Jack Russell Terrier (Hunderasse) – furchtloser Jäger

by Administrator
Fci Klassifizierung Jack Russel Terrier

Der Jack Russell Terrier ist eine der bekanntesten Hunderassen aus England. Das kluge Energiebündel möchte sowohl geistig als auch körperlich regelmäßig gefördert werden. Dafür ist vom Halter einiges an Energie und Zeit notwendig.

Wegen seinem ausgeprägten Jagdinstinkt und seinem Selbstbewusstsein eignet sich der Jack Russell Terrier nicht für Anfänger. Mit der passenden Erziehung und entsprechender Konsequenz ist er allerdings ein absolut liebenswerter Familien- und Begleithund. Diese Hunderasse ist eine FCI-anerkannte und eigenständige Rasse, die nach seinem Gründer Reverend John Russell benannt ist. Später hat sich von ihm der hochläufige Parson Russell Terrier abgespalten.

Geschichte & Ursprung

Die Geschichte des Jack Russell Terriers begann um 1800 im britischen Swymbridge in Devon. Dort lebte und arbeitete der englische Pfarrer John „Jack“ Russell, den eine große Leidenschaft für das Reiten, die Fuchsjagd und die Terrierzucht beseelte. Ursprünglich besaß dieser eine Meute von Fox Terriern, mit denen er auch selbst züchtete. Sein Zuchtziel war es, dass der kleine Terrier entspannt neben dem Pferd herlaufen und sich Füchsen gegenüber zur Wehr setzen kann. Hauptsächlich war es die Aufgabe des Hundes, dem Fuchs aus seinem Bau und vor die Flinte des Jägers zu treiben.

Schon bald waren die Welpen aus seinem Zwinger so berühmt für ihre Jagdfähigkeiten und Intelligenz, dass man die Hunde aus seiner Zucht als „Jack Russell Terrier“ bezeichnete. Zu den frühesten bekannten Ahnen dieser Hunde gehören die 1819 erworbene Stammmutter der Rasse, die Hündin „Trump“, und der 1884 geborene Rüde „Carlisle Tack“.

 

Obwohl Pfarrer Russell zu den Gründungsmitgliedern des 1873 in die Welt gerufenen Kennel Clubs gehörte, nahm er mit seinen Hunden nur selten an Hundeausstellungen teil. Selbst nach seinem Tod 1883 setzte sich die Rassebezeichnung des Jack Russell Terriers (auch kurz JRT genannt) weiterhin durch.

 

Zu dieser Zeit war auch die Fuchsjagd in Australien besonders beliebt, wo Füchse meist in sehr niedrigen Kaninchenbauten lebten. Zu diesem Zweck bevorzugten die Australier den niederläufigen Jack Russell Terrier, der leichter in diese Bauten eindringen konnte. Leider entstand durch die Isolation der kleinen Population ein Inzuchtproblem in Australien. Deswegen wurde 1972 der Jack Russell Terrier Club of Australia gegründet.

Heute ist der Jack Russell Terrier eine der beliebtesten Begleithunderassen der Welt und dementsprechend über den ganzen Globus verteilt. Erst 2000 erfolgte auch die offizielle Anerkennung der Hunderasse durch den FCI.

Zwei Jack Russell Terrier stehen auf einer Wiese und schauen konzentriert in die Ferne.
Der Jack Russell Terrier ist ein aufmerksames Energiebündel. / Foto: Canva.

Wesen & Charakter

Ein Jack Russell Terrier benötigt als passionierter Jäger sehr viel Auslauf, das Tier möchte sich jeden Tag richtig austoben. So mancher Halter hat sich davon schnell ein bisschen überfordert gefühlt – daher gehört dieser Hund nur in fähige Hände. Das Ziel ist es, den Terrier körperlich und geistig regelmäßig zu fördern. So bleibt der Hund ausgelastet und ausgeglichen. Agility-Training, Hundefrisbee, Fährtenarbeit oder lange Spaziergänge eignen sich dafür ganz besonders gut. Auch zu Hause sollte viel Beschäftigung und Spiel geboten werden. Wenn sich ein Jack Russell Terrier nämlich gelangweilt fühlt, kommt er rasch auf (für uns Menschen) dumme Ideen.

Ursprünglich war er als Jagdhund oder Arbeitstier gedacht, deshalb ist der Jagdtrieb stark ausgeprägt. Darum sollte der Hund bei Spaziergängen niemals im Unterholz verschwinden, weil er dann vielleicht Hasen hinterherjagt. Im Allgemeinen sind diese Hunde wachsam, mutig und selbstbewusst, manchmal regelrecht kühn. Frühe Sozialisation von Welpenpfoten an ist wichtig, damit er auch anderen Hunden gegenüber freundlich bleibt. Der Jack Russell Terrier braucht einen bereits hundeerfahrenen Halter, der mit seiner Energie und seinem festen Charakter zurechtkommt. Deswegen wählen seriöse Züchter neue Besitzer sehr sorgfältig aus. Auch wenn diese Hunderasse sehr niedlich und klein aussieht, haben es diese Vierbeiner nämlich faustdick hinter den Ohren.

Erziehung & Training

Eine liebevolle, aber konsequente Erziehung ist für die intelligenten und selbstbewussten Jack Russell Terrier unbedingt notwendig. Ansonsten ist er schnell der Chef im Haus. Im seinem Wesen ist diese Hunderasse sehr verspielt, arbeitswillig und freundlich. Ein Haus mit Garten ist ideal für die Haltung dieser Hunde. Doch auch die Haltung in der Wohnung ist durchaus möglich, wenn abseits der eigenen vier Wände genug Auslastung und Auslauf erfolgt.

Obwohl die Rasse grundsätzlich kinderlieb ist, ist erhöhte Vorsicht besonders bei kleinen Kindern geraten – denn diese Hunde sind nicht als langmütig bekannt. Als Familienhund ist er daher eher für Familien mit älteren Kindern besser geeignet. Der Besuch einer Welpenschule oder Hundeschule ist besonders empfehlenswert. So kann der Welpe auch andere Hunderassen und Hunde kennen lernen und eine sorgfältige Sozialisierung erfahren.

 

Liste aller Hundesportarten im Überblick – (diehundezeitung.com)

Ein Jack Russell Terrier jagt am Strand einen Ball.
Sport und viel Bewegung sollte zum Alltag eines Jack Russell Terriers gehören! / Foto: Canva.

Aussehen & Besonderheiten

Der Körperbau eines Jack Russell Terriers ist üblicherweise niederläufig und kompakt und erlaubte flinke und agile Bewegungen. Bei seinen Entdeckungstouren hat das Tier meistens die Nase auf dem Boden. Laut FCI-Standard wird die Hunderasse zwischen 25 und 30 Zentimeter hoch. Das ideale Gewicht liegt dabei bei 5-6 Kilogramm. Die Beine sind etwas kürzer gehalten, der Körper ist eher länger als hoch. Der Umfang des Brustkorbs liegt meist zwischen 40 und 43 Zentimetern. Die ungefähr dreieckig-förmigen Ohren sind beim Jack Russell nach unten geklappt.

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Während der Pubertät testen besonders selbstbewusste Vierbeiner ihre Grenzen aus und zeigen sich dabei schon einmal rauflustiger. / Foto: Pixabay

Fell & Pflege

Die typische farbliche Kombination ist kennzeichnend für die Hunderasse. Das Fell des Jack Russell Terriers ist überwiegend weiß, es gibt Abzeichen und Flecken in unterschiedlichen farblichen Tönen. Diese können lohfarben, schwarz und braun sein. Diese Flecken können sich auf wenige Stellen konzentrieren oder wie Kuhflecken verteilt sein. Das rundum gefleckte Auge wirkt besonders keck und prägnant zugleich. Grundsätzlich muss der weiße Anteil beim JRT immer dominieren.

Das Fell kommt wie bei seinem Ahnen, dem Fox Terrier, in glatter, rauer oder stichelhaariger Struktur vor. Der Aufwand der Pflege des Jack Russell Terriers bestimmt sich anhand der Fellstruktur. Daher sind glatthaarige Hunde weniger pflegeintensiv als stichelhaarige oder rauhaarige Jack Russell Terrier. Bei ihnen reicht es, regelmäßig zu bürsten, für rauhaarige Hunde fällt mehrmals im Jahr Felltrimmen an. Wie viele andere kleinere Hunderassen ist er außerdem vermehrt anfällig für Zahnstein.

Ein Jack Russell Terrier in Rauhaar.
Die Rauhaar-Variante des Jack Russell Terriers kann man leicht am markanten Bart erkennen. / Foto: Canva.

Gesundheit

Dank sorgfältiger Zucht besonders in Europa gilt der heutige Jack Russell Terrier als sehr gesunde Hunderasse mit einer langen Lebensspanne von 13 bis 16 Jahren. Dennoch sind folgende rassetypische Krankheiten bekannt: Einerseits neigt diese Rasse zu einer genetisch bedingten Schwäche des Aufhängeapparats der Augenlinse und damit zu einer Linsenverlagerung, eventuell mit sekundärem Grünen Star. In der verantwortungsvollen Zucht gibt es für dieses Gesundheitsproblem jedoch einen verlässlichen Gentest. Zudem ist eine Prädisposition für neuronale Erkrankungen wie die Ataxie und Myelopathie der Terrier bekannt. Außerdem kann es zu seltenen Fällen von Patellaluxationen kommen.

Will man einen Jack Russell Terrier kaufen, sollte man sich daher nur an seriöse Züchter wenden, die über diese Gesundheitsprobleme der Rasse Bescheid wissen.

Zwei Jack RUssell Terrier Welpen laufen einem Ball hinterehr.
Von Welpenpfoten an sind Jack Russell Terrier verspielt, neugierig und energiegeladen. / Foto: Canva.

Wusstest du, dass der Jack Russell Terrier...

… ein guter Springer ist?

 

Trotz seiner geringen Körpergröße ist der Jack Russell Terrier ein richtiger Springball. Obwohl er den meisten Menschen nicht einmal bis zum Knie reicht, kann er bis zu eineinhalb Meter hoch springen. Daher ist eine gute Umzäunung seines Heimatgrundstücks dringend zu empfehlen! Ansonsten könnten sie den Zaun nur als lästiges, aber keinesfalls unüberwindbares Hindernis sehen, wenn ein Kaninchen oder die Nachbarskatze vorbeiläuft.

… ein richtiger TV-Star ist?

Weil diese Hunde gelehrig und arbeitswütig sind, eignen sie sich auch perfekt als Filmhunde. Die bekanntesten Beispiele für Jack Russell Terrier in Film und Fernsehen umfassen „Moose“ aus der US-Serie Frasier oder „Milo“ aus dem Comedy-Film Die Maske.

Ein Jack Russell-Terrier sieht in die Kamera.
Jack Russell-Terrier wie Oskar haben ein feines Näschen und sind sehr intelligent. / Symbolfoto: pixabay.

Jack Russell Terrier Welpen (Video)

Die Rasse im Überblick

Bewegung

Knochen_Bewertung 4

Anfängertauglich

Knochen_Bewertung 1

Familienfreundlich

Knochen_Bewertung 3

Fellpflege

Knochen_Bewertung 2

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