Französische Bulldogge (Hunderasse) – Clown mit Charakter

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Die Französische Bulldogge ist zwar freundlich, manchmal aber auch sehr stur. Schon bei Französische Bulldogge Welpen bemerkt man das "Französische Bulldogge Temperament". / Foto: Pixabay

Die Französischen Bulldoggen sind tolle Familienhunde mit einer guten Portion eigenem Willen und Temperament. Hier erfährt ihr mehr über ihren Charakter und ihr Temperament, die Erziehung und Pflege und worauf beim Kauf eines „Frenchie“-Welpen zu achten ist.

Die Französische Bulldogge (franz.: Bouledogue Français) hat ein sehr fröhliches und auch unerschütterliches  Wesen und lässt sich bei dem berühmten „Französische Bulldogge-Temperament“ nicht so einfach aus der Ruhe bringen. Wenn man sich einen Welpen anschafft, ist immer darauf zu achten, dass man den richtigen Züchter wählt.

Französische Bulldogge (Hunderasse) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde
Sektion 11 Kleine doggenartige Hunde
Ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Frankreich

FCI-Standardnummer: 101
Widerristhöhe:
Rüde: 27 cm bis 35 cm
Hündin: 24 cm bis 32 cm
Verwendung: Gesellschafts-, Wach- und Begleithund

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Französische Bulldoggen gehören zu den beliebtesten Gesellschaftshunden. / Foto: pixabay

Herkunft und Geschichte

Die Französische Bulldogge wird von der „Englischen Bulldogge alten Typs“ hergeleitet, die früher vor allem für Hundekämpfen verwendet wurde. Nachdem Hundekämpfe erst 1835 verboten wurden, änderte sich auch das Zuchtziel für die nun arbeitslosen Kampfhunde. Statt rauflustigen Hunden waren nun kleinere, freundlichere Hunde gefragt. So enstand in der Zucht entstand der sogenannte Toy-Bulldog, der auch im Ausland Anhänger fand, besonders in Belgien und Frankreich. In Frankreich nutzten Jäger diesen neuen Typ auch als Jagdhund, indem sie ihn zusätzlich mit Terriern kreuzten. Auch in East London und in Nottingham nahmen sich die Weber und Spitzenklöppler der Zucht der kleinen Bulldoggen an, die 1836 erstmals auf einer Hundeausstellung vorgestellt wurden.

Als kurz vor der Jahrhundertwende in der französischen Normandie große Spitzenfabriken entstanden, wanderten die Londoner Klöppler nach Frankreich aus und ließen sich in der Gegend von Calais nieder. Dabei brachten sie die kleinen Bulldoggen mit und setzten deren ungeregelte Zucht in der neuen Heimat fort – teils aus Liebhaberei, teils zur Aufstockung ihres Einkommens. Weitere Einkreuzungen von Terriern und Möpsen sind nicht unwahrscheinlich. Fest steht jedoch nur, dass die heute so typischen Stehohren erst in Frankreich zum Rassemerkmal gezüchtet wurden. Etwa um 1900 kam die Hunderasse nach England zurück, stieß aber dort zuerst wegen der aufrechtstehenden Ohren auf den Spott der Bevölkerung.

Der erste Verein für die Zucht dieses damals noch „Terrier-Boules“ genannten Hundes wurde 1880 gegründet, 1885 das erste Zuchtbuch eröffnet und 1888 der erste Standard festgelegt. Allerdings war die Ohrenform noch nicht ganz einheitlich. Als Stammvater des heutigen Typs gilt der Rüde Loupi. Er wurde etwa 15 Jahre alt und erscheint in fast allen Stammbäumen.

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Wahrscheinlich ist die Französische Bulldogge ein bunter Mix aus Englischer Bulldogge, Terriern und dem Mops. / Foto: pixabay

Lange Zeit war die Französische Bulldogge eine Rasse der Unterschicht. Das änderte sich erst, als der englische König Eduard VII. einen weißen Hund mit „Fledermaußohren“, Knickrute und etwas krummen Vorderläufen erwarb. 1888 fand die französische Bulldogge auch ihren Weg in die USA und wurde dort schnell beliebt. Daraufhin wurde 1896 in New York der erste Club gegründet. Speziell Hunde mit Fledermausohren wurden in der ersten Zeit sehr hoch gehandelt; nach der Jahrhundertwende wurden für solche Exemplare bis zu 5000 US-Dollar berappt. Bald darauf flachte der Boom allerdings wieder ab. 1987 erfolgte die Anerkennung durch den FCI, und in den darauffolgenden Jahren entwickelte sich der kleine Hund zu einem absoluten Trendsetter. Heute gehören die Französischen Bulldoggen zu den beliebtesten Gesellschaftshunden.

