Wiener Studie: Übergewicht bei Haustieren nimmt zu

Ein Hund liegt auf dem Boden, umringt von Futter.
Wann ist genug? Viele Haustierbesitzer tun sich schwer damit, die korrekte Futtermenge einzuschätzen. / Foto: pixabay.

Nicht nur die zweibeinige Bevölkerung neigt (besonders nach Corona) zu ein paar Kilos zu viel auf den Rippen – auch unsere Haustiere werden immer dicker. Erfahren Sie, wie man Übergewicht bei Hund und Katze erkennt, was die gesundheitlichen Folgen sein können und wie Sie Ihrer Fellnase zu einem gesünderen Lebensstil verhelfen.

Dass wir Menschen uns in Hochzeiten von Fast Food und Zuckerzusatz zu ungesund ernähren und als Gesamtbevölkerung immer mehr zum Übergewicht neigen, ist keine Neuigkeit mehr. Leider macht sich dieser Trend nun auch bei unseren vierbeinigen Gefährten bemerkbar. Laut einer Umfrage der Österreichischen Tierarztkammer schätzen zwei Drittel der Wiener TierärztInnen, dass die Anzahl adipöser Hunde und Katzen zunimmt. Und leider reagieren nicht alle TierhalterInnen einsichtig auf die Nachricht, dass ihre Fellnase zu dick ist. „Leider wird Adipositas von den HalterInnen oft nicht als Krankheit wahrgenommen“, sagt der Präsident der Landesstelle Wien der Österreichischen Tierärztekammer, Manfred Hochleithner. „Die Motivation, das Problem anzugehen, ist dadurch oftmals gering.“ Tatsächlich nehmen sich nur etwa fünf Prozent der betroffenen HalterInnen fest vor, nachhaltig etwas an den Futter- und Bewegungsgewohnheiten ihrer Schützlinge zu ändern. Die meisten kommen wegen anderer Beschwerden in die Tierarztpraxis und sind dann überrascht, wenn ihrem Haustier Adipositas diagnostiziert wird. Doch das zu hohe Gewicht sollte man keinesfalls herunterspielen!

Gefahr für Leib und Leben

Das kleinste Problem fettleibiger Hunde und Katzen ist das verfehlte Schönheitsideal. Tatsächlich kann Übergewicht, besonders in Kombination mit Bewegunsgmangel, zu schlimmen Folgeschäden wie Gelenksproblemen, Herzschwäche, Atembeschwerden und Wirbelsäulenschäden führen. Laut Umfrage leidet ungefähr jedes fünfte Tier bereits zusätzlich zu den überflüssigen Pfunden auch an Folgeerkrankungen. Hauptursachen für tierische Adipositas sind besonders falsche Einschätzung der Futtermenge, zu wenig Bewegung und ein Übermaß an Leckereien abseits der regulären Fütterung. „Ein weiterer Snack oder ein besonderer Leckerbissen bescheren Hund oder Katze natürlich kurzfristig einen Moment der Freude. Langfristig wird das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere durch das Übergewicht jedoch maßgeblich beeinträchtigt“, erklärt die Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien, Eva Persy. Snacks und Leckerlis sollten daher nur in Maßen verfüttert werden – und deren Menge nicht an menschlichen Standards gemessen werden. Denn eine Kaustange bedeutet für einen etwa 15 Kilogramm schweren Hund bereits, als würden wir einen Schokoriegel essen.

Die Infografik zeigt, wie Snacks für Haustiere auf Menschen umzurechnen sind.
Viele unterschätzen, wie kalorienreich kleine Snacks und Leckerlis für unsere Haustiere sind. Diese Grafik zeigt eine Umrechnung auf Menschen mit vergleichbaren Mengen an Essen. / Infografik: Tierschutzombudsstelle Wien, Österreichische Tierärztekammer.

Wann ist mein Hund zu dick?

Ob ein Haustier übergewichtig ist oder nicht, kann man leicht mit einem Selbsttest feststellen. Die einzelnen Rippen sollten zwar nicht sichtbar, dafür aber durch sanfte Berührung deutlich spürbar bleiben. Eine fehlende Taille ist ein weiteres sicheres Anzeichen dafür, dass die Fellnase zu dick ist – unabhängig von Rasse oder Spezies. Hat man als HalterIn den Verdacht, dass Bello oder Miezi zu viel Speck auf den Hüften haben, sollte man unverzüglich einen Tierarzt konsultieren. Denn die Zusammenstellung von Diätplänen und die korrekte Einschätzung der notwendigen Energiemenge sollte man einem Profi überlassen.

Übergewicht – ein Grund zur Anzeige?

Tatsächlich kann extrem ausgeprägtes Körpergewicht bei Tieren durchaus tierschutzrelevant sein – und das geht in beide Richtungen. Denn obwohl uns Bilder abgemagerter Hunde und Katzen schrecklich plagen, ist den wenigsten bewusst, dass auch massiv fettleibige Tiere genauso unter ihrem Gewicht leiden. Wer sein Haustier überfüttert, die Bewegung vernachlässigt und somit für chronische Schmerzen und Folgeschäden verantwortlich ist, macht sich der Tierquälerei schuldig. Sollte es zu einer Anzeige und einer Verurteilung kommen, winken im Ernstfall Strafen von bis zu 7.500 Euro. Da ist es für Hund und Halter nicht nur aus Gründen der Lebensqualität besser, sondern auch billiger, auf die Gesundheit des Tieres zu achten und die Ernährung an den tatsächlichen Tagesbedarf anzupassen. Denn Medikamentenkosten für übergewichtige Tiere können schnell über 100 Euro im Monat erreichen – nicht miteinberechnet sind weitere anfallende Kosten für regelmäßige Blutuntersuchungen und Kontrollen. Auf lange Sicht zahlt sich daher ein gesunder Lebensstil auf vielerlei Weise aus!

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