Dienstag, Dezember 6, 2022
StartErziehungWichtige Zutaten für ein erfolgreiches Tricktraining

Wichtige Zutaten für ein erfolgreiches Tricktraining

Tricksen mit dem Hund macht nicht nur Spaß, sondern hat auch zahlreiche positive Nebeneffekte. Es fördert die Bindung zwischen Mensch und Hund, lastet den Hund geistig aus; was wiederrum Verhaltensprobleme vorbeugt, und kann einem den Alltag ungemein erleichtern. Aber was genau benötigt man eigentlich, um einem Hund erfolgreich Tricks beibringen zu können? –von Renate Ploder

Ist mein Hund für Tricktraining geeignet?

Die Frage lässt sich leicht beantworten. Jeder Hund ist für Tricktraining geeignet, aber nicht jeder Trick ist für jeden Hund geeignet. Bei der Wahl des Tricks sollte man unbedingt auf die körperlichen Gegebenheiten des Hundes achten. Bei jungen, noch wachsenden Hunden sowie gehandicapten Hunden sollten Tricks mit Sprungelementen oder ungleichmäßiger, körperlicher Belastung (z.B. Handstand etc.) ausgespart werden. Auch bei Tricks, welche eine große Trittsicherheit und Balance erfordern, ist bitte Vorsicht geboten. V.a. bei älteren, sehschwachen Hunden können solche Tricks ein erhöhtes Gesundheitsrisiko darstellen. Ebenso ist bei sehr schweren Hunderassen sowie bei Hunden mit langem Rücken die Auswahl der Tricks eingeschränkt. Grundsätzlich lässt sich aber für jeden Hund der passende Trick finden.

Achte auf die Umgebung

Will man dem Hund einen Trick beibringen, ist es wichtig, die Startbedingungen fürs Lernen so einfach wie möglich zu halten. Ist der Hund schnell ablenkbar und noch nicht so geübt, empfiehlt es sich, eine ruhige, ablenkungsfreie Umgebung fürs Training zu wählen. Ist der Hund bereits geübter, kann auch die ein oder andere Ablenkung eingebaut werden. Wichtig ist, dass der Hund die Aufgabe lösen kann und erfolgreich bei der Sache ist. Nur so bleibt die nötige Motivation bestehen. Die Aufgabe des Hundebesitzers ist es, den Hund zum Erfolg zu bringen. Das geht aber nur, wenn die Übung dem Trainingsniveau des Hundes entsprechend angepasst wird.

Hund frisst ein Leckerli aus der Hand.

Was braucht man?

Die richtige Belohnung
Wenn der Hund etwas Neues lernen soll, braucht es die richtigen Motivationsmittel. Ein Hund zeigt Verhaltensweisen immer dann, wenn er weiß, dass sie sich für ihn lohnen. Im Alltag begegnen uns (gewollt oder ungewollt) verschiedene Verstärker (=Belohnungen). Einige davon können wir ins Tricktraining integrieren. Bei anderen wird es vielleicht schwieriger. So lässt es sich möglicherweise nicht immer bewerkstelligen, den wasserliebenden Labrador mit „Schwimmen“ zu belohnen. Am leichtesten lässt es sich im Tricktraining mit Futter arbeiten. Futter kann man gut variieren, zerkleinern und schnell verabreichen, wodurch man eine Übung relativ schnell wiederholen kann, was z.B. bei einem Zerrspiel nur schwer geht.
Das Futter soll dem Hund schmecken und er soll gern dafür arbeiten. Es soll aber auch nicht so extrem gut sein, dass der Hund beim bloßen Geruch schon vollkommen aus dem Häuschen ist.

Ein Lieblingstrick als Belohnung
Wer beim Trick-Training auf positive Verstärkung (=Hinzufügen eines für den Hund angenehmen Reiz) setzt, wird schnell merken, dass gelernte Tricks immer mal wieder spontan und selbständig vom Hund angeboten werden. Da solche Tricks eine große Belohnungshistorie aufweisen, wirken diese selbst als Verstärker. So kann z.B. das Durchspringen der Arme für den Hund so lustig sein, dass der Trick selbst einen belohnenden Charakter entwickelt und auch so eingesetzt werden kann.

Ein gutes Timing und Wiederholungen
Hat man die richtige Belohnung für seinen Hund gefunden, ist es wichtig, diese auch im richtigen Moment anzubieten. Möchte man dem Hund z.B. beibringen, sich hinzusetzen, muss man den Moment des Hinsetzens (z.B. mit Futter) belohnen. Ist man zu spät dran und der Hund steht kurz vor der Gabe der Belohnung auf, so hat man das Aufstehen belohnt.
Durch ein gutes Timing und mehrere Wiederholungen können wir dem Hund kommunizieren, was genau wir von ihm möchten.

Markersignale
Da das Timing im Tricktraining sehr wichtig ist, ist ein Markersignal unabdingbar. Ein Markersignal kann z.B. ein Klick eines Klickers oder aber auch ein bestimmtes Wort (z.B. „Tak“) sein, das dem Hund mitteilt, wann er das gewünschte Verhalten gezeigt hat. Dem Hund wird beigebracht, dass nach dem Ertönen des Markers eine Belohnung folgt. Sobald der Hund die Verknüpfung „Marker=Belohnung“ erlernt hat, kann das Markersignal gezielt im Tricktraining eingesetzt werden. Wichtig ist, dass das Markersignal IMMER eine Belohnung für den Hund ankündigt. Ertönt also das Markersignal, ist das ein Versprechen an den Hund, dass er gleich seine Belohnung erhält.

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