Ruhephasen beim Hund trotz Homeoffice einhalten

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Auch im Homeoffice sollte darauf geachtet werden, dass Hunde die nötige Ruhe bekommen. / Foto: Pexels

Homeoffice, schulfrei und Co.: Wie wirken sich die COVID-19 Maßnahmen auf die gewohnten und nötigen Ruhephasen unserer Hunde aus?

Wir genießen es zum Teil, nun unsere Zeit, aufgrund von auferlegtem Homeoffice, Zwangsurlaub oder Dienstfreistellung zu Hause verbringen zu „dürfen“. Auch unsere Kinder sind natürlich jetzt wegen der vorübergehenden Schulschließungen daheim.

Was bedeutet das für unsere Hunde und ihren gewohnten Rhythmus? Es ist einerseits wirklich toll, dass wir nun vermehrt mit unseren Vierbeinern beschäftigen können. Aber andererseits kann es auch zu viel werden. Es werden Hundesportgeräte für den Garten gekauft und jede Stunde mal trainiert, Bälle werden 24/7 geworfen und apportiert, „dauergekuschelt“ und der Hund von unseren Jüngsten ständig unter Befehlen gehalten.

Dazwischen gibt’s noch ganz viele Leckerlies, vielleicht mehr als der Hund vertträgt.
All dies kann bei Hunden zu Dauerstress führen, wenn sie dazwischen nicht angemessen ausruhen und schlafen können. Denn Hunde benötigen, je nach Alter, zwischen 17 und 21 Stunden Ruhe!

Ruhepole schaffen

Natürlich wird auch Ihr Hund nun versuchen Sie mehr zu fordern, wenn Herrchen und Frauchen nun den ganzen Tag zu Hause sind. Er wird Ihnen nun ganz oft Spielzeug bringen und Sie auffordern wollen, er wird öfters vor der Türe winseln um wieder hinaus in den Garten zu kommen.

Er wird Ihre Schritte beobachten und sie von einem Zimmer ins andere verfolgen, da er normalerweise zu diesen Tageszeiten alleine war. Besonders Junghunde müssen nun vermehrt in die Schranken gewiesen werden. Denn sie werden sich sehr schnell an Ihre ständige Anwesenheit gewöhnen und können, selbst wenn es zuvor keine Anzeichen gab, Trennungsstress entwickeln.

Was ist also zu tun, um unsere Hunde nicht zu überfordern und Dauerbespaßung zu vermeiden? Wenn ihr Hund sein Körbchen in dem Raum stehen hat, in dem sich zur Zeit das gesamte Familienleben abspielt, platzieren sie dieses in einen ruhigeres Zimmer um. Für uns Menschen ist das spielende, herumtobende Verhalten von Kindern alltäglich und es stört die meisten Menschen nicht, jedoch kann es für den Hund auf Dauer sehr belastend werden. Gerade unseren Kleinkindern ist es sehr wichtig beizubringen, ihre Fellnase auch mal wirklich ruhen zu lassen!

Dies gilt für alle Hunde, besonders aber wenn erst vor Kurzem ein Welpe bei Ihnen eingezogen, oder Ihr Hund schon etwas älter ist und mehr Ruhephasen benötigt.

Entspannung üben

Wenn man denkt, man könne seinen Welpen oder Junghund in den nächsten drei Wochen zur Gänze erziehen und ihm rund um die Uhr alle möglichen Tricks beibringen, da man ja gerade soviel Zeit hat – BITTE NICHT – das würde pure Überlastung des Hundes bedeuten.

Belohnen Sie ihn stattdessen, wenn er ruhig und ohne Erwartungshaltung auf seinem Platz liegt, oder auch unter Ihrem Schreibtisch. Er wird damit lernen, dass es toll ist, wenn er entspannt. Hier können auch Hundemassagen sehr hilfreich sein. Auch Kauknochen oder gefüllte Kongs sind eine tolle Aufgabe und Ihr Hund kann dabei „runterfahren“, denn Kauen entspannt!

Behalten Sie es, wenn möglich bei, Ihren Hund alleine im Haus zu lassen, wenn Sie zum Beispiel in den Garten oder einkaufen gehen. Wenn dies nicht möglich ist, bringen Sie ihm bei in einem anderen Zimmer zu bleiben und/oder nicht zu bellen, wenn es an der Türe klingelt.

Klarerweise müssen unsere Hunde auch weiterhin ihrem Rasseprofil und Alter entsprechend bewegt und gefordert werden, aber gerade von Grund auf sehr aktive Hunde werden nun versuchen noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Aber bitte achten Sie auf die wichtigen Erholungsphasen Ihres Hundes und zeigen sie ihm, wie toll es sein kann ruhig bei Ihnen oder in seinem Körbchen zu liegen. Bei näheren Fragen zu genauen Anleitungen zu Entspannungs-Trainings, nutzen Sie die Online- und Video-Beratungen, welche nun von einigen österreichischen Tiertrainern und Verhaltensberatern angeboten werden.

Autor: Christoph Simonnet, tierpsychologischer Verhaltensberater (Hoof & Paw Tierberatung)