Wasserrute beim Hund – gefährlicher Muskelkater im Schweif

Ein Hund ohne Wasserrute springt in den Pool, man sieht ihn von hinten.
Übermäßiges Schwimmen kann besonders die Rute und Schwanzmuskulatur des Hundes stark belasten - und eine Wasserrute verursachen. / Symbolfoto: pixabay.

Man kennt sie unter vielen Namen: Wasserrute, Hammelschwanz, Cold Water Tail, kalte Rute, tote Rute. Hinter diesen Bezeichnungen versteckt sich dieselbe Erschöpfungserscheinung der Rute, nachdem der Hund übermäßig viel geschwommen ist. Denn im Wasser wird der Hundeschweif ganz besonders beansprucht.

So mancher Hundebesitzer kennt folgende Geschichte bereits: Man ist mit dem Hund am Wasser, der Vierbeiner tobt und schwimmt voller Freude. Doch zu Hause zeigt er sich unruhig, seine Rute hängt seltsam schlaff herab. Beim Gassigehen kann er sich kaum richtig hinhocken. Warum verhält sich der Hund so und wie kann man eine Wasserrute vorbeugen? Erfahren Sie es jetzt!

Wasserrute beim Hund – was ist das?

Meistens tritt die Wasserrute beim Hund dann auf, wenn dieser sich ausgiebig im Wasser bewegt hat und viel geschwommen ist. Daher zeigt sich dieses Phänomen am häufigsten im Sommer. Beim Schwimmen kommt es zu einer Überbeanspruchung der Schwanzmuskulatur und kann in weiterer Folge zu einer Stauchung der Schwanzwirbelgelenke, einer Entzündung zwischen den Wirbelgelenken, einer vorübergehenden Durchblutungsstörung der Rute und oder zu Muskelschäden an der Rute führen.

Besonders Hunde mit bereits vorhandenen Problemen an der Lendenwirbelsäule und am Kreuzbein sind gefährdet. Auch Hunderassen, die gerne schwimmen oder viel im Wasser arbeiten, haben ein erhöhtes Risiko: Golden Retriever, Labrador Retriever, English Pointer, Flat Coated Retriever, Beagle, English Setter und Nova Scotia Retriever. Aber generell können Rassen, die sehr aktiv sind und die Rute viel bewegen, an der Wasserrute erkranken. Zudem begünstigt sehr kaltes oder warmes Wasser die Ausbildung einer Wasserrute – besonders dann, wenn der Hund bei nasskaltem Weter nach dem Baden nicht sorgfältig genug abgetrocknet wird.

Auftreten und Symptome

Eine Wasserrute erkennt man am besten an der charakteristischen Schwanzhaltung: ein paar Zentimeter gerade weggestreckt, der Rest des Schweifes hängt schlaff herunter. Außerdem vermeiden es die Hunde tunlichst, mit dem Schwanz zu wedeln. Beim Absetzen von Kot und Urin zeigen sie große Unsicherheit. Manchmal kippen sie währenddessen das Becken seitlich im Welpensitz, weil ihnen der Schwanzansatz schmerzt. Generell können die durch die Wasserrute verursachten Schmerzen dazu führen, dass sich der Hund unruhig, aggressiv oder depressiv verhält. Auch gesträubtes Fell um den Schwanzansatz ist ein sicheres Zeichen für eine Wasserrute. Der Tierarzt kann durch die Kontrolle des Muskelenzyms Creatinkinase (CK) im Blut feststellen, ob eine dementsprechende Schädigung der Muskulatur aufgetreten ist.

Therapie und Behandlung

Obwohl die Wasserrute lediglich wie ein Muskelkater im Schwanz wirken mag, handelt es sich um eine gefährliche Erkrankung, die zu einer nachhaltigen abnormen Schwanzhaltung führen kann. Dementsprechend sollte man den betroffenen Hund zum Tierarzt bringen, um durch Medikamente und Entzündungshemmer die Schmerzen zu lindern. Die Bestrahlung durch Rotlicht, warme Umschläge am Schwanzansatz und Massagen können zudem die Regeneration beschleunigen. Am wichtigsten ist es jedoch, den Hund zu schonen. Binnen zwei Wochen sollte sich die Rute wieder erholt haben. Tritt die Waserrute öfter auf, wäre es ratsam, die Muskulatur des Hundes durch gezielte Physiotherpie zu unterstützen. Außerdem muss bei wiederholten Fällen das Arbeits- oder Schwimmpensum des Hundes gesenkt werden.

Als Hundebesitzer können Sie jedoch einige Maßnahmen treffen, um ihren Hund vor der Wasserrute zu bewahren:

  • kein Schwimmen in Gewässern mit starker Strömung
  • langsames Abkühlen des Hundes vor dem Bad, besonders bei sehr heißem Wetter
  • bei kühlem oder nassem Wetter den Hund sorgfältig nach dem Schwimmen abtrocknen
  • nach dem Bad einen warmen und ruhigen Platz anbieten (oder einen Trocken- bzw. Wärmemantel anlegen)
  • sehr aktiven Hunden eine Ruhepause verordnen, wenn diese ihre Energie nicht einschätzen können
  • Arbeits- und Jagdhunde vor dem Beginn der Saison langsam an das Arbeitspensum gewöhnen

Unter den richtigen Umständen können Sie Ihre Fellnase vor der Erkrankung an der Wasserrute bewahren und ihm trotzdem viel Freude an der Bewegung im Wasser bereiten!

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