Großer Münsterländer – ein stattlicher Jagdhund

by Administrator
Großer Münsterländer Steckbrief

Der Große Münsterländer ist und bleibt ein leidenschaftlicher Jäger. Er hat eine enge Bindung zum Menschen, sollte aber als Jagdhund ausgebildet und geführt werden.

Als reiner Familienhund wird der Münsterländer seinem Naturell entsprechend zu wenig gefördert und gefordert. Da kann es schon passieren, dass er vor lauter Langeweile auf dumme Gedanken kommt. Wer sich also ein Exemplar dieser Hunderasse zulegen möchte, sollte auch für die entsprechende Auslastung sorgen!

Geschichte & Ursprung

Über die genauen Ursprünge des Großen Münsterländers gibt es leider nur wenig Hinweise. Es ist jedoch stark davon auszugehen, dass bereits seine Vorfahren in Deutschland zur Jagd auf Federwild eingesetzt wurden. Wahrscheinlich stammt diese Hunderasse von den weißbunten Vogel- und Beizhunden des Mittelalters ab, denn auf dementsprechenden Gemälden aus dieser Zeit sind immer wieder sehr ähnliche Hunde zu bewundern. Ende des 19. Jahrhunderte begannen Liebhaber der Rassen mit der planmäßigen Zucht dieser langhaarigen deutschen Vorstehhunde.

 1878 einigte man sich bei der Festlegung des Rassestandards auf die Farbvarianten braun und braun-weiß. Schwarzhaarige Hunde sah man als das Ergebnis von Setter-Einkreuzungen, obwohl schwarz-weiße Hunde seit jeher in den deutschen Zuchtlinien auftauchten. Einige Jahre lang führte man die schwarz-weißen Hunde weiterhin im Zuchtbuch, bis sie 1909 endgültig durch den Deutsch-Langhaar-Verein von der Zucht ausgeschlossen wurden.

Dennoch hatte die schöne Farbvariante weiterhin viele Fans – besonders im westlichen Münsterland und in Niedersachsen gab es noch viele Exemplare. Deswegen gründete man 1919 den Verein für die Reinzucht des langhaarigen schwarz-weißen Münsterländer Vorstehhundes.  1922 begann schließlich die Reinzucht der langhaarigen schwarz-weißen deutschen Vorstehhunde, denen man nun auch den Namen “Großer Münsterländer Vorstehhund” gab. Die damalige Urliste umfasste nur 83 Hunde, heute werden laut dem Zuchtbuch des Verband Großer Münsterländer ca. 300 Welpen pro Jahr geboren. Lange waren diese Hunde nur in bestimmten Regionen Deutschlands bekannt, und erst 1954 erfolgte schließlich auch die internationale Anerkennung der Rasse durch den FCI. Bis heute hat sich diese Hunderasse ihr Talent zum Jagdhund und auch Hirtenhund erhalten, und es wird großer Wert auf Leistungsfähigkeit und Gesundheit gelegt.

Trotz der Namensähnlichkeit ist der Große Münsterländer daher nicht der „große Bruder“ des Kleinen Münsterländers, sondern eine eigenständige Rasse. Tatsächlich ist er genetisch näher mit dem Deutsch Langhaar verwandt, der statt in der schwarzen Farbe in der braunen und braun-weißen Variante weitergezüchtet wurde.

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Großer Münsterländer: Als reiner Familienhund wird diesem Jagdhund schnell langweilig / Foto: Pixabay

Wesen & Charakter

Gelehrig, führig und zuverlässig – mit diesen Eigenschaften ist der Große Münsterländer eine vielseitig verwendbare Jagdgebrauchshunderasse. Er ist sehr lebhaft, aktiv und gleichzeitig bis heute ein passionierter Jäger. Daher fühlt sich diese Hunderasse am wohlsten, wenn sie ihrer angeborenen Leidenschaft auch nachkommen kann. Als reiner Familienhund werden Hunde dieser Rasse daher nicht glücklich. Wer selbst keiner Jagdtätigkeit nachgeht, sollte also für alternative artgerechte Auslastung sorgen. Denn sollte sich ein Großer Münsterländer zu sehr langweilen, können Verhaltensprobleme und destruktive Triebe zum Vorschein kommen. Seriöse Züchter achten daher sehr genau darauf, ihre Welpen nur an sehr sportliche Menschen mit viel Zeit für den Hund abzugeben.

