Dienstag, Dezember 6, 2022
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Wenn´s kratzt! Parasiten im Frühling

Nach einem langen Winterschlaf erweckt der Frühling wieder alles zum Leben. Doch neben dem Erblühen von schönen Blumen werden auch lästige Quälgeister aktiv. Um sich gegen etwaige Parasiten zu schützen, kann man verschiedene Maßnahmen treffen.

Mit den ersten Sonnenstrahlen und den warmen Temperatu­ren verschlägt es Hundebe­sitzer mit ihren Vierbeinern häufiger in den Wald. Es gibt nichts Harmonische­res als einen ruhigen Spaziergang fern ab von lauten Stadtgeräuschen. Doch neben dem Freizeitspaß lauern im Dickicht auch kleine Plagegeister.

Die Zecke

Zecken sind hartnäckiger, als wir denken. Denn obwohl im Frühling die Hochsaison dieser Biester beginnt, können sie Minus­temperaturen überleben und sogar im Winter lästig werden. Durch ihren Stich können lebensbedrohliche Krankheiten wie Borreliose, Anaplasmose, Babesiose, Ehrlichiose und FSME übertragen wer­den. Gelangt zudem ihr Speichel in die Wunde, kann es zu heftigem Juckreiz und/oder Schwellungen kommen. Beim Hund sind Ohren, Augen, Schnauze, Bauch und Beine jene Stellen, an denen sie sich häufig festsetzen. Deswegen empfiehlt es sich, die Fellnase nach jedem Spazier­gang gründlich abzusuchen. Festsitzende Zecken können mit einer Zeckenzan­ge entfernt werden. Um den Vierbeiner vorab zu schützen, stehen Kautabletten, Spot-­on -Präparate und antiparasitäre Halsbänder zur Verfügung. Auch Kokos­ oder Schwarzkümmelöl können eine ab­schreckende Wirkung haben.

Nahaufnahme einer Zecke, die sich an einem Hund festgebissen hat.
Zecken können selbst bei Minustemperaturen noch lästig werden und lebensbedrohliche Krankheiten übertragen. (c) Canva

Der Floh

Diese kleinen, blutsaugenden Parasitensind das ganze Jahr über aktiv. Ledig­lich Kälte und übermäßige Trockenheit können ihren Lebenszyklus verlangsamen. Ein Flohbefall passiert meist durch Kontakt mit bereits betroffenen Hunden oder in einer kontaminierten Umgebung. Der Speichel in der Wunde löst starken Juckreiz und Hautirