokale Epilepsie dar. Hierbei sind nur wenige Areale des Hirns involviert, Auswirkungen äußern sich nur an wenigen Körperstellen. Solche epileptischen Anfälle geschehen oft vom Hundebesitzer unbemerkt, da diese beispielsweise nur zu einem Zucken der Lefzen oder der Gliedmaßen führen.

 

Demgegenüber äußern sich Anfälle einer generalisierten Epilepsie viel deutlicher, da hierbei beide Großhirnhälften beteiligt sind und somit Auswirkungen auf den gesamten Körper des Hundes haben. Die meisten Anfälle durchlaufen dabei folgende drei Stadien:

Stadium 1:

In der ersten Phase können bereits einige Veränderungen im Verhalten des Hundes auf einen beginnenden Anfall hindeuten. Dazu gehören beispielsweise ungewöhnliche Bewegungen wie unruhiges Umherlaufen oder häufiges Lippenlecken. Auch veränderte Körperfunktionen wie vermehrtes Urinieren, Erbrechen oder verstärkter Speichelfluss können Indizien sein für einen bald einsetzenden Anfall. In dieser Phase ist der Hund außerdem meist sehr unruhig. Er sucht nach Aufmerksamkeit, bellt vermehrt und jault. Das Gegenteil kann aber auch der Fall sein: Der Hund zieht sich zurück und versteckt sich.

Stadium 2:

Der eigentliche Anfall, den die meisten Menschen mit einer Epilepsie assoziieren, äußert sich zunächst in einer plötzlichen Versteifung der Skelettmuskulatur. Dabei fallen die Hunde (meist mit ausgestreckten Beinen) um und verlieren ihr Bewusstsein. Typisch sind auch unkontrollierte, krampfartige Bewegungen, die sich beispielsweise in „Paddelbewegungen“ der Beine äußern können. Auch ein vermehrter Speichelfluss und Winseln können einen solchen Anfall begleiten. Die Atmung des Hundes ist dabei meist sehr schnell und heftig. Üblicherweise dauern diese Anfälle meist nur wenige Minuten an und sind nicht lebensbedrohlich. Gefährlich wird es erst dann, wenn sie länger als zehn Minuten dauern oder wenn die Anfälle unmittelbar nacheinander geschehen, sodass dem Hund keine Zeit zum Erholen bleibt.

Stadium 3:

Nachdem der eigentliche Anfall vorüber ist, sind die Tiere meist sehr erschöpft und benommen. Die Nachwirkungen können für den Hund noch Stunden nach dem Anfall spürbar sein. In dieser Zeit sind auch häufig ein versteifter Gang, Desorientierung oder abnormalen Hunger oder Durst beobachtbar.

Ursache einer Epilepsie beim Hund

Die zugrundeliegenden Ursachen der Epilepsie beim Hund lassen sich wiederum in drei Typen unterteilen.

Unter der der ideopathischen Epilepsie versteht man eine epileptische Erkrankung, für die keine Ursache gefunden werden kann. Dies bedeutet: Der Hund ist – abgesehen von den Anfällen – gesund. Das Verhalten zwischen den Anfällen ist unauffällig, der Patient zeigt keinerlei klinische Symptome. Auch das Gehirn weist hierbei keine Veränderungen auf. Nach heutigem Stand der Wissenschaft ist diese Form der Epilepsie wohl genetisch bedingt.

Die symptomatische Epilepsie hingegen beruht auf einer Erkrankung des Gehirns. Hierbei könnten ein Hirntumor, ein Schädeltrauma, eine Hirnblutung oder eine Gehirnhautentzündung die wiederkehrenden Anfälle auslösen. Indiz für diese Form der Epilepsie sind neurologische Ausfälle auch zwischen den Anfällen.

Die letzte Gruppe, die metabolische Epilepsie, ist auf metabolische (organische) Erkrankungen zurückzuführen. In diesem Fall lösen beispielsweise eine gestörte Leberfunktion, Veränderung der Blutwerte oder Unterzuckerung die Anfälle aus.

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Diagnose

Lassen sich ein oder mehrere der oben beschriebenen Symptome beim Hund beobachten, ist es wichtig, umgehend einen Tierarzt aufzusuchen. Sehr hilfreich bei der Diagnose können Aufzeichnungen über die beobachteten Veränderungen sein. Es ist nämlich sehr unwahrscheinlich, dass der Hund während des Tierarztbesuches einen solchen Anfall erleidet. Eine Möglichkeit wäre z. B. die Anfälle in einem „Tagebuch“ zu protokollieren oder per Videoaufzeichnung festzuhalten. Wichtig für den Tierarzt ist vor allem Folgendes:

Wann (Datum/Uhrzeit) fand der Anfall statt? Wie lange dauert er? Welche Symptome traten während und nach dem Anfall auf?

Um symptomatische und metabolische Epilepsien auszuschließen wird der Tierarzt Verhalten, Bewusstsein im Raum, Gangbild oder neurologische Funktionen der Gliedmaßen einem eingehenden Test unterziehen. Auch weitere Untersuchungen wie beispielsweise eine Blutabnahme oder CT- bzw. MRT-Aufnahmen können Teil der Ursachenermittlung sein.

Therapie

Die Behandlung der Epilepsie hängt von der Ursache ab. Bei symptomatischen oder metabolischen Epilepsien richtet sich die Therapie nach der Krankheit – so können beispielsweise Entzündungen im Gehirn mit Antibiotika behandelt werden, oder Tumore mit Bestrahlung bzw. Chemotherapie. Unterzuckerungen oder schlechten Blutwerten kann mit den entsprechenden Medikamenten entgegengewirkt werden.

Da die idiomatische Epilepsie nicht heilbar ist, wird bei der Behandlung versucht, die Symptome im Rahmen einer medikamentösen Therapie abzuschwächen. Die entsprechenden Medikamente und wie diese dosiert werden ist von der Dauer, Häufigkeit und Intensität der Anfälle abhängig. Zusätzlich zu der Verabreichung der Medikamente sollte der Hundebesitzer die Anfälle weiterhin protokollieren. Bei optimaler medikamentöser Behandlung kann dem Hund ein weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglicht werden. Auch die Lebensdauer wird meist nicht beeinträchtigt – der Hund kann genauso alt werden wie seine Artgenossen.