Wesen und Charakter

Der Charakter der Französischen Bulldogge ist sehr mutig, aber nicht aggressiv. Wenn es darauf ankommt, verteidigt sie ihre Familie und beschützt sie vehement. Bisweilen gilt der „Frenchie“ oder „Bully“, wie die Rasse oftmals liebevoll genannt wird, auch als dickköpfig. In ihrer Erziehung muss man daher viel Geduld aufbringen und konsequent sein. Trotzdem engagiert sich der kleine Hund gerne als Alleinunterhalter und bringen ihre Bezugspersonen liebend gerne zum Lachen.

Das Französische Bulldoggen-Temperament setzt sich aus mehreren Eigenschaften zusammen: Intelligenz, Zärtlichkeit, Liebenswürdigkeit und ein große Vorliebe fürs Kuscheln. Mit ihrer charismatischen Art macht sie auch ohne großes Gebell auf sich aufmerksam. Viel Bewegung brauchen diese Hunde auch nicht, und aufgrund ihrer gedrungenen Körperproportionen können sie nicht gut schwimmen. Dieser gutherzige und unkomplizierte Charakter eignet sich hervorragend als Begleiter für Stadtbewohner und auch für ältere Personen.

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Die Französische Bulldogge gibt sich auch mit wenig Bewegung zufrieden. / Foto: pixabay

Erscheinungsbild

Die Französische Bulldogge ist muskulös, beweglich und drahtig, aber deutlich kleiner als ihr englisches Pendant. Ein besonderes Merkmal sind auch ihre Fledermausohren. Zudem zeichnen den rund 8 bis 14 Kilogramm schweren Hund eine kurze Rute, ein kurzer Fang und ein breiter, eckiger Kopf aus. Leider zählt die Französische Bulldogge zu den sogenannten brachycephalen Rassen (Brachycephalensyndrom = Behinderung der Atmung, vor allem durch die Kurzköpfigkeit) und ist – in individuell unterschiedlichem Maß – von damit verbundenen gesundheitlichen Problemen betroffen.

Nach dem FCI-Standard sind die Farben fauve (falbfarben), gestromt und gescheckt sowie weiß (gestromtes fauve mit überhandnehmender weißer Scheckung) zugelassen. Nur bei gestromten Bullys sind weiße Abzeichen erlaubt. Als „Fehlfarben“ gelten laut Zuchtverband „black and tan“, mausgrau und braun. Besonders bei Hunden mit blauem Fell kommt es immer wieder zu gesundheitlichen Problemen mit Haaren und Haut.

Achtung im Sommer: Denn der kleine Hund verträgt  hohe Temperaturen nicht besonders gut. Außerdem ist der „Bully“ kein guter Schwimmer – Schuld daran sind der schwere Kopf und die kurzen Beine, mit denen sie nur schwer paddeln können.

Und im Winter? Kleidung für die Französische Bulldogge ist auch in der kalten Jahreszeit angemessen.

Pflege und Fell

Die französischen Bulldoggen haben eine Tendenz zum Übergewicht und einen empfindlichen Magen, daher sollte man genau auf abgestimmte Futterportionen und regelmäßige Spaziergänge achten. Des Weiteren sollte das Futter einen möglichst hohen Fleischanteil haben und am besten glutenfrei sein, da Getreide die Verdauung reizen kann. Außerdem ist es wichtig, die Ernährung nicht zu oft umzustellen und bei einer Futtersorte zu bleiben, wenn der kleine Hund sie gut verträgt.

In seiner Pflege ist der Bully sehr unkompliziert: Das kurze Fell muss nur bei starker Verschmutzung mit einem milden Shampoo gewaschen werden. Auch zur Bürste muss man grundsätzlich nur selten greifen, doch  die liebevolle Pflege fördert die Bindung zwischen Hund und Mensch und erleichtert die Erziehung des Welpen. Allerdings müssen die Ohren regelmäßig gereinigt werden, und auch die Hautfalten im Gesicht und am Körper sollten hin und wieder mit einem feuchten Tuch gesäubert werden.

Süß & frech: Französische Bulldogge Welpen (Video):

Französische Bulldogge Welpen

Wenn man sich entschließt, einen Französische Bulldoggen-Welpen ins Haus zu holen, ist unbedingt darauf zu achten, dass man sich für den richtigen Züchter entscheidet, denn das Französische Bulldogge Temperament ist nicht für jedermann geeignet. In der seriösen Zucht wird heutzutage darauf geachtet, dass die Hunde keine Atembeschwerden aufweisen und in ihrer Bewegungsfähigkeit und Lebensqualität nicht eingeschränkt sind. Daher ist bei der Auswahl eines Züchters bzw. eines Französische-Bulldoggen-Welpen darauf zu achten, dass der kleine Hund sowie das Muttertier keine gereizten Augen aufweisen, kein Sektret aus Augen oder Schnauze austritt und sie sich ohne Humpeln und Schnaufen bewegen können.

Französische Bulldoggen mit anderen Farben sind von der FCI unerwünscht und von der Zucht ausgeschlossen. Dennoch können bei Würfen auch immer wieder Welpen mit unerlaubten Fellfarben auftauchen. Deshalb ist es wichtig, den Züchter zu fragen, ob die Sonderfarben gezielt gezüchtet wurden oder zufällig entstanden sind. Bei gezielter Sonderzucht ist darauf zu achten, wie weit die Abweichungen gehen. Rein weiß gezüchtete Französische Bulldoggen beispielsweise haben ein erhöhtes Risiko, an Schwerhörigkeit zu erkranken.

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Karin und ihre beiden Französischen Bulldoggen Rosi und Carlos. / Foto: privat

Interview mit Frenchie-Halterin Karin

Manchmal kommt es einfach anders, als man denkt. Auch bei Karin, die eigentlich immer ein Fan von großen Hunden war – bis mit dem kleinen Carlos  eine Französische Bulldogge bei ihr landete …

Wir haben Frauchen Karin ein paar Fragen zu ihren zwei Bullys gestellt, um auch eine ganz persönliche Sichtweise auf die Hunderasse zu bekommen.

1. Wie bist du auf diese Rasse gekommen?  

Ich habe den kleinen Carlos von meiner Tochter als „Scheidungskind“ mit etwa eineinhalb Jahren übernommen.

2. Warum wolltest du genau diese Rasse haben? 

Ich wollte gar keinen kleinen Hund, denn ich bin eigentlich Golden Retriever-Fan und hatte auch die letzten Jahre immer diese Rasse. Aber seit ich diesen kleinen Racker habe, kann ich mir keinen anderen Hund vorstellen.

3. Mit welchen rassetypischen Eigenheiten bist du konfrontiert bzw. warst du den Charakter eingestellt? 

Die Französische Bulldogge ist sehr intelligent, gelehrig, neugierig  und bellt so gut wie nie – außer beim Spielen. Da sind sie dann richtige Clowns und unterhalten einen sehr gut. Außerdem ist es der beste Bürohund überhaupt – deshalb haben wir vor kurzem einen zweiten dazugenommen und Rosi ist bei uns eingezogen.

Und was sind sie noch alles? Anhänglich, verschmust, Couchpotatoes, sehr sozial … Wenn ich hier weiter aufzähle, sitzen wir morgen noch da.

4. Würdest du diese Rasse wieder nehmen? 

Nur mehr diese Rasse! Es gibt aber natürlich schon etwas zu Bedenken: Da es sehr viele Züchter gibt, die unseriös mit dieser Rasse schnelles Geld machen wollen, muss man wirklich lange suchen, um einen halbwegs gesunden Hund zu bekommen. Die französische Bulldogge ist derzeit leider auch Modehund. Also entweder nimmt man auf gut Glück einen Bully aus einer Auffangstation. Da kann man Glück haben oder man investiert zumindest, anstatt in den Züchter, in die Gesundheit des Hundes. Diese Variante ist beispielsweise sehr gut und sozial.

Oder man macht es wie ich: Da ich leider schon einen sehr kranken Bully habe (teuer bei einem Züchter in Oberwart gekauft), habe ich mich, weil ich natürlich ein bisschen Angst hatte, wieder einen kranken Hund zu bekommen, lange nach einem seriösen Züchter umgesehen und hoffe, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Mein Tipp: Zum Züchter fahren und das Umfeld und die Elterntiere anschauen! Weil man muss den guten Züchtern eine Chance geben. Dann kann man auch persönlich die Hunde anschauen – ist ein Näschen vorhanden, sind Beine und Körperhaltung nicht zu gekrümmt etc. Diese Rasse wäre so robust, wenn man den „Diskontzüchtern“ mal ein Ende setzen würde.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Den richtigen Züchter wählen und dann erst eine Französische Bulldogge kaufen. / Foto: pixabay

Französische Bulldogge kaufen

Diese lebenslustigen Hunde sind, vor allem in den letzten Jahren, immer beliebter geworden. Deshalb finden sich enorm viele Angebote im Internet – aber die wenigsten davon stammen von seriösen Züchtern, die gesunde Hunde anbieten. Wenn man einen Hund kaufen will, sollte man sich genügend Zeit nehmen und lieber bereit sein, sich auf die Warteliste eines guten Züchters setzen zu lassen. Am besten sollte man nur bei eingetragenen Züchtern eine Französische Bulldogge kaufen, denn dort könnt ihr sicher sein, dass auf die Zuchtrichtlinien geachtet wird und ihr einen gesunden Französische Bulldogge-Welpen mit nach Hause nehmen werdet.

Prominente Frenchie-BesitzerInnen

Diese Rasse hat sich mit ihrer hingebungsvollen Art auch einen Stammplatz auf den Haushalten der Stars und Promis gesichert. Zu den wohl berühmtesten Frauchen und Herrchen gehör(t)en:

  • Leonardo DiCaprio
  • Dwayne Johnson
  • Lady Gaga
  • Hugh Jackman
  • Hilary Duff
  • Victoria Beckham
  • Ashley Olson
  • Rachel Bilson
  • Zach Braff
  • Reese Witherspoon
  • Denise Richards
  • Ashlee Simpson

Französische Bulldogge Buch: Die Redaktionsempfehlung fürs Frenchie-Training

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