Sonntag, Dezember 4, 2022
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Sibirischer Husky – der aktive Naturbursche

Welche Charakterzüge hat ein sibirischer Husky? Dieser Hund ist freundlich, eigenwillig und äußerst kontaktfreudig. Außerdem ist er ein ausdauernder Outdoor-Sportler mit großem Bewegungsdrang – und diesem müssen Herrchen und Frauchen erstmal gewachsen sein.

Diese Rasse liebt es, in der freien Natur zu sein. Daher ist sie nur für bewegungsfreudige und abenteuerlustige Menschen geeignet. Im Englischen werden sie auch “Siberian Huskys” genannt.

Sibirischer Husky (Sibirian Husky) – FCI Klassifizierung

FCI-Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion 1: Nordische Schlittenhunde
mit Arbeitsprüfung
Ursprungsland: USA
Verwendung: Schlittenhund

FCI-Standardnummer: 270
Widerristhöhe:
Rüden 53,5–60 cm
Hündinnen 50,5–56 cm
Gewicht:
Rüden 20–28 kg
Hündinnen 15,5–23 kg

Geschichte und Herkunft

Der Ursprung des sibirischen Huskys ist eng mit den indigenen Völkern im Nordosten Sibiriens sowie deren Kultur verbunden. Er war einst ein ständiger Begleiter der Nomadenvölker und wurde von ihnen hauptsächlich als Schlittenhund eingesetzt. Da der Hundeschlitten oftmals das einzige Transportmittel in der schneebedeckten Tundra und Steppen Sibiriens war, legten diese Hunde tagtäglich viele Kilometer an Wegstrecke zurück. Huskys wurden nie als Wachhunde oder Jagdhunde eingesetzt. Deswegen haben sie bis heute keinen ausgeprägten Wachinstinkt; ihr Jagdinstinkt ist üblicherweise ebenfalls klein, darf aber dennoch nicht unterschätzt werden.

Auch im Westen bekannt und beliebt wurde die Rasse durch die Schlittenhunderennen ab dem 20. Jahrhundert, wo sie zahlreiche Siege bei dem beliebten Sport erringen konnten. Obwohl sie erst aufgrund ihrer “zierlichen” Körpergröße belächelt wurden, waren die sibirischen Huskys bald regelmäßig auf den Schlittenrennstrecken anzutreffen. Im Jahr 1908 brachte der aus Sibirien stammende Pelzhändler William Goosak die  Vorläufer des Siberian Husky aus Russland nach Alaska. Zu dieser Zeit wurden in Alaska große, langbeinige und starke Zughunde, Vorläufer des Alaskan Malamutes, im Transportgeschäft eingesetzt. 1910 wurden zur Zucht außerhalb Sibiriens die westlichen Linien durch den norwegischen Musher (engl., Hundeschlittenlenker) Leonhard Seppala in Alaska gegründet.

Heute sind die ursprünglichen Schlittenhunde auch als Haushunde weltweit sehr beliebt. Dies kann jedoch nur dann gut funktionieren, wenn man die sportlichen Energiebündel körperlich und geistig auslasten kann.

Ein Rudel Sibirischer Huskys läuft vor einen Hundeschlitten gespannt ein Hundeschlittenrennen.
Berühmt wurde der sibirische Husky durch seinen Erfolg bei Hundeschlittenrennen. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Früher wurden die Hunde zusammen in großen Rudeln gehalten, die notwendig waren, um die Schlitten ziehen zu können. Daher sind Huskys auch heute noch an das Leben in großen Verbänden gewöhnt. Sie sind sozial hochverträglich, kooperativ und kontaktfreudig. Aus diesem Grund liegt ihnen längeres Alleinsein überhaupt nicht.

Im Allgemeinen gilt der Husky als sanftmütig, klug und eifrig. Allerdings kann es wegen seiner hohen Intelligenz und Selbstsicherheit sein, dass er sich für schlauer hält als sein Herrchen oder Frauchen. Sie befolgen nicht jedes Kommando sofort und haben aufgrund dessen den Ruf, mitunter sehr sturköpfig zu sein. Zudem liebt er es, draußen in der Natur zu sein und möchte gerne (und VIEL) bewegt werden. Will man sich einen Husky nach Hause holen, muss man daher mindestens ein paar Stunden täglich für diese Rasse reservieren.

