Lhasa Apso (Hunderasse) – wuscheliger Gefährte

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Als naher Verwandter sieht der Lhasa Apso dem Shih Tzu sehr ähnlich. / Foto: pixabay.

Den zotteligen Lhasa Apso darf man wegen seiner kompakten Körpergröße keinesfalls unterschätzen – denn als ehemalige Palast- und Tempelhunde erfahren diese kleinen Fellnasen noch heute große Wertschätzung in ihrer Heimat. Und eigentlich auch überall sonst auf der Welt.

Lhasa Apso (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde.
Sektion 5 – tibetische Hunderassen
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Tibet

FCI-Standardnummer: 227
Widerristhöhe:
Rüden: 25 cm
Hündinnen: etwas kleiner
Verwendung: Begleithund

Geschichte und Herkunft

Ursprünglich stammt der Lhasa Apso aus den bergreichen und kühleren Regionen Tibets, worauf auch sein Name hinweist: Tibets Hauptstadt Lhasa liegt in einem Tal des Himalaya und ist am besten für den Potala-Palast bekannt, das Winterquartier des Dalai Lama. Sein tibetanischer Name „Abso Seng Kye“ lässt sich in etwa mit „bellendem Löwenwachhund“ oder „bärtigem Löwenhund“ übersetzen. Die Geschichte und Zucht des Lhasa Apso ist eng mit dessen Vergangenheit als Palast- und Tempelhund verwoben, wo dieser als Wächter und Gesellschafter der Mönche fungierte. In Tibet genoss der Hund einen Sonderstatus als Glücksbringer und Botschafter des Friedens und wird damals wie heute hoch geachtet. Daher durften sie auch niemals verkauft, sondern nur als Zeichen großer Wertschätzung an Freunde oder Verbündete als Geschenk überreicht werden.

In den frühen 1920er Jahren kamen erste Exemplare des Lhasa Apso auch nach Großbritannien und verbreiteten sich von dort aus in ganz Europa und später auch in den USA. 1933 wurde der erste europäische Zuchtverein in England gegründet. In Deutschland begann die Hundezucht dieser Rasse erst in den 70er Jahren. Noch heute ist er mit 50 bis 130 geborenen Welpen pro Jahr trotzdem weiterhin ein recht seltener Hund im deutschsprachigen Raum geblieben.

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Der Lhasa Apso hat ein freundliches und ausgeglichenes Wesen, kann aber auch etwas frech sein. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Als ehemaliger Wachhund hat der Lhasa Apso noch heute einen ausgeprägten Schutzinstinkt und kann sich mit seinem lauten Gebell gut Gehör verschaffen. Das Melden von Fremden oder anderen „Bedrohungen“ in der Nähe ihres Domizils kann man ihnen daher nur sehr schwer bis gar nicht abgewöhnen. Davon abgesehen sind die lebhaften und ausgeglichenen Hunde großartige Gesellschafter und treue Gefährten. In ihrer Erziehung muss man sich als HalterIn jedoch konsequent und geduldig zeigen, denn ansonsten kann einem der intelligente und stolze Vierbeiner ziemlich auf der Nase herumtanzen. Unbekannten Personen gegenüber zeigen sie sich anfangs eher zurückhaltend, doch wenn man ihre Zuneigung und ihren Respekt gewinnen kann, kommt ihr herzliches und heiteres Wesen zum Vorschein. Als robuste und aktive Hunde brauchen sie außerdem viel Bewegung im Freien und genießen ausgedehnte Spaziergänge, egal, bei welchem Wetter.

Erscheinungsbild

Da der Urpsrung des Lhasa Apso im Himalaya liegt, ist der Hund für seine kompakte Körpergröße überraschend robust und kräftig. Ab den ovalen, dunklen Augen fällt der Schädel nach hinten leicht ab, ohne jedoch flach zu werden. Die Hängeohren sind stark behaart und schützten das Innenohr früher und heute vor Wind, Wetter und Schmutz. Die hoch angesetzte und reich behaarte Rute wird über den Rücken getragen und kann am Ende einen leichten Knick aufweisen. Die runden Pfoten erinnern ein wenig an Katzenpfoten und ermöglichen eine ähnlich geschmeidige, flotte Fortbewegung.

Das Haarkleid des Lhasa Apso ist dazu gemacht, ihn vor kalten Temperaturen und widrigen Wetterverhältnissen zu schützen: Das Deckhaar ist lang, gerade und hart, die Unterwolle mäßig dicht. Anders als Showtiere früher darf das Fell der Tiere heute nicht mehr ihre Bewegungen beeinträchtigen. Auch das lange Haar um die Augen herum muss getrimmt oder zurückgebunden werden, damit es das Sichtfeld des Lhasa Apso nicht einschränkt. Erlaubte Fellfarben sind gold, sandfarben, honigfarben, dunkel-grizzle, schieferfarben, rauchgrau, zweifarbig, schwarz, weiβ oder bräunlich. Das Fell muss zweimal wöchentlich gründlich gebürstet werden, aber auf übermäßiges Baden sollte man lieber verzichten.

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Obwohl der Lhasa Apso sehr flauschig aussieht, ist sein Deckhaar tatsächlich gerade und hart. / Foto: pixabay.

Gesundheit

Der Lhasa Apso ist sehr robust und widerstandsfähig und erfreut sich daher im Durchschnitt an einer stolzen Lebensspanne von bis zu 18 Jahren. Wie bei vielen Rassen, die früher gerne für Hundeshows gezüchtet wurden, können aber auch Hunde dieser Rasse ein Brachycephalsyndrom entwickeln, wenn bei der Zucht kein Wert auf eine gesunde Kopfform gelegt wird. Hunde mit extrem kurzer Schnauze leiden unter verengten Nasenlöchern, geringem Luftröhrendurchmesser und verlängertem Gaumensegel. Folge ist das für dieses Syndrom charakteristische „Schnarchen“ – dies wird leider zu oft als lustige Eigenheit abgetan und nicht korrekt als Atembeschwerden anerkannt. Bei der Auswahl eines Welpen ist es daher empfehlenswert, auf die Länge der Nase zu achten. Des Weiteren unterschätzen viele HalterInnen den Bewegungsdrang dieses kräftigen Tieres und behandeln es wie ein „Schoßhündchen“ – Übergewicht ist daher keine Seltenheit. Regelmäßige Spaziergänge können da aber leicht Abhilfe schaffen.

Wusstest du, dass der Lhasa Apso...

… früher der Gruppe der Terrier zugeordnet war?

Als der Lhasa Apso langsam auch im Westen immer öfter gesehen wurde, wurden sie zuerst mit anderen wuscheligen Terriern aus Asien verwechselt (besonders gerne mit dem Tibet-Terrier) und als „Lhasa Terrier“ dieser Gruppe zugeordnet. Tatsächlich ist er jedoch näher mit dem Shih Tzu verwandt. Erst später berichtigten Rasseverbände diesen Fehler und gaben ihm den Namen „Lhasa Apso“ ohne den Terrier-Zusatz.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Niedliche Lhasa Apso-Compilation (Video)

Von den wuscheligen kleinen Energiebündeln kann man nie genug bekommen – und deswegen ist eine Compilation vieler süßer Lhasa Apso-Clips die beste Medizin gegen Kuschelsehnsucht.

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