Dienstag, September 27, 2022
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Welsh Corgi Pembroke (Hunderasse) – royaler Begleiter

Großer Hund in kleiner Verpackung: Der Welsh Corgi Pembroke ist ein vielseitig einsetzbarer Allrounder und treuer Weggefährte für alle Lebenslagen. Besonders bekannt ist er als der liebste Begleiter der britischen Königin Elisabeth II.

Welsh Corgi Pembroke (Hunderasse) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 1: Hüte und Treibhund (ausgenommen Schweizer Sennenhunde)
Sektion 1 – Schäferhunde
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Großbritannien

FCI-Standardnummer: 39
Widerristhöhe: 25 bis 30 cm
Gewicht:
Rüden – 10 bis 12 kg
Hündinnen – 9 bis 11 kg
Verwendung: Schäferhund

Geschichte und Herkunft

Der Welsh Corgi Pembroke gehört nicht nur zu den kleinsten, sondern auch zu den ältesten Rassen in England – er stammt aus Wales. Ähnlich wie sein enger Verwandter, der Welsh Corgi Cardigan, trägt er seine Herkunft daher bereits im Namen. Seit dem 10. Jahrhundert gibt es Aufzeichnungen über den Corgi, der angeblich ein Nachfahre walisischer Hütehunde sein soll.

Legenden nach soll diese Rasse dem magischen Volk der Faeries als Hütehund und Reittier gedient haben. Diese Mythen entstanden aufgrund der großen Flecken im Fell, die besonders auf dem Rücken als Abdruck eines Sattels ausgelegt wurden. Höchstwahrscheinlich hat er diese Fellzeichnung jedoch durch Einkreuzungen des Shetland Sheepdogs geerbt. Auch den Corgi setzte man ursprünglich als Hütehund ein, und seinen Bewegungsdrang und seine Triebkraft hat er sich bis heute erhalten.

Ein Corgi läuft durch eine Wiese.
Als Hütehund verfügt der Corgi über viel Energie! / Foto: Canva.

1925 erkannte der britische Kennel Club sowohl den Welsh Corgi Pembroke als auch den Welsh Corgi Cardigan als eine einzige Hunderasse an. Nach vielen Streitigkeiten erfolgte 1934 die Trennung dieser Hunde als jeweils eigenständige Rassen. 1963 folgte auch die FCI diesem Beispiel. Einen besonderen Boom in Beliebtheit erfuhren die Welsh Corgis durch ihren wahrscheinlich bekanntesten Fan: Königin Elizabeth II. Seit 1933 befinden sich stets ein oder mehrere Corgis im Besitz der königlichen Familie, auch royal corgis genannt, und Elizabeth II. schätzte diese Hunde von Kindesbeinen an sehr. Diese besondere Beziehung hat der Hunderasse auch den Spitznamen “Hund der Queen” eingebracht.

Der moderne Welsh Corgi Pembroke

Bis 2009 züchtete die Queen selbst Corgis, im April 2018 verstarb ihr letzter Hund aus dieser Linie. Seit 2015 steht die Hunderasse in Großbritannien auf der Beobachtungsliste, da weniger als 400 Welpen pro Jahr zur Welt kommen. In anderen Ländern erfreut sich der Corgi jedoch weiterhin großer Beliebtheit. In den USA beispielsweise stand diese Rasse noch 2018 auf Platz 13 der beliebtesten Hunderassen. „Heute ist der Corgi hauptsächlich ein Begleithund und nach vielen Jahren, in denen er in Mitteleuropa fast gar nicht bekannt war, erlebt er derzeit wieder einen Aufschwung, was es besonders wichtig macht, auf sorgfältige Zucht und Aufzucht Wert zu legen“, so Edith Soltesz vom Österreichischen Club für Britische Hütehunde.

Fünf Corgi-Hunde haben es sich auf einem Sessel und in einem Körbchen gemütlich gemacht.
Corgis sind mittlerweile beliebte Begleithunde geworden. / Foto: Canva.

Wesen und Charakter

Als ehemalige Hütehunde sind Corgis extrem intelligent, energiegeladen und aktiv. Trotz ihrer geringen Körpergröße wurden sie u.a. zum Treiben von Rinderherden eingesetzt, was viel Mut, Ausdauer, Agilität und Selbstbewusstsein voraussetzt. Demnach sind sie nicht unbedingt als Ersthunde für Hundeanfänger geeignet. Sie treffen gerne eigene Entscheidungen und haben keinerlei Skrupel, ihre Halter geschickt und frech auszutricksen, um zu bekommen, was sie wollen. Ihr unwiderstehlicher Charme und ihr fröhliches Wesen hilft ihnen dabei, jeden Zweibeiner um den Finger zu wickeln.

