Bearded Collie (Hunderasse) – Hütehund mit Zottelschopf

Ein Bearded Collie steht im Schnee.
Der Bearded Collie wird mancherorts auch als "Highland Collie" bezeichnet. / Foto: pixabay.

Der Bearded Collie, anderorts auch „Highland Collie“ oder „Mountain Collie“ genannt, ist ein wuscheliger Hütehund aus Schottland. Obwohl sein Hütetrieb wahrscheinlich niemals ganz versiegen wird, wird er heutzutage meist als freundlicher Begleit- und Familienhund gehalten.

Bearded Collie (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde.
Sektion 1 – Schäferhunde
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Großbritannien

Standardnummer: 271
Größe:

Rüden – 53–56 cm
Hündinnen – 51-53 cm
Verwendung: Schäfer- und Begleithund.

Geschichte und Herkunft

Schriftliche Dokumentationen einer Hunderasse aus dem Hochland Schottlands, die dem Bearded Collie gleicht, reichen bis ins 16. Jahrhrundert zurück. Um welche Hunderasse es sich dabei genau handelt, muss Spekulation bleiben – ein wahrscheinlicher Kandidat ist die polnische Hütehunderasse Polski Owczarek Nizinny (zu dt. „polnischer Niederungshütehund“). Auch eine Verwandtschaft mit dem Tibet-Terrier, dem altenglischen Bobtail und dem französischen Briard/Berger de Brie wird angenommen. In Schottland und im Norden England werden sie bereits seit langer Zeit gezüchtet und dazu verwendet, im Hochland Schafe zu hüten. Daher sind sie noch heute auch unter den Namen „Highland Collie“ oder „Mountain Collie“ bekannt. Gegen die schlechten Witterungsverhältnisse waren die Bearded Collies mit ihren charakteristisch zotteligen Fell gut geschützt. Anders als viele hochspezialisierte Hütehunderassen ist der Bearded Collie ein talentierter Allrounder, der die Herde eigenständig von den Bergen ins Tal treiben und aus eigenem Antrieb verirrte Tiere zur Herde zurückbringen kann.

Der Ursprung des Bearded Collie, wie er heute weltbekannt ist, geht auf eine Zuchtlinie zurück, die um 1940 von Gwendoline Olive Willison und ihrer Hündin Jeannie gegründet wurde. Sie suchte lange nach einem geeigneten Partner für Jeannie, den sie endlich in einem Rüden namens Bailie fand. Zusammen trugen sie als Bothkennar-Familie das Meiste zum Aussehen des modernen Bearded Collie bei. 1955 wurde der „Bearded Collie Club“ gegründet, 1989 gewann der Bearded Collie „Potterdale Classic at Moonhill“ die Crufts-Hundeausstellung und gab der bis dato relativ unbekannten Hunderasse großen Aufschwung. Heutzutage wird der Bearded Collie beinahe ausschließlich als Begleit- und Familienhund gezüchtet.

Ein Bearded Collie riecht an orangeroten Lilien.
Der Bearded Collie ist (anders als viele Hütehunderassen) ein unkomplizierter und angenehmer Familienhund. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Obwohl sie ihre Vergangenheit als arbeitsame Hütehunde zum größten Teil bereits hinter sich gelassen haben, sind Bearded Collies weiterhin aktive und energiegeladene Hunde. Sie verfügen über eine fröhliche und aufgeweckte Natur und sind sehr intelligent. Ihre Eigenständigekit und Unabhängigkeit haben sie weiterhin beibehalten. Das bedeutet nicht, dass sie nicht anhänglich wären, sondern lediglich, dass sie Kommandos und Befehle manchmal hinterfragen oder für ein Problem eine kreative, ungewöhnliche Lösung finden. Sie sind grundsätzlich sehr selbstsicher und neigen nicht zu Ängstlichkeit, Nervosität oder gar Aggressivität. Ihr ausgeglichenes, aber trotzdem enthusiastisches Temperament eignet sie gut für den Umgang mit Kindern.

In ihrer Erziehung sind Bearded Collies grundsätzlich unkompliziert. Sie befolgen bereitwillig Kommandos oder Befehle, wenn diese in ihren Augen Sinn machen. Sie verstehen sehr schnell, was von ihnen erwartet wird, und erfüllen diese Erwartungen gerne. Dieser Hunderasse liegt nichts daran, an der Spitze der Rangordnung zu stehen, sie ordnet sich gerne unter – doch wenn das Training zu repetetiv wird, kann sie schon mal den Gehorsam verweigern. Am besten lastet man den Bearded Collie und seinen wachen Intellekt durch Hundesportarten wie Agility, Obedience, Leistungshüten oder Treibball aus.

Ein nasser Bearded Collie tobt im Wasser.
Bearded Collies sind aktive und lebensfrohe Hunde - aber auch sehr anpassungsfähig. / Foto: pixabay.

Erscheinungsbild

Der Bearded Collie ist mittelgroßer Hund mit schlankem, aber trotzdem kräftigen Körperbau. Gesunde Rüden erreichen ein durchschnittliches Gewicht von 23-28 Kilogramm, Hündinnen sollten ein Gewicht von 18-22 Kilogramm nicht drastisch überschreiten. Die Farbe des Nasenschwamms und der großen, weit auseinanderliegenden Augen hängen meist von der Fellfarbe ab. Die Hängeohren sind von mittlerer Größe und (wie der Rest des Körpers) gut behaart. Der gerade Rücken, die tiefe Brust und die gut bemuskelten Läufe sorgen für eine geschmeidige, weit ausgreifende Bewegung. Viele sind oftmals überrascht, wie schnell und agil der Bearded Collie sich trotz seines üppigen Haarkleides bewegen kann.

Fell und Pflege

Der Bearded Collie verfügt über ein langes, doppeltes Haarkleid aus weicher, dichter Unterwolle und glattem, hartem, zottigen Deckhaar. Dieses darf weder wollig noch lockig ausfallen, leichte Wellen sind jedoch vom FCI-Rassestandard erlaubt. Die Länge und Dichte des Fells soll ihn vor schlechter Witterung schützen und seinen Körper betonen, darf aber nicht so üppig sein, dass die Körperlinien nicht mehr sichtbar sind. An den Wangen, den Unterlippen und unter dem Kinn bildet sich der typische, namensgebende „Bart“. Erlaubte Fellfarben umfassen schiefergrau, rötlich falbfarben, schwarz und blau sowie alle Schattierungen von grau, braun und sandfarben, mit oder ohne weißen Abzeichen am Fang, als Blesse auf dem Schädel, an der Rutenspitze, auf der Brust, an den Läufen und an den Pfoten. Auch leichte, lohfarbene Abzeichen können und dürfen vorkommen.

Die Pflege des Fells fällt beim Bearded Collie sehr aufwendig aus. Mehrmals wöchentlich muss ihr Haar sorgfältig gebürstet und gekämmt werden, damit sich keine Verfilzungen bilden können. Besonders auf verfilzte Haare zwischen den Zehenballen muss geachtet werden. Das Haarkleid wird manchmal gerne im „Puppy Cut“ gekürzt, trimmen sollte man das lange Fell aber nicht – ansonsten wird die natürliche Fellstruktur dauerhaft gestört. Auch die Ohren sollte man regelmäßig kontrollieren und mit einem weichen Tuch reinigen, um Entzündungen vorzubeugen.

Ein Bearded Collie-Welpe sitzt hechelnd auf einer Wiese.
Schon als Welpen sind Bearded Collies aufmerksam und feinfühlig. / Foto: pixabay.

Gesundheit

Mit einer Lebenserwartung von etwa 14 bis 15 Jahren kann sich der Bearded Collie auf ein langes und gesundes Leben freuen. Obwohl es sich um eine robuste und noch nicht „überzüchtete“ Rasse handelt, sind Krebserkrankungen und Nierenschäden häufige Todesursachen. Auffallend prävalent ist beim Bearded Collie außerdem die Erbkrankheit Hypoadrenokortizismus, auch Morbus Addison genannt. Dabei handelt es sich um eine chronische Unterfunktion der Nebennierenrinde, die ohne Behandlung den Hormonhaushalt empfindlich stört und die Nebennieren durch das eigene Immunsystem zerstört. Mit der richtigen, frühzeitigen Diagnose und Therapie ist den meisten Tieren jedoch ein normales Leben möglich.

Wusstest du, dass der Bearded Collie...

… ein kleiner Filmstar ist?

In der 2006 verflmten Fantasie-Komödie „Hör mal, wer da bellt“ spielten mehrere Bearded Collies die Hauptrolle, u.a. „Coal“ und Stunt-Double „Joey“. Auch in anderen Filmen wie „Agent Cody Banks“ (2003), „First Kid“ (1996) oder „Der Junge und sein Hund“ (1975) waren Bearded Collies als tierische Darsteller zu sehen. Aufgrund ihrer hohen Intelligenz sind diese Hunde leicht zu trainieren.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Bearded Collie beim Hüten (Video)

Wer den Bearded Collie noch nie in seiner ursprünglichen Funktion erlebt hat, kann das in diesem Video nachschauen. Die aufmerksamen und führigen Hütehunde haben ein Händchen für Schafe – vielleicht weil sie selbst genauso flauschig sind?

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