Barsoi (Hunderasse) – groß, schnell und elegant

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Der Barsoi gehört nicht nicht nur zu den größten, sondern auch zu den schnellsten Hunderassen. / Foto: pixabay.

Die russische Windhundrasse Barsoi ist ein richtiges Multitalent. Er ist nicht nur hochgewachsen, sondern auch richtig schnell! Außerdem widersteht er problemlos kalten Temperaturen und ist ein toller Begleithund.

Der russische Tausendsassa Barsoi (eigentlich Russkaya Psovaya Borzaya) ist unter vielen Namen bekannt: u.a. auch als Borzoi, russischer Windhund bzw. russischer Jagdhund oder als Barzaia. Der Name leitet sich von dem russischen Wort „борзый“ (borsy, zu dt. „schnell“) ab. Und der Name ist Programm!

Barsoi (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 10: Windhunde.
Sektion 1 – langhaarige oder befederte Windhunde
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Russland

FCI-Standardnummer: 193
Widerristhöhe:
Rüden: 75 – 85 cm
Hündinnen: 68 – 78 cm
Verwendung: Jagdwindhund, Renn- und Coursinghund

Geschichte und Herkunft

Diese langhaarige Windhunderasse hat ihren Urpsrung im russischen Mittelalter. In der Zeit um die Mongolenstürme im 15. Jahrhundert wurden in den weitläufigen Steppen Russlands zwei verschiedene Hundetypen zur Jagd genutzt: Einerseits setzten die Tartaren einen flinken Jagdwindhund aus dem arabischen Raum, den „Koutsi“, zur Jagd auf kleine, schnelle Beutetiere wie Hasen ein. Andererseits verließen sich die russischen Jäger auf größere, kräftigere Jagdhunde, um Großwild wie Elche oder Hirsche zu erlegen – die „Loshaya“. Aus Kreuzungen dieser beiden Hunderassen unterschiedlicher Verwendung entstand schließlich der Barsoi: ein schneller, aber hochgewachsener Jagdhund.

Im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts wurde der Barsoi weiter durch Einkreuzungen von polnischen Windhunden und dem „Klock“ (eine Windhunderasse aus Kurland) veredelt. So entstand der heute bekannte große, schlanke Windhund mit langem, feinem Fell. Er eignet sich ausgezeichnet zur kurzen Hatz auf Beutetiere in unwegsamen Gelände. Zu diesem Zweck besitzt er eine explosionsartige Beschleunigung, die Fähigkeit zur hartnäckigen Verfolgung sowie eine ordentliche Portion Mut. Aber auch zur Jagd auf längere Distanz in den weitläufigen Steppen hat er Talent.

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Als Hunde mit russischer Seele fühlen sich die Barsoi auch bei Schnee und Eis pudelwohl. / Foto: pixabay.

Diese vielseitigen Jagdhunde erlangten schnell auch über die Grenzen des russichen Zarenreiches hinaus große Beliebtheit. 1874 fand die erste offizielle Versammlung der Barsoi-Liebhaber statt. Ein erster Rassestandard erfolgte erst 1888 durch eine gewissen N.P.Jermolow der Moskauer Jagdgesellschaft. Dieser Standard ist (durch minimale Abänderungen im Laufe der Jahre) noch bis heute gültig. In der Neuzeit ist der Barsoi beinahe in allen Ecken der Welt anzutreffen. Sein souveräner Charakter und seine imposante Erscheinung haben zahllose Fans gewonnen.

Wesen und Charakter

Trotz seines ausgeglichenen Gemüts und der vornehmen Gelassenheit ist der Barsoi im Herzen ein passionierter Jäger geblieben. Er hat einen großen Bewegungsdrang und einen stark ausgeprägten Jagdtrieb. Daher kann er seine Manieren schnell vergessen, wenn er ein Kaninchen oder anderes „Beutetier“ (wie ein Fahrrad) erblickt. Aufgrund seiner Schnelligkeit und seiner rapiden Beschleunigung kann es daher schwierig sein, ihn in solchen Momenten an der Leine zu halten. Freilauf ist deswegen nicht besonders empfehlenswert.

Wird der Welpe sorgfältig sozialisiert, zeigt sich der ausgewachsene Barsoi als souveräner und anhänglicher Begleithund. Rüden können sich im Erwachsenenalter sehr selbstbewusst anderen Rüden gegenüber zeigen. Fremden Personen begegnen sie anfangs eher misstrauisch und zurückhaltend. Hat man ihr Vertrauen gewonnen, zeigen sie jedoch ihre liebevolle und freundliche Seite.

