Bundespräsident und Hundeliebhaber: Alexander Van der Bellen im Interview

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Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat uns im Interview über seine Hündin Juli erzählt. / Foto: Larentzakis Photography

Man kennt ihn als erfahrenen Staatsmann. Alexander Van der Bellen ist aber auch Hundebesitzer. Wie sich das höchste Amt der Republik Österreich und Hund vereinbaren lassen, hat uns der Bundespräsident im Interview verraten.

Herr Bundespräsident, man sieht, Ihre Juli und Sie sind ein Herz und eine Seele. Wer hat zu wem gefunden? Juli zu Ihnen oder Sie zu Juli?

Alexander Van der Bellen: Im Grunde haben wir durch einen Zufall zueinander gefunden. Der Anlass war aber ursprünglich ein trauriger: Juli war der Hund eines Bekannten, der leider verstorben ist. Über Umwege haben meine Frau und ich davon erfahren, dass für sie ein neuer Platz gesucht wird. Probeweise haben wir dann Juli zu uns nach Hause geholt und wir haben uns miteinander gleich wohlgefühlt. (VDB lächelt.) Ganz selbstverständlich ist sie zu uns auf den Schoß gekommen und hat sich an uns gekuschelt.

In Ihrem Amt sind Sie viel unterwegs. Ist Juli währenddessen gut versorgt oder immer mit dabei?

VDB: Wenn es der Rahmen erlaubt, nehme ich sie gerne mit. In der Regel sind offizielle Termine aber recht eng getaktet, was für alle Beteiligten nur zusätzlichen Stress bedeuten würde. Auch das Fliegen zu Auslandsterminen möchte ich Juli nicht zumuten. Dann schaut entweder meine Frau auf Juli, oder sie kommt bei guten Freunden unter.

Was unterscheidet Ihren Tagesablauf in der Hofburg von jenem Ihrer Vorgänger ohne Hund?

VDB: (Überlegt.) Na ja, ich kann nicht für meine Vorgänger sprechen, aber Juli hat unabhängig von meinem Amt Bedürfnisse wie jede andere Hündin. Das bedeutet, dass ich sie füttern und ihr zu trinken geben muss. Hin und wieder bekommt sie auch ein Leckerli. Außerdem gehen wir zwischendurch raus und spazieren eine kleine Runde. Das tut uns beiden gut. Es ist aber nicht so, dass Juli immer in die Hofburg mitkommt, sondern nur dann, wenn es meine Verpflichtungen erlauben.

Man sagt ja, es gäbe Hunde- und es gäbe Katzenmenschen. Also: Warum Hund, nicht Katz?

VDB: Also, der These will ich widersprechen – ich mag Katzen ebenso wie Hunde, das muss meiner Meinung nach keine Entweder-oder-Frage sein. Zum Hund bin ich aber schon in meiner Jugend gekommen. Ich habe noch heute schöne Erinnerungen daran, wie es war, am Land mit Tieren aufzuwachsen.

Darf der „First Dog“ eigentlich auf die Couch und/oder ins Bett?

VDB: Auf die Couch schon, ins Bett nicht. (VDB schmunzelt.) Aber „First Dog“ habe ich sie noch nie genannt.

Sie gelten als sehr besonnener und geduldiger Mensch. Kann Alexander Van der Bellen in der Hundeerziehung auch einmal autoritärer werden?

VDB: Nachdem Juli im Alter von sieben Jahren sehr gut erzogen zu uns gekommen ist, hat sich die Frage für mich nicht gestellt. Es war auch nie notwendig.

Aber Sie waren, wie Sie bereits erwähnt haben, auch schon vor Juli Hundebesitzer. Wie ging es Ihnen dabei?

VDB: Freilich, bei der Hundeerziehung geduldig zu sein, ist nicht nur von Vorteil, sondern eine Notwendigkeit. Bei mir hat das immer recht gut funktioniert.

Ohne die Marke zu nennen: Bekommt Juli Trockenfutter, Feuchtfutter oder wird sie „gebarft“?

VDB: Sie bekommt Trocken- und Nassfutter. Wirkliche Vorlieben kennt Juli dabei keine, sie genießt beides. Nennenswerte Unverträglichkeiten hat sie zum Glück auch nicht, sodass meine Frau und ich beim Füttern auch auf Abwechslung achten.

Wohin geht’s mit Ihrer Hündin auf Urlaub? Ans Meer oder in die Berge?

VDB: Unser erster gemeinsamer Urlaub führt uns zuerst in meine Heimat, das Kaunertal in Tirol, und danach nach Oberösterreich, an den Attersee.

Was machen der Bundespräsident und der „First Dog“ zum Jahreswechsel bzw. was raten Sie Hunden und -besitzern zu Silvester?

VDB: Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Konkrete Pläne gibt es von meiner Seite also nicht. Öffentliche Plätze sollte man mit Hund zum Jahreswechsel wohl meiden. Ansonsten gilt zu Silvester das Gleiche wie auch das ganze Jahr hindurch, nämlich Rücksicht zu nehmen auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Hundes.

Zum Abschluss noch eine ungewöhnliche Frage, die unsere LeserInnen brennend interessiert: Räumt man als Bundespräsident die „Gackerl“ des eigenen Hundes weg oder erledigt das ein Mitarbeiter?

VDB: Das machen meine Frau und ich – je nachdem, wer gerade mit Juli unterwegs ist – selbstverständlich selbst.

Vielen Dank für das Gespräch!

VDB: Danke.