„Wiens Bürokratie vernichtet tiergestützte Interventionen“

Ein Gastkommentar von Helga Widder vom Verein Tiere als Therapie (TAT)

by Alina Rupp
Hunde in der tiergestützten Intervention sind eine wundervolle Möglichkeit, Menschen und vor allem Kindern zu helfen. Nun droht ihr durch Wiens Bürokratie das Aus. Ein Gastkommentar von Helga Widder vom Verein TAT. Foto: Chapin31_canva.com

Der gemeinnützige Verein Tiere als Therapie war in Österreich Vorreiter bei der Etablierung der tiergestützten Intervention und hat in über 30 Jahren viele erfolgreiche Projekte durchgeführt. Wir haben auch in den letzten Jahren ca. 15.000 Kinder in Kinderworkshops mit dem Thema Hund liebevoll vertraut gemacht. Dadurch konnten wir viel Hundeangst nehmen und vor allem Mental Health bei Kindern fördern, Vorbeugungsarbeit bei Bissprävention und Umwelterziehung leisten, aber auch Tierschutz näherbringen und freudvollen Umgang mit Tieren vermitteln. Seit Jahren arbeiten wir auch erfolgreich mit Wien-Xtra und vielen Ferienprojekten, wie z.B. die Summer City Camps an diversen Schulen Wiens, zusammen. TAT-Teams bringen Freude in Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheimen und Schulen.

TAT ist mit dem Wien-Cert ausgezeichnet und damit Bildungspartner der Gemeinde Wien. Mit seinen Ausbildungen ist der Verein auch vom Dachverband ESAAT wie auch von der Fachstelle für tiergerechte Tierhaltung und Tierschutz an der Veterinärmedizinischen Universität anerkannt. TAT ist auch international bekannt und angesehen – erst kürzlich wurde ich für TAT als Referentin zu der amerikanischen IAHAIO-Tagung und zur Kooperation eingeladen.

Wir bilden unsere Einsatz-Teams besonders gründlich und genau in Theorie und Praxis aus, Animal Welfare ist ein besonders wichtiger Punkt dabei. Insgesamt ein Erfolgskonzept, das sich im In-und Ausland sehen lassen kann.

Seit Oktober gibt es aber eine neue Meinung in der MA 60, dem Veterinäramt. Sie sieht in all den tiergestützten Interventionen kein allgemeines Interesse mehr, sondern eine Zurschaustellung von Tieren, ähnlich wie z.B. für Filmaufnahmen. Jeder einzelne Einsatz soll zukünftig angemeldet werden müssen, selbst wenn es eine Gesamtgenehmigung gibt, an deren Erstellung gerade von  MA 60 gearbeitet wird,  bzw. als zweite Variante muss jedes geprüfte Team selbst eine solche Genehmigung einreichen!

Wir sehen sehr wohl ein allgemeines Interesse: Tausende Studien zeigen die Wirksamkeit! Wir haben auch Vorschläge gemacht, wie die Auslegung sehr viel klarer zu bewerten ist, aber leider erfolglos. Damit wird ein wissenschaftlich nachgewiesenes, hocheffizientes Arbeiten durch ein Übermaß an Bürokratie – was das im Übrigen an Kosten für die Steuerzahler:innen nach sich zieht, wäre interessant – unmöglich gemacht und tatsächlich abgewürgt!

Ein Projekt, das gerade für Menschen in schwierigen Lebenssituationen, wie Kinder, die psychische Probleme haben (dafür wird ja derzeit gerade eine Milliarde zur Verfügung gestellt), im Flüchtlingsbereich, aber auch für kranke und alte Menschen total wichtig ist, vernichtet. Eine Methode die ohne Nebenwirkungen ist, wird nicht nur nicht unterstützt, was total sinnvoll wäre, sondern sogar verunmöglicht!

Ansuchen bei Bürgermeister und dem zuständigen Stadtrat blieben leider erfolglos. Parallelen zur MA 2412 drängen sich auf!
Übrigens: Die Auslegung wird aber nur in Wien so gehandhabt, alle anderen Bundesländer sehen bei dieser Arbeit offenbar sehr wohl allgemeines Interesse.

Wien ist eben anders!

Text: Helga Widder

Tiere als Therapie
Zentrum für Mensch-Tier-Begegnung Silenegasse 2, Stiege 3
1220 Wien
tierealstherapie.at

Für Fragen immer auch gerne persönlich für Sie da: 0699 12017888

Tiere als Therapie – eine Erfolgsgeschichte
über 30 Jahre TAT
15.000 ausgebildete Teams
Ca. 500.000 erfolgreiche Einsätze
Ca. 1,5 Millionen Kontakte mit Menschen
Ausschließlich positive Rückmeldungen!

Die in Gastkommentaren geäußerten Meinungen und Ansichten geben jene des jeweiligen Autors / der jeweiligen Autorin wieder und spiegeln nicht automatisch die Meinung der Hundezeitung.

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