Aufgrund ihres hohen Bewegungsbedarfs sollte man regelmäßige ausgedehnte Spaziergänge einplanen. Auch für gewisse Hundesportarten wie Coursing zeigt der Barsoi viel Begeisterung und Talent.

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Der Barsoi liebt es, zu laufen! Weil er aber ein sehr selbstständiger und leidenschaftlicher Jäger ist, sollte man nur unter bestimmten Bedingungen die Leine abnehmen. / Foto: pixabay.

Erscheinungsbild

Der Barsoi ist in seinem Aussehen elegant, hochgewachsen und schlank, aber trotzdem kräftig. Insgesamt ist sein Körper eher länglich gebaut, sehr schmal und hochbeinig. Hündinnen dürfen kleiner als Rüden sein, sollten dafür aber länger sein. Der lange, schmale Kopf ist sotrocken, dass die Hauptadern durch die Haut scheinen. Der lange Fang mit enganliegenden Lefzen ist nahe dem schwarzen Nasenschwamm leicht gebogen. Die großen Augen müssen dunkelbraun ode braun sein, helle oder zweifarbige Augen sind nicht erwünscht. Die dünne, lange Rute in Säbel- oder Sichelform ist gut befedert.

Besonders charakteristisch für den Barsoi ist das ausgreifende, freie Gangwerk. Durch seinen schmalen, hochbeinigen Körperbau bewegt er sich im Alltag in einem federnden, leichten Trab. Bei der Jagd zeigt er einen schnellen Galopp mit hoher Beschleunigung und Ausdauer.

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Das lange, schöne Fellkleid des Barsoi braucht regelmäßige Pflege. / Foto: pixabay.

Fell und Pflege

Das Fellkleid des Barsoi ist lang, weich, seidig und bildet kleine Wellen oder Locken. Auf dem Kopf, an den Ohren und an der Innenseite der Läufe ist das Haar kurz und dicht anliegend. Auf dem Rücken und am Hals ist das Haar länger und häufig wellig, an der Außenseite der Schenkel und an den Flanken ist es kürzer und kann feinere Locken bilden. Zusätzlich ist der Barsoi am Hals, an der Unterseite von Brust und Bauch sowie an der Rückseite von Vorderpfoten, Schenkel und Rute reichlich befedert.

Erlaubte Farbvarianten umfassen weiß und verschiedene blasse Schattierungen wie rotfalb, graufalb und silberfalb. Des Weiteren sind hellrot oder hellgrau an der Haarwurzel mit dunklerem Rot oder Grau als Hauptfarbe, rot mit schwarzer Wolkung (häufig kombiniert mit einem dunklen Fang) und grau von aschefarben bis gelbgrau sowie gestromt erlaubt. Alle Farben können einheitlich oder scheckig mit Loh sein.

Der Barsoi braucht wegen seines langen, schönen Fells regelmäßige Pflege. Zwei- bis dreimal die Woche muss man ihn sorgfältig bürsten und die Haare zwischen den Pfotenballen stutzen. Im Fellwechsel haart er außerdem sehr stark.

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Der Barsoi gilt als sehr gesunde Hunderasse - solange manche Körpermerkmale zu Showzwecken nicht übertrieben werden. / Foto: pixabay.

Gesundheit

Der Barsoi ist eine Hunderasse, die von einigen wenigen passionierten Liebhabern mit großer Sorgfalt gezüchtet wird. Seriöse Züchter achten sehr darauf, dass nur gesunde und genetisch einwandfreie Hunde zur Zucht zugelassen werden. Daher gilt der russische Windhund als sehr robust und hat keine bekannten rassetypischen Krankheiten. Allein eine Tendenz zur Magendrehung kann auftreten, Fütterungszeiten sollten dementsprechend an die täglichen Aktivitäten angepasst werden. Sie können zwischen 10 und 12 Jahre alt werden.

Wusstest du, dass der Barsoi...

… bis zu 57 km/h schnell laufen kann?

Als Windhunderasse kann der Barsoi Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 57 Kilometern pro Stunde erreichen. Für seine enorme Körpergröße ist dies eine beachtliche Leistung! Daher gehört der Barsoi nicht nur zu den größten Hunderassen, sondern auch zu den schnellsten Hunderassen der Welt.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Barsoi in Aktion! Rennen, rennen, rennen… (Video)

Der Barsoi liebt es, zu rennen. Da viele Menschen mit den Ausdauerläufern nicht mithalten können, ist die Verwendung eines elektrisch gesteuerten Köders für die Hunde ein großer Spaß!

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