In ganz kleinen Dosen

Boston Terrier beim Tierarzt
Er beäugt die Globuli noch etwas skeptisch, wird über die sanfte Behandlung schlussendlich aber dankbar sein. Fpto: Wolfilser Fotolia.com
Boston Terrier beim Tierarzt
Er beäugt die Globuli noch etwas skeptisch, wird über die sanfte Behandlung schlussendlich aber dankbar sein. Fpto: Wolfilser Fotolia.com

Ob vom Wehwehchen oder etwas Ernsthafterem geplagt – die Homöopathie schaut aufs Ganze und heilt auch Hunde auf sanftem Weg.

Wir kennen sie, diese kleinen weißen Kügelchen – mit oft großer Wirkung, wie die Homöopathie besagt. Globuli finden dort als Arzneimittel ihren Platz. Auch in der Tierhomöopathie. Was manche noch immer als Hokuspokus abtun, bewährt sich seit mehr als zweihundert Jahren.

Was aber ist Homöopathie genau? „Sie ist eine von Dr. Samuel Hahnemann im Jahr 1796 entdeckte Lehre, welche ihre Heilmittel nach dem Ähnlichkeitsprinzip wählt“, erklärt Peter Knafl, praktischer Tierarzt und Fachtierarzt für Homöopathie in Klosterneuburg. Dem Ähnlichkeitsprinzip? Das bedeutet, eine Arznei soll jene Beschwerden an Kranken heilen, „die denen ähnlich sind, welche sie selbst an gesunden Menschen (oder Tieren) hervorrufen kann. Das Krankheitsbild, das der Patient zeigt – in seinem körperlichen aber auch seelisch-geistigen Befinden – entspricht genau dem Arzneimittelbild“, schreibt die Österreichische Gesellschaft für Homöopathische Medizin.

Und was ist nun das Besondere an dieser Alternativmedizin? Sie betrachtet den Patienten als Ganzes und so wird auch die Gesamtheit seiner Beschwerden behandelt. „Es wird das eine homöopathische Einzelmittel gesucht, das auf die Gesamtheit der Symptome passt und nicht für jede einzelne Beschwerde (zum Beispiel Husten, Durchfall, Schmerzen, Angst oder Herzschwäche) ein Medikament gegeben. Durch dieses passende Einzelmittel ist eine Besserung oder Heilung auf mehreren Ebenen möglich“, so Knafl.

Und der Placebo-Effekt?

Und vor allem: Es wird immer auf Heilung, nicht auf die Unterdrückung einzelner Symptome gesetzt. Der vieldiskutierte Placebo-Effekt – dass eine Behandlung oder ein Medikament schon alleine deshalb wirke, weil man ihm gegenüber positiv eingestellt ist – spiele übrigens auch in der Tiermedizin eine Rolle, jedoch bei der schulmedizinischen wie auch der homöopathischen.

Drei mal schnell gefragt:

Wie steht es mit dem Placebo-Effekt? Ist der bei Hunden relevant?

Er spielt auch in der Tiermedizin eine Rolle, allerdings in der schulmedizinischen ebenso wie in der homöopathischen.

Wie schnell wirkt Homöopathie?

Sie wirkt sofort. Bis Änderungen wahrnehmbar sind, hängt jedoch von der zugrundeliegenden Erkrankung oder den Symptomen ab.

Gibt es Nebenwirkungen?

Nein, aber eine Verschlechterung auf die Arzneigabe ist möglich. Homöopathie gehört deshalb in die Hand von ausgebildeten und geprüften Tierärzten (erkennbar am Titel Fachtierarzt für Homöopathie).