Sibirischer Husky – der aktive Naturbursche

Sibirischer Husky mit sehr kontrastreicher Gesichtsmaske sitzt im Schnee.
Ein sibirischer Husky ist ein richtiger Blickfang. / Foto: Pixabay.

Welche Charakterzüge hat ein sibirischer Husky? Der im Englischen „Siberian Husky“ genannte Hund ist freundlich, eigenwillig und äußerst kontaktfreudig. Außerdem ist er ein ausdauernder Outdoor-Sportler mit großem Bewegungsdrang.

Diese Rasse liebt es, in der freien Natur zu sein. Daher ist sie nur für bewegungsfreudige und abenteuerlustige Menschen geeignet.

Sibirischer Husky (Sibirian Husky) – FCI Klassifizierung

FCI-Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
Sektion 1: Nordische Schlittenhunde
mit Arbeitsprüfung
Ursprungsland: USA
Verwendung: Schlittenhund

FCI-Standardnummer: 270
Widerristhöhe:
Rüden 53,5–60 cm
Hündinnen 50,5–56 cm
Gewicht:
Rüden 20–28 kg
Hündinnen 15,5–23 kg

Geschichte und Herkunft

Der Ursprung des sibirischen Huskys ist eng mit den indigenen Völkern im Nordosten Sibiriens sowie deren Kultur verbunden. Er war einst ein ständiger Begleiter der Nomadenvölker und wurde von ihnen hauptsächlich als Schlittenhund eingesetzt.

Da der Hundeschlitten oftmals das einzige Transportmittel in der schneebedeckten Tundra und Steppen Sibiriens war, legten diese Hunde tagtäglich viele Kilometer an Wegstrecke zurück. Huskys wurden nie als Wachhunde oder Jagdhunde eingesetzt. Deswegen haben sie bis heute weder einen ausgeprägten Wach- oder Jagdinstinkt.

Auch im Westen bekannt und beliebt wurde die Rasse durch die Schlittenhunderennen ab dem 20. Jahrhundert, wo sie zahlreiche Siege bei dem beliebten Sport erringen konnten. Obwohl sie erst aufgrund ihrer „zierlichen“ Körpergröße belächelt wurden, waren die sibirischen Huskys bald regelmäßig auf den Schlittenrennstrecken anzutreffen.

Im Jahr 1908 brachte der russische Pelzhändler William Goosak die  Vorläufer des Siberian Husky aus Sibirien nach Alaska. Zu dieser Zeit wurden in Alaska große, langbeinige und starke Zughunde, Vorläufer des Alaskan Malamutes, im Transportgeschäft eingesetzt. 1910 wurden in Alaska die westlichen Zuchtlinien durch den norwegischen Musher (engl., Hundeschlittenlenker) Leonard Seppala gegründet.

Ein Rudel Sibirischer Huskys läuft vor einen Hundeschlitten gespannt ein Hundeschlittenrennen.
Berühmt wurde der sibirische Husky durch seinen Erfolg bei Hundeschlittenrennen. / Foto: pixabay.

Erscheinungsbild

Der Siberian Husky ist ein Arbeitshund mittlerer Größe mit harmonischen Proportionen und einem eleganten Körperbau. Dieser erlaubt ihm die typische leichtfüßige, aber kräftige Bewegung über lange Strecken, ohne müde zu werden. Seine mandelförmigen Augen können braun, blau oder zweifarbig sein – ein richtiger Blickfang. Die aufrecht stehenden, dreieckigen Ohren und die buschige, über dem Rücken getragene Rute weisen auf den Urtyp des Husky hin.

Das Fellkleid ist dicht, mittellang und hat ein pelzartiges Aussehen. Die Unterwolle weich und lang genug, um das Deckhaar zu stützen. Es ist grundsätzlich pflegeleicht, aber der Husky haart im Vergleich zu anderen Rassen stärker.

Das dicke Fell bildet eine optimale Wärmedämmung für eisige Kälte, aber heißes Klima verträgt die Rasse nur schlecht. Je kühler die Temperaturen, desto wohler fühlt sie sich. Erlaubte Fellfarben umfassen das gesamte Spektrum von schwarz bis reinweiß. Üblich sind vielfältige Zeichnungen am Kopf, die bei anderen Rassen teilweise überhaupt nicht vorkommen.

Ein Sibirischer Husky sitzt mit heraushängender Zunge im Schnee.
Der Husky ist an Schnee und kalte Temperaturen gewöhnt. / Foto: Pixabay.

Gesundheit

Grundsätzlich ist ein sibirischer Husky ein robuster, sehr gesunder Hund ohne rassetypische Erkrankungen. Da es sich um relativ große Hunde handelt, kann es selten zu Fällen von Hüftdysplasie kommen – besonders dann, wenn dem Welpen zu kalorienreiches Futter verabreicht wird und seine Körpermasse zu schnell zunimmt, was die Gelenke belastet.

Auch häufiges Treppensteigen oder übermäßige Teilnahme an Hundesport im Jugendalter kann zu dieser Gelenksdeformation führen. Einige Hunde neigen zu einer genetisch bedingten Hauterkrankung namens Zink-reaktiver Dermatose, die in weiterer Folge zu Juckreiz, geröteter Haut und vermehrten Infekten und Pilzbefall an Ohren und Schnauze führen kann.

Mit 12 bis 15 Jahren verfügt der sibirische Husky generell über eine ausgezeichnete Lebenserwartung für einen Hund seiner Größe.

Wusstest du, dass der sibirische Husky...

… als sehr „gesprächige“ Rasse gilt?

Als waschechtes Rudeltier lebt der Husky schon seit Jahrhunderten mit seinen Artgenossen und mit Menschen zusammen, und aufgrund seiner hohen Sozialkompetenz sind Vertreter dieser Rasse wohlbekannt für ihre „Gesprächigkeit“ Menschen gegenüber. Neben dem standardmäßigen Hundegebell verfügen sie jedoch auch über andere sprachliche Mitteillungswege: Sie jaulen, grummeln, seufzen und kreischen manchmal geradezu. Gepaart mit einer kräftigen Lunge sind diese Tiere nicht gerade die leisesten Mitbewohner!

Wesen und Charakter

Früher wurden die Hunde zusammen in großen Rudeln gehalten, die notwendig waren, um die Schlitten ziehen zu können. Daher sind Huskys auch heute noch an das Leben in großen Verbänden gewöhnt. Sie sind sozial hochverträglich, kooperativ und kontaktfreudig. Aus diesem Grund liegt ihnen längeres Alleinsein überhaupt nicht.

Im Allgemeinen gilt der Husky als sanftmütig, klug und eifrig. Allerdings kann es wegen seiner hohen Intelligenz und Selbstsicherheit sein, dass er sich für schlauer hält als sein Herrchen oder Frauchen. Sie befolgen nicht jedes Kommando sofort und haben aufgrunddessen den Ruf, mitunter sehr sturköpfig zu sein. Zudem liebt er es, draußen in der Natur zu sein und möchte gerne (und VIEL) bewegt werden.

Für die Haltung in einer kleinen Wohnung oder gar in einer Großstadt ist der Husky nur bedingt geeignet. Überhaupt kann es durchaus ein harter Job sein, BesitzerIn eines Huskys zu sein. Vor der Anschaffung wird dringend dazu geraten, sich über die besonderen Herausforderungen der Rasse zu informieren und mit anderen HalterInnen zu sprechen. Eine leichtfertige Anschaffung kann schnell zu Frustrationen auf beiden Seiten führen.

Husky steht mit herausgestreckter Zunge.

Rasse im Überblick

Bewegung 

hund Rasse hunde rasse portrait beschreibung eigenschaften bewegung fellpflege aussehen familie anfänger im Überblick - Bewertung 4 von 4

Fellpflege 

hund Rasse hunde rasse portrait beschreibung eigenschaften bewegung fellpflege aussehen familie anfänger im Überblick - Bewertung 3 von 4

Familienfreundlichkeit

hund Rasse hunde rasse portrait beschreibung eigenschaften bewegung fellpflege aussehen familie anfänger im Überblick - Bewertung 3 von 4

Anfängertauglich 

hund Rasse hunde rasse portrait beschreibung eigenschaften bewegung fellpflege aussehen familie anfänger im Überblick - Bewertung 1 von 4

Sibirischer Husky: vom Welpen zum Junghund (Video)

Im folgenden Video (Dauer: 3:13 Min.) sieht man die Entwicklung eines Sibirischen Huskys im Alter von sechs Wochen bis zum ersten Geburtstag.

Weitere Hunderassen

Du kannst von Hunden nicht genug bekommen? Wir auch nicht!

In unseren Rasseporträts erfährst du alles über die Merkmale, Geschichte und Besonderheiten verschiedener Hunderassen!

Du hast einen tollen Rassehund, der in unserem Rassenporträt nicht fehlen darf? Oder hast Anregungen und Wünsche zu den Porträts, die du mit uns teilen möchtest? Deine Meinung ist uns wichtig. So einfach geht’s: E-Mail an [email protected]