Mudi (Hunderasse) – wuscheliger Hirtehund

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Der Mudi ist ein ausgezeichneter Treibhund - auch für größeres Vieh. / Foto: Vulpes (Wikipedia).

Als mutiger und lebensfroher Hund verkörpert der Mudi die Seele seines Ursprungslandes. Der aufgeweckte Treibhund ist jedoch auch über die Grenzen Ungarns hinaus hoch geschätzt.

Mudi (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde.
Sektion 1 – Schäferhunde
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Ungarn
FCI-Standardnummer: 238

Größe:
Rüden: 43–45 cm ± 2 cm
Hündinnen: 40–42 cm ± 2 cm
Verwendung: Treibhund

Geschichte und Herkunft

Als ungarischer Treibhund ist der Mudi ein enger Verwandter des Puli und des Pumi, zwei weiteren wuscheligen Herdengebrauchshunden aus Ungarn. Über die genauen Ursprünge der drei Rassen ist leider wenig bekannt. Ein Vorläufer der heutigen Rassen wurde schon lange von magyarischen Kleinbauern und Hirten verwendet. Sehr wahrscheinlich ist jedoch, dass sie im Zuge des 18. und 19. Jahrhunderts aus Kreuzungen von ungarischen Hütehunden und verschiedenen deutschen Schäferhunden entstanden. Von diesen erbte der Mudi eventuell auch seine Stehohren. Bis ins 19. Jahrhundert wurden Mudi, Puli und Pumi nur inkonsequent unterschieden. Als sich später markante Unterschiede zwischen den dreien herauskristallisierten, wurden dann verschiedene Rassebezeichnungen und Rassestandards festgelegt. 1936 geschah dies für den Mudi. Noch bis heute ist das Zuchtbuch dieser Rasse offen – das bedeutet, dass auch Tiere ohne Papiere ins Zuchtregister aufgenommen werden.

Damals wie heute wird der Mudi gerne als Herdengebrauchshund eingesetzt. Als mutiger und entschlossener Hund eignet er sich auch als Treibhund für Herden größeren Viehs. Anders als ähnlich spezialisierte Hunderassen wie der Border Collie oder der Australian Shepherd treibt der Mudi nicht mit dem Blick, sondern mit seiner kräftigen Stimme. Außerdem ist er ein talentierter Wächter von Haus und Hof.

Wesen und Charakter

Als arbeitseifriger Herdengebrauchshund benötigt der Mudi eine artgerechte Beschäftigung, um wirklich ausgelastet zu sein. Als reiner Familienhund braucht er daher zusätzlich zu täglichen Spaziergängen eine interessante Aufgabe. Das wuschelige Multitalent kann sowohl als Fährten- oder Rettungshund ausgebildet werden, hat aber auch jede Menge Spaß an Hundesportarten wie Agility oder Flyball. Aufgrund seiner Wachsamkeit bleibt er jedoch ein bellfreudiger und mitteilsamer Hund. Ganz wird man ihm das Melden von Besuch oder „Eindringlingen“ nicht abgewöhnen können, durch Training lässt sich seine Wachfunktion aber gut lenken und damit einschränken. Für passionierte Jogger oder jene, die auf der Suche nach einem Reitbegleithund sind, eignet sich der lauffreudige Mudi ebenfalls gut.

Ansonsten ist der Mudi ein freundlicher und anpassungsfähiger Geselle. Am glücklichsten ist er in einem großen Haus mit Garten, aber auch in einer Stadtwohnung wird er unter den richtigen Bedingungen sehr zufrieden sein. In seiner Erziehung ist er nicht übermäßig kompliziert, solange man ihm ausreichend Beschäftigung bietet. Des Weiteren fehlt ihm der „will to please“ anderer Hütehunderassen – das bedeutet, dass er Kommandos nicht ausführen wird, wenn er keinen Sinn dahinter sieht. Als lernwilliger und intelligenter Hund kann er allerindgs gundsätzlich leicht neue Kommandos und Befehle verstehen, sofern er diese als nützlich ansieht. Bei zu großer Langeweile könnte er jedoch bisweilen apathisch oder schlimmstenfalls aggressiv werden.

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Der Mudi kommt in vielen verschiedenen Farben vor - hier in Blue-Merle. / Foto: Taru T Torpström (Wikipedia).

Erscheinungsbild

Der Mudi zählt zu den mittelgroßen Hunderassen. Sein Körperbau ist ungefähr quadratisch und eher schlank als kräftig. Charakteristisch sind sein keilförmiger Kopf und seine hoch angesetzten, üppig behaarten Stehohren. Der Kopf verjüngt sich zur Schnauze hin, und seine Lefzen schließen gut mit dem Gebiss ab, was übermäßiges Speicheln verhindert. Die schmalen, leicht schrägen Augen sind üblicherweise dunkel, nur bei Merle-Einschlägen dürfen auch sogenannte „Birkaugen“ (blaue oder weiße Iris) auftreten. Das Kupieren der natürlich langen Rute ist bei Richtern von Hundeausstellungen unerwünscht, wird aber leider nicht als Fehler angesehen.

Fell und Pflege

Das wohl typischte Merkmal des Mudi ist sein schönes, langes, stets glänzendes Fell. Die Länge variiert zwischen drei bis sieben Zentimetern. Die dichte Behaarung ist einheitlich gewellt bis leicht gelockt. Nur der Kopf und die Vorderseite der Gliedmaßen sind von kurzem Fell bedeckt. Am häufigsten ist der reinschwarze Mudi anzutreffen, es gibt jedoch viele verschiedene Farbvarianten, u.a. falb, aschfarben, braun, weiß und Blue-Merle (schwarzgesprenkelt, gestreift, gestromt oder gefleckt auf einer dunkleren oder helleren bläulich-grauen Basis). Kleine weiße Abzeichen sind erlaubt.

Trotz seines extravaganten Aussehens ist das lange Mudi-Fell erstaunlich pflegeleicht. Die Haarstruktur neigt nicht zu Verfilzungen, daher reicht es, nur ein- bis zweimal wöchentlich zur Bürste zu greifen. In der Zeit des Fellwechsels sollte man sich jedoch täglich der Fellpflege widmen – denn dann verliert der Mudi sehr viel Haar. Regelmäßiges Bürsten verhindert, dass man die lästigen Fellbüschel überall sonst im Zuhause findet.

Alltag eines Mudi-Welpen (Video)

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Gesundheit

Als relativ junge Hunderasse mit Fokus auf Robustheit und guter Konsitution erfreut sich der Mudi sehr guter Gesundheit. Bei gewissenhafter Pflege kann er im Durchschnitt stolze 13 bis 15 Jahre alt werden. Rassespezifische Krankheiten sind keine bekannt. Bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres allerdings sollten sportliche Aktivitäten oder andere, den Bewegungsapparat belastende Tätigkeiten (Treppensteigen, übermäßiges Springen, etc.) vermieden werden, um bleibenden Schäden an Gelenken vorzubeugen.

Wusstest du, dass der Mudi...

… eigentlich eine sehr seltene Hunderasse ist?

Leider wird der Mudi außerhalb von Ungarn zwar sehr geschätzt, aber nicht besonders  fleißig gezüchtet. Das führt dazu, dass es nur ein paar tausend Stück auf der ganzen Welt gibt – und der Großteil davon lebt in seinem Heimatland. Einem Mudi zu begegnen ist daher etwas ganz Besonderes!

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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