Clickertraining unter der Lupe

by Gastautor
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nova scotia duck tolling retriever

Clickertraining basiert auf Prozessen der klassischen Konditionierung und dem Prinzip des konditionierten Verstärkers: Ein zunächst neutraler Stimulus (z. B. ein Klick) wird wiederholt mit Futter gekoppelt und erhält dadurch seine verstärkende Wirkung. Im anschließenden Training lässt sich Verhalten punktgenau markieren und für das Tier klar nachvollziehbar machen.

Was Studien über Clickertraining wirklich sagen

Pfaller-Sadovsky et al. (2020) zeigten in einer systematischen Analyse von Studien zur Wirksamkeit konditionierter Verstärker, dass deren Einsatz insbesondere in Kombination mit strukturiertem Verhaltenstraining zu zuverlässigeren und schnelleren Lernerfolgen führte. Besonders wirksam war der Einsatz beim Umlernen problematischer Verhaltensweisen. Wurden konditionierte Verstärker gezielt eingesetzt, zeigten die Tiere stabilere Leistungen und führten die trainierten Aufgaben zuverlässiger aus. Die Autor:innen betonten jedoch, dass der Trainingserfolg maßgeblich von der korrekten Anwendung abhängt – insbesondere von der exakten Abfolge von Verhalten, konditioniertem Verstärker und Belohnung, präzisem Timing sowie der Auswahl hinreichend motivierender Belohnungen.

Clickertraining ist kein Wundermittel

Andere Studien (z. B. Gilchrist et al., 2021) kamen zu weniger eindeutigen Ergebnissen: Hunde lernen mit Clicker nicht automatisch schneller oder besser als mit einem klaren Lobwort oder ausschließlich mit Futter. Entscheidend ist weniger das Werkzeug selbst, sondern wie exakt und konsequent es im Training eingesetzt wird.

Warum falsch eingesetztes Clickertraining Hunde verunsichern kann

Problematisch ist vor allem die Herangehensweise des sogenannten „blazing clickers“ (Martin & Friedman, 2011) – also extrem häufige Klickfolgen ohne anschließende Verstärkung. Dieses Vorgehen stört das präzise Timing, schwächt die Bedeutung des konditionierten Verstärkers und kann beim Tier Verwirrung oder Frustration auslösen. Fazit: Clickertraining ist wirksam, aber kein Allheilmittel. Ob Clicker, Lobwort oder Futter – entscheidend sind präzises Timing, klare Kontingenzen und Belohnungen, die für das Tier tatsächlich attraktiv sind.Andere Studien (z. B. Gilchrist et al., 2021) kamen zu weniger eindeutigen Ergebnissen: Hunde lernen mit Clicker nicht automatisch schneller oder besser als mit einem klaren Lobwort oder ausschließlich mit Futter. Entscheidend ist weniger das Werkzeug selbst, sondern wie exakt und konsequent es im Training eingesetzt wird.

Ein Hund sitzt aufmerksam und blickt auf eine Hand, die einen blauen Clicker hält. Der Hund trägt ein schwarzes Halsband und befindet sich auf einer grünen Wiese.
© PavelRodimov Mit jedem Klick ein Schritt näher zur perfekten Harmonie zwischen Mensch und Hund. @ PavelRodimov

Über die Autorin

Bild von Nicole Pfaller-Sadovsky, PhD

Nicole Pfaller-Sadovsky, PhD

ist tierschutzqualifizierte Hundetrainerin, Dozentin, Verhaltenstrainerin und PostDoc an der
Prüf- & Koordinierungsstelle des Messerli Instituts.

Quellen

  • Gilchrist, R. J., Gunter, L. M., Anderson, S. F. & Wynne, C. D. L. (2021). The click is not the trick: The efficacy of clickers and other reinforcement methods in training naïve dogs to perform new tasks. PeerJ, 9, e10881. https://doi.org/10.7717/peerj.10881
  • Martin, S. & Friedman, S. G. (2011). Blazing Clickers. Paper presented at the Animal Behavior Management Alliance (ABMA) Conference, Denver, CO.
  • Pfaller-Sadovsky, N., Hurtado-Parrado, C., Cardillo, D., Medina, L. G. & Friedman, S. G. (2020). What’s in a Click? The Efficacy of Conditioned Reinforcement in Applied Animal Training: A Systematic Review and Meta-Analysis. Animals, 10(10), 1757. https://doi.org/10.3390/ani10101757
Golden Retriever
© Nicole Pfaller Sadovsky

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