Der große Münsterländer besitzt zudem viel Kinderliebe, starke Nerven und ein angenehmes, freundliches Wesen. Sie ordnen sich in der Familienhierarchie gerne unter, und ihre Erziehung geht meist sehr leicht von der Hand. Zu ihren Menschen entwickeln sie eine starke Bindung und mögen es daher nicht, stundenlang alleine zu Hause zu bleiben. Als naturverbundene Jagdhunde sind sie außerdem in einem Landhaus mit Garten besser aufgehoben als in einer kleinen Stadtwohnung.

Ein großer Münsterländer läuft über eine Wiese.
Als aktiver Jagdhund braucht der Große Münsterländer viel Bewegung an der frische Luft! / Foto: Pixabay.

Aussehen & Besonderheiten

Insgesamt entspricht der Große Münsterländer mit seinem muskulösen Körperbau und den trockenen Körperlinien dem schnittigem Gesamtbild deutscher langhaariger Vorstehhunde. In ihren dunkelbraunen Augen zeigen sie sich stets Edelmut und Intelligenz. Die hoch angesetzten Ohren sind breit mit abgerundeter Spitze und gut befranst. Die befahnte Rute wird meist waagrecht getragen. Starke und gut bemuskelte Vorder- und Hinterläufe erlauben dieser Rasse einen raumgreifenden Gang.

Ein Großer Münsterländer-Welpe liegt auf einem Bett.
Ordentlich ausgelastet sind Große Münsterländer angenehme und anschmiegsame Hausgenossen. / Foto: Canva.

Fell & Pflege

Besonderes Merkmal dieser Rasse ist natürlich das lange und dichte Fell, welches jedoch weder lockig oder abstehend sein darf. An der Rückseite der Läufe sollen Große Münsterländer eine üppige Befederung aufweisen. Üblicherweise kommt das schwarz-weiße Fell in drei Varianten vor: weiß mit schwarzen Platten und Tupfen, schwarz geschimmelt und selten auch reinschwarz. Der schwarze Kopf weist dabei weiße Abzeichen, wie eine Schnippe oder Blesse, auf. In Ausnahmefällen kommt auch eine dunkelbraune Färbung vor – diese Hunde werden allerdings von der weiteren Zucht ausgeschlossen.

Wie bei vielen Langhaar-Hunden ist die Fellpflege des Großen Münsterländers überraschend einfach: Wer etwa täglich zur Langhaar-Bürste greift, wird wenig Haare im Haushalt finden. Auch Verfilzungen kann man so leicht vorbeugen. Besonders wichtig ist dabei, auch hinter den Ohren und unter den Achseln sorgfältig zu bürsten. Nach einem ausgiebigen Waldausflug sollte man das Fell und die Pfoten unbedingt auf Fremdkörper wie Kletten, Dornen und speziell Grannen untersuchen! Wegen der Schlappohren muss man außerdem regelmäßig den Ohrkanal reinigen, um Ohrenentzündungen vorzubeugen.

Ein Großer Münsterländer steht auf dem Rasen.
In dem herrlich langen Fellkleid können sich beim Stöbern durch Unterholz Kletten und Dornen verhaken! / Foto: Canva.

Gesundheit

Dank der sorgfältigen Zucht ist der Große Münsterländer eine robuste und gesunde Hunderasse ohne rassetypische Krankheiten. Vereinzelt kommen Fälle von Hüft- (HD) oder Ellenbogendysplasie (ED) vor. Daher werden diese Hunde trotz ihrer Körpergröße im Durchschnitt 12 bis 14 Jahre alt. Allerdings müssen Besitzer sehr genau auf die Futtermenge achten, da die Hunde ihr Futter sehr gut verwerten und schnell zu Übergewicht neigen.

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Der große Münsterländer ist ein aufmerksamer Hund mit ausgeprägtem Jagdtrieb. / Foto: pixabay.

Schon gewusst?

Dass der große Münsterländer besser mit Menschen zusammenarbeitet als mit anderen Jagdgebrauchshunden?

In einer US-amerikanischen Studie verglich man 2011 verschiedene Hunderassen aufgrund ihrer Fähigkeiten, ihren Hundeführern zu gehorchen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Der Große Münsterländer stach dabei als besonders gehorsam und führig hervor. Obwohl sie ihre Vorsteherfähigkeit erst später entwickeln als andere Rassen, sind sie besser darin, getroffene Beute aufzuspüren.

Große Münsterländer bei der jagdlichen Frühprägung (Video)

Früh übt sich – besonders, wenn man mit so viel Talent zum Jagdhund geboren wurde! Begleiten Sie diesen süßen Wurf Großer Münsterländer-Welpen zur jagdlichen Frühprägung in der Welpenschule.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

Knochen_Bewertung 4

Anfängertauglich

Knochen_Bewertung 1

Familienfreundlich

Knochen_Bewertung 4

Fellpflege

Knochen_Bewertung 2

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