Eine liebevolle, aber konsequente Erziehung ist daher unbedingt notwendig, damit der Welsh Corgi sein Potential als angenehmer Begleithund entfalten kann. Zudem kann man diese Hunderasse nicht lange alleine zu Hause lassen, denn sie langweilen sich schnell und suchen sich dann selbst eine (leider meist destruktive) Beschäftigung.

Deswegen sollten tägliche Trainings- oder Sporteinheiten zum Corgi-Alltag dazugehören. Denn sowohl der wache Verstand als auch der große Bewegungsdrang dieser Hunderasse will gefordert und gefördert werden. “Viele Corgibesitzer beteiligen sich heutzutage an den üblichen Hundesportarten und legen regelmäßig Begleithundeprüfungen mit besten Resultaten ab”, so Soltesz, selbst begeisterte Corgi-Züchterin. Nicht abtrainieren kann man ihnen jedoch das wachsame Melden von Fremden oder Besuchern. Auch unbekannten Menschen und Tieren gegenüber sind sie erst eher misstrauisch, jedoch niemals unfreundlich.

Ein Corgi schaut in die Kamera.
Das aufgeweckte Wesen des Corgi kann Hundeanfänger schnell überfordern. / Foto: Canva.

Erscheinungsbild

Beim Welsh Corgi Pembroke handelt es sich um einen kompakten, tiefergestellten Hund mit langem Rücken und kurzen Beinen. Sein kräftiger Körper erweckt daher einen robusten und zähen Eindruck. Aufgrund der großen, aufgerichteten Ohren und der spitzen Schnauze wirkt der Kopf sehr fuchsähnlich. Die runden Augen kommen in unterschiedlichen Brauntönen vor, welche sich an die Fellfarbe anpassen. Vor dem Kupierverbot in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde dem Corgi oftmals die Rute kupiert, heute ist dieser Eingriff jedoch verboten. Dennoch kann der Corgi mit einer Stummelrute in jeder möglichen Länge geboren werden. Ansonsten trägt er eine lange, biegsame Rute.

Fell und Pflege

Als robuster Hütehund verfügt der Corgi über ein gerades, hartes, mittellanges Haarkleid und dichter Unterwolle, welches ihm vor kühlen Temperaturen und Witterung schützt. Mögliche Fellfarbe umfassen einfarbig rot, rehfarben, sable (mit dunklen Haarspitzen) oder schwarz mit Brand. Weiße Abzeichen an den Läufen, am Brustbein, am Hals oder am Kopf sind zulässig und auch häufig.

Wegen seiner dichten Unterwolle haart der Corgi sehr stark und benötigt beinahe tägliche Fellpflege. Ein tierhaarstarker Staubsauger und dessen regelmäßige Benutzung ist ein Muss. Abseits der umherfliegenden Haarbüschel ist der Corgi jedoch ein relativ reinlicher Hund, der wenig speichelt und meist sehr angenehm riecht.

Ein roter Corgi und ein Corgi schwarz mit Brand sitzen im Gras.
Je nach Fellfarbe und -zeichnung können Corgis sehr unterschiedlich aussehen. / Foto: Canva.

Gesundheit

Grundsätzlich gelten Welsh Corgi Pembroke als sehr robuste Hunde, die ein hohes Alter von 12 bis 15 Jahren erreichen können. Bei dieser Hunderasse handelt es sich tatsächlich um achondroplastische, also “zwergwüchsige” Hunde, was einige Gesundheitsrisiken mit sich bringt. Sie können mit höherer Wahrscheinlichkeit an Monorchie (Lageanomalie der Hoden), Von Willebrand-Krankheit, degenerativer Myelopathie (DM) oder Hüftdysplasie (HD) erkranken. Auch Augenkrankheiten wie progressive Retinaatrophie (PRA) kommen vermehrt vor.

In der seriösen Hundezucht wird daher streng auf Gesundheitsfaktoren und genetische Komponenten geachtet. Denn Corgis mit zu langem Rücken und besonders kurzen Beinen werden mit Sicherheit Probleme mit dem Bewegungsapparat entwickeln. Zudem kann der Corgi zu Übergewicht neigen – die Verwendung von hochwertigem Futter und eine genaue Beobachtung des Körpergewichts ist daher ein Muss für jeden Corgi-Besitzer!

Wusstest du, dass beim Welsh Corgi ...

… zwischen Pembroke und Cardigan unterschieden wird?

Beide Welsh-Corgi-Arten lassen sich bei näherer Betrachtung auch deutlich unterscheiden. Der Pembroke ist kleiner und leichter gebaut. Der Cardigan ist schwerer, hat einen längeren Körper und größere Ohren und ist auch in gestromt und blue merle anzutreffen.

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Den Welsh Corgi Pembroke gibt es in verschiedenen Farben. / Foto: pixabay

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Welsh Corgi Pembroke Welpen (Video)

Das folgende Video (Dauer: 2:58 Min.) zeigt Corgi-Welpen beim Spielen mit ihrer Mutter.

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