Darf ich mit Hund auf den Kinderspielplatz?

by Verena Hauck
Zwei Hunde im Vordergrund vor einem Kinderspielplatz.

Hunde, die sich auf einem Kinderspielplatz tummeln

Für die einen ein idyllischer Anblick von harmonischen Miteinander, für die anderen ein Unglück in Verzug. Doch sind Hunde auf Kinderspielflächen überhaupt erlaubt? Und wenn ja, unter welchen Umständen? 

Gerade im Stadtgebiet kennt man das Problem: Es gibt immer weniger Grünflächen – und das bei stark ansteigendem Bedarf. Eltern von Kindern und Hunden gleichermaßen stöhnen bereits seit Jahren über dieselben Probleme. Es ist schwierig, ein schönes, bestenfalls auch eingezäuntes Stückchen Wiese in der Nähe des Wohnortes zu finden, wo Kind einfach nur Kind und Hund einfach nur Hund sein kann. Die Konkurrenz um diese Flächen ist groß – weswegen es immer wieder zu Vermischungen kommt. Immer wieder sieht man Hunde auf dem Kinderspielplatz und Kinder auf der Hundewiese. Das ist besonders dann oftmals gezwungenermaßen der Fall, wenn man über Kind UND Hund verfügt. Doch wo manche im Miteinander von Kind und Hund eine Chance auf friedliche Koexistenz sehen, sind andere jedoch (nicht zu Unrecht) nervös über das Gefahrenpotential. Aber ist es überhaupt erlaubt, den Hund mit auf den Kinderspielplatz zu nehmen? Hier fällt die Antwort je nach Bundesland anders aus. 

 

Uneinheitliche Gesetzeslage

Grundsätzlich gibt es keine eindeutige Gesetzeslage zum Hund auf dem Spielplatz – weder in Österreich noch in Deutschland. Vorschriften und dementsprechende Strafen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Manchmal haben auch Gemeinden oder gar einzelne Kinderspielplätze gesonderte Regeln. In der Regel sind Hunde auf dem Kinderspielplatz jedoch tabu. Beinahe jeder Kinderspielplatz verfügt über ein Hinweisschild, auf dem explizite Regeln niedergelegt sind – denn diese Orte gelten als spezielle Sicherheitszonen. Oftmals sind aus Rücksicht auf die Sicherheit der kleineren Kinder auch Fahrräder, Ballsport etc. verboten. Verfügt ein Spielplatz über keinen gesonderten Hinweis, ist dies jedoch nicht als Freibrief zu werten! Am besten erkundigt man sich bei der Gemeinde, ob ein Hundeverbot vorherrscht oder nicht. Und im Zweifelsfall sollte man dem Kinderspielplatz mit Hund besser fernbleiben, denn dafür gibt es viele gute Gründe.

 

Warum sollen Hunde dem Kinderspielplatz lieber fernbleiben?

Egal, ob es offiziell verboten oder erlaubt ist: Für Hunde ist der Kinderspielplatz tendenziell nicht der richtige Ort. Zum einen haben viele Kinder (verständlicherweise) Angst vor Hunden, auch vor kleinen oder sehr wohlerzogenen Tieren. Denn ein Kinderspielplatz sollte für jedes Kind eine sichere Zone zum Spielen, Ausleben und Toben sein – ganz ohne Kompromisse. 

Zum anderen halten sich Kinder sehr bodennahe auf und gerade sehr junge Kinder nehmen vieles in den Mund oder die Hände. Und selbst der gewissenhafteste Hundebesitzer kann Hinterlassenschaften nicht rückstandslos aufheben! Diese Kot- und Urinrückstände sind ein ernstzunehmendes Hygienerisiko für junge Kinder, die sich mit Krankheiten oder Parasiten anstecken können.

Und drittens sind Interaktionen zwischen Kind und Hund immer ein Risiko – egal, wie freundlich oder erfahren das Kind oder der Hund im Umgang mit der jeweils anderen Partei sind. Denn selbst sehr kinderfreundliche Hunde können in eine Situation geraten, die sie als gefährlich einstufen. Oder sie könnten von außerhalb des Kinderspielplatzes einen Stressreiz bekommen. Und Kinder tun sich besonders schwer damit, Aggression oder Angst bei Hunden zu erkennen. Schlimmstenfalls bleibt dieser plötzliche Stimmungswechsel von Eltern und Hundebesitzern unbemerkt – und schon ist ein großes Unglück passiert, ohne, dass weder Kind noch Hund wirklich Schuld daran haben.

 

Wenn es unbedingt sein muss – niemals ohne Leine!

Natürlich ist es gerade für Eltern schwierig, die auch Hundebesitzer sind: Sie können sich nicht zwischen Kinderspielplatz und Hundewiese zweiteilen. Wenn also der Hund unbedingt auf den Kinderspielplatz mitmuss, sollte er an der Leine bleiben. Zudem sollte man ihm einen Platz anbieten können, wo er sich auch vor spielenden Kindern zurückziehen und seine Ruhe genießen kann. Und die oberste Regel für Hunde auf dem Kinderspielplatz: Niemals unbeaufsichtigt lassen und unbedingt auf Anzeichen von Stress achten. Auch Hunde, die das wilde Treiben der spielenden Kinder kontinuierlich verbellen, sollte man schon aus Eigeninteresse fernhalten und lieber zu Hause lassen.

 

Fazit

Sind Hunde auf einem Kinderspielplatz ausdrücklich verboten, sollte man sich als Hundebesitzer unbedingt und jederzeit an diese Regel halten. Denn aus genannten Hygienegründen ist es auch dann nicht zulässig, einen Kinderspielplatz als Hundewiese zu missbrauchen, wenn dieser gerade nicht genutzt wird. Wer sich darüber ärgert, dass es in der Nähe keinen eingezäunten Platz für Hunde gibt, kann sich aktiv bei der Gemeinde oder dem zuständigen Amt dafür einsetzen. Da die Population der Hundebesitzer stets anwächst, sind derartige Forderungen vonseiten der Bevölkerung wichtig und werden jetzt ernster genommen denn je.

Sind Hunde auf dem Kinderspielplatz erlaubt, sind Vorsicht und Rücksicht das oberste Gebot. 

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