Gib Laut! Warum Bello bellt…

Beiger Hund steht und bellt. Im Hintergrund sieht man eine grüne Hecke.

„Klappe halten!“ Tja, so mancher Vierbeiner muss seinen Senf ja wirklich zu allem dazugeben. Ein anderer kriegt das Maul kaum auf. Bellen tun sie aber eigentlich alle. Das mag uns passen oder auch nicht, schuld daran sind wir …

Sie bellen und wir lieben sie. Also trotzdem. Oder gerade deswegen? Lästig kann’s einem natürlich werden. Ja, auch mir, Hundefreundin der quasi ersten Stunde. Wenn der Nachbarshund (oder – okay, wahrscheinlich sogar öfter – mein eigenes bellfreudiges Exemplar) zum gefühlt zweihundertsten Mal mein endlich mühsam schlafen gelegtes Baby weckt. Wir schätzen aber auch ihre Wachsamkeit – und dass sie uns das auch mitteilen. Darum geht’s nämlich.

Das Bellen des Hundes hat vor allem kommunikative Funktion und ist eine „Anpassung an den sich hauptsächlich verbal verständigenden Menschen“, meint der Verhaltensforscher Erik Zimen. Wölfe bellen kaum, sie kommunizieren viel differenzierter. Hunde hingegen „bellen in vielen unterschiedlichen Situationen und „ersetzen“ dabei die differenzierteren, zumeist subtileren Lautformen der Wölfe durch Bellen“, schreibt Doris Feddersen-Petersen in ihrem Buch „Ausdrucksverhalten bei Hunden“.

Ein kleiner schwarzer Hund steht auf einem Weg, hat seinen Kopf in die Höhe gestreckt und bellt.
Das Bellen ist eine Form der Kommunikation. ©pixabay

Menscheneinfluss

So bellen etwa Hunderassen wie der Deutsche Schäferhund, der „auf Aktionen, Hinweise des Menschen wartet“, deutlich häufiger. „Ein enges Zusammenleben und -arbeiten mit Menschen
ist für sie die adäquate Haltungsform. Und ihre Lautäußerung ist das Bellen.

Dieses gilt für die meisten Hunderassen und Mischlinge. Hunde allerdings, die genetische Veränderungen durch Sekundäranpassungen aufweisen (Dingos, Parias, also Straßenhunde) und mit weniger Menscheneinfluss leben, verändern in aller Regel auch ihr Lautäußerungsverhalten – und bellen (wohl) weniger und/oder in anderen Situationen“ (Feddersen-Petersen 1995). Was sowohl die Häufigkeit als auch die unterschiedlichen Belllaute anbelangt, gibt es sowohl rassebezogene als auch individuelle Unterschiede. Individualitäten im Lautäußerungsverhalten, so auch bezüglich der Qualität und der Quantität des Bellens, bedeuten stets individuelles Erkanntwerden – und das ist für alle Tiere wichtig, die in sozialen Gemeinschaften leben, somit auch für Haustiere (Espmark 1971, Hammerschmidt & Todt 1995)

Bellformen…

Gibt es mit ganz unterschiedlichen Bedeutungen. Sie alle drücken gewisse Gefühle und Absichten aus. Man kann unterscheiden „in Spielbellen (tonal und atonal), Spielaufforderungsbellen, Kontaktbellen, Begrüßungsbellen (bei Erstkontakt nach Abwesenheit des Sozialpartners), Drohbellen und Warnbellen, Territorialbellen, Erregungsbellen und andere“ (Feddersen-Petersen 1995).