Für die Haltung in einer kleinen Wohnung oder gar in einer Großstadt ist der Husky nur bedingt geeignet. Überhaupt kann es durchaus ein harter Job sein, BesitzerIn eines Huskys zu sein. Vor der Anschaffung wird dringend dazu geraten, sich über die besonderen Herausforderungen der Rasse zu informieren und mit anderen HalterInnen zu sprechen. Eine leichtfertige Anschaffung kann schnell zu Frustrationen auf beiden Seiten führen.

Ein Sibirischer Husky schaut stur in die Kamera.
Aufgrund seiner Intelligenz und seiner Urtümlichkeit kann der Husky ein ziemlicher Sturkopf sein. / Foto: Canva.

Erscheinungsbild

Der Siberian Husky ist ein Arbeitshund mittlerer Größe mit harmonischen Proportionen und einem eleganten Körperbau. Dieser erlaubt ihm die typische leichtfüßige, aber kräftige Bewegung über lange Strecken, ohne müde zu werden. Seine mandelförmigen Augen können braun, blau oder zweifarbig sein – ein richtiger Blickfang. Die aufrecht stehenden, dreieckigen Ohren und die buschige, über dem Rücken getragene Rute weisen auf den Urtyp des Husky hin.

Fell & Pflege

Das Fellkleid des Sibirischen Huskys ist dicht, mittellang und hat ein pelzartiges Aussehen. Die Unterwolle weich und lang genug, um das Deckhaar zu stützen. Dieses doppelte Fellkleid bildet eine optimale Wärmedämmung für eisige Kälte, aber heißes Klima verträgt die Rasse nur schlecht. Je kühler die Temperaturen, desto wohler fühlt sie sich. Erlaubte Fellfarben umfassen das gesamte Spektrum von schwarz bis reinweiß. Üblich sind vielfältige Zeichnungen und Masken am Kopf, die bei anderen Rassen teilweise überhaupt nicht vorkommen.

Grundsätzlich ist das Fell pflegeleicht und selbstreinigend, ein- bis maximal zweimal pro Woche sollte man es aber dennoch bürsten. Allerdings muss man beim Fellwechsel im Frühling und Herbst eher tagtäglich zur Bürste greifen. Denn aufgrund der dichten Unterwolle haaren sie in dieser Zeit SEHR stark. Ein guter Staubsauger ist für Husky-BesitzerInnen daher ein absolutes Muss.

Zwei Sibirische Huskys nebeneinander.
Was Fellfarbe, Augenfarbe und Schnauzenfarbe angeht, sind Huskys sehr vielfältig. / Foto: Canva.

Gesundheit

Grundsätzlich ist ein sibirischer Husky ein robuster, sehr gesunder Hund ohne rassetypische Erkrankungen. Mit 12 bis 15 Jahren verfügt er generell über eine ausgezeichnete Lebenserwartung für einen Hund seiner Größe. Da es sich jedoch um relativ große Hunde handelt, kann es selten zu Fällen von Hüftdysplasie kommen – besonders dann, wenn dem Welpen zu kalorienreiches Futter verabreicht wird und seine Körpermasse zu schnell zunimmt, was die Gelenke belastet.

Auch häufiges Treppensteigen oder übermäßige Teilnahme an Hundesport im Jugendalter kann zu dieser Gelenksdeformation führen. Einige Hunde neigen zu einer genetisch bedingten Hauterkrankung namens Zink-reaktiver Dermatose, die in weiterer Folge zu Juckreiz, geröteter Haut und vermehrten Infekten und Pilzbefall an Ohren und Schnauze führen kann.

Wusstest du, dass der sibirische Husky...

… als sehr “gesprächige” Rasse gilt?

Als waschechtes Rudeltier lebt der Husky schon seit Jahrhunderten mit seinen Artgenossen und mit Menschen zusammen, und aufgrund seiner hohen Sozialkompetenz sind Vertreter dieser Rasse wohlbekannt für ihre “Gesprächigkeit” Menschen gegenüber. Neben dem standardmäßigen Hundegebell verfügen sie jedoch auch über andere sprachliche Mitteillungswege: Sie jaulen, grummeln, seufzen und kreischen manchmal geradezu. Gepaart mit einer kräftigen Lunge sind diese Tiere nicht gerade die leisesten Mitbewohner!

Rasse im Überblick

Bewegung 

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Fellpflege 

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich 

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Wir durften Husky-Welpen einen ganzen Tag lang begleiten!

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