Kromfohrländer (Hunderasse) – faustdick hinter den Ohren

Ein Rauhaar-Kromfohrländer light auf einer Blumenwiese und schaut frontal in die Kamera.
Der Kromfohrländer hat es faustdick hinter den gefleckten Schlappohren! / Foto: Canva.

Der Kromfohrländer gilt als eine der jüngsten deutschen Hunderassen und ist als Glatthaar- und Rauhaar-Variante anzutreffen. Der braun gefleckte Schlingel besticht durch seine Energie, seine Intelligenz und sein fröhliches Gemüt.

Kromfohrländer (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde.
Sektion 10 – Kromfohrländer.
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Deutschland

Standardnummer: 192
Größe:
38 – 46 cm
Gewicht:
Rüden – 11 – 16 kg
Hündinnen – 9 – 14 kg
Verwendung: Begleithund

Geschichte und Herkunft

Bei dem Kromfohrländer handelt es sich um eine der jüngsten deutschen Hunderassen, deren Geschichte ist dementsprechend kurz. Um 1945 nahm die Erstzüchterin Ilse Schleifenbaum einen streunenden Hund auf, der wahrscheinlich ein Griffon Vendeen-Rüden war. Es wird angenommen, dass das Tier US-amerikanischen Soldaten entlaufen war, die aufgrund des Zweiten Weltkrieges die Gegend bei Siegen im südlichen Nordrhein-Westfalen durchquerten. Bei der Verpaarung mit einer Fox Terrier-Hündin entstand ein homogener Wurf, und die Idee einer eigenen Hunderasse war geboren. Weil sich ganz in der Nähe die Markung „Krom Fohr“ (zu Hochdt. „krumme Furche“) befand, wurde die neue Hunderasse nach diesem geografischen Punkt benannt. Durch Inzucht (eine damals wie heute leider nicht seltene Zuchtpraxis) wurden diese Welpen weiter miteinander verpaart, bis eine Grundpopulation entstanden war.

1955 wurde der Kromfohrländer offiziell vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und dem FCI anerkannt. 1960 wurde nochmals ein Foxterrier eingekreuzt, weiterhin wird jedoch vom Rassezuchtverein der Kromfohrländer (RZV) Reinzucht betrieben. 2012 wurde alternativ dazu der ProKromfohrländer e.V. gegründet, der mittels eines Einkreuzungsprojekts mit Dansk-Svensk-Gardhunden neue Blutlinien schaffen will. Das Ziel ist es, Inzucht möglichst zu vermeiden und dadurch Erbkrankheiten und Gesundheitsproblemen vorzubeugen.

Ein Kromfohrländer steht auf einem Grashügel und lacht in die Kamera.
Der Kromfohrländer ist eine der jüngsten deutschen Hunderassen. / Foto: Canva.

Wesen und Charakter

Der Kromfohrländer ist als hochintelligenter und lebhafter Geselle bekannt. Während es stimmt, dass seine Erziehung wegen seines freundlichen Wesens und seiner Klugheit leichter von der Hand geht als manch andere Rasse, darf man die Verantwortung jedoch nicht unterschätzen. Er braucht wie jeder andere Hund Konsequenz, Geduld und vor allem herzliche Zuwendung, um sein volles Potential entfalten zu können. Eine harte Hand oder zu viel Strenge verträgt das Tier mit dem sensiblen Gemüt jedoch nicht. Auf eine solche Behandlung könnte er ängstlich oder gar aggressiv reagieren, denn dieser Vierbeiner hat ein großes Selbstbewusstsein. Ansonsten wird man im Kromfohrländer einen angenehmen Zeitgenossen mit tollen Manieren finden, den man ohne schlechtes Gewissen überallhin mitnehmen kann. Des Weiteren ist diese Hunderasse sehr anpassungsfähig, lässt sich aber nicht alles gefallen. Daher passt der Kromfohrländer eher zu aktiven Familien mit bereits älteren Kindern, die den Eigenwillen eines Hundes respektieren können.

Überhaupt ist er ein guter Wachhund mit ausgezeichnetem Gehör, der Besuch oder vorbeigehende Fremde bellfreudig ankündigt. Fremden gegenüber ist er eher misstrauisch eingestellt und wird sich von ihnen eventuell nicht berühren lassen. Zudem braucht der Kromfohrländer viel Bewegung, mindestens zwei- oder dreimal am Tag muss man ihm genügend Auslauf gönnen. Für gemütliche Stubenhocker eignet sich diese Rasse daher eher weniger. Ist er allerdings gut ausgelastet, wird er auch Möbel und andere verführerische Gegenstände im Haushalt in Ruhe lassen.

Ein Rauhaar-Kromfohrländer sieht seitlich über eine Wiese.
Viel Bewegung im Freien ist für den sportlichen Kromfohrländer sehr wichtig. / Foto: Canva.

Erscheinungsbild

Der Kromfohrländer gehört zu den mittelgroßen Hunderassen: Er wird zwischen 38 bis 46 Zentimeter hoch, ist relativ quadratisch gebaut und schlank, obwohl er über eine kräftige Muskulatur verfügt. Der Schädel ist leicht rundlich mit gutem Stopp, geradem Nasenrücken und anliegenden, geschlossenen Lefzen. Die ovalen, etwas schräggestellten Augen sind meist dunkelbraun, auch mittelbraune Augenfarben sind gestattet. Die hoch angesetzten Kippohren sind in ihrer Form dreieckig mit abgerundeten Spitzen. Die mittellange Säbelrute darf etwas geringelt sein, soll aber höchstens sichelförmig über dem Rücken getragen werden. Die geraden, gut entwickelten Gliedmaßen erlauben ein fließendes und ausgreifendes Gangwerk mit gutem Vortritt und kräftigem Schub. Diese Hunderasse ist außerdem als sehr springfreudig bekannt.

Fell und Pflege

Der Kromfohrländer ist ein zwei Fellvarianten anzutreffen: in Rauhaar und in Glatthaar. Rauhaar-Kromfohrländer verfügen über dichtes, hartes Fellkleid mit kurzer, weicher Unterwolle, welches am Gesicht und am Fang etwas länger ausfallen kann. Im Gegenteil dazu haben Glatthaar-Kromfohrländer ein dichtes, weiches Fellkleid mit Unterwolle, welches an den Ohren, der Unterseite des Halses und an der Brust ein wenig länger ist als am Rest des Körpers. Der charakteristische Bart der Rauhaar-Variante fehlt ihnen, dafür besitzen sie eine Befederung der Gliedmaßen. Bei beiden Varianten ist die Grundfarbe weiß, der Körper ist von großen Abzeichen in hellbraun, rotbraun oder dunkelbraun überzogen. Das Gesicht weist meist eine symmetrische Maske mit weißer Blesse auf.

Die Fellpflege des Kromfohrländers fällt dem Felltyp entsprechend einfach aus. Zwei- bis dreimal in der Woche sollten sie kräftig durchgebürstet werden, dann verlieren sie kaum Haare. Zum Fellwechsel jedoch könnte tägliches Bürsten notwendig sein. Ansonsten benötigt diese Hunderasse wenig Pflegeaufwand.

Ein Glatthaar-Kromfohrländer ist von der Seite abgelichtet.
Kromfohrländer sind aufmerksame, fröhliche und intelligente Hunde. / Foto: Canva.

Gesundheit

Im Allgemeinen kann der Kromfohrländer zwischen 12 und 14 Jahre alt werden. Es handelt sich um eine sehr gesunde Hunderasse ohne Krankheitsbilder, die häufig genug vorkommen, um als rassetypisch zu gelten. Da die Zuchtpopulation jedoch sehr klein ist und früher als „Reinzucht“ mit verwandten Hunden betrieben wurde, kann es trotzdem in Einzelfällen zu gesundheitlichen Problemen kommen. Dazu gehören Epilepsie, Hyperkeratose, hereditäre Katarakte, Arthrose bei Junghunden und autoimmunbedingte Erkrankungen. Diese häufen sich in den letzten Jahren besorgniserregend oft, die meisten Züchter und Zuchtverbände versuchen jedoch, für gesunde Zuchttiere und damit gesunden Nachwuchs zu sorgen. Gesundheitsumfragen, Genotyp-Verfahren und die gezielte Einkreuzung neuer Blutlinien tragen viel zur Vitalität der Kromfohrländer-Population bei.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Kromfohrländer Karlie (Video)

Diese verspielte, 2-jährige Kromfohrländer-Hündin namens Karlie gibt guten Einblick darin, wie das Leben mit einem der verspielten Fellbündel aussieht. Haben Sie auch so viel Spaß daran wie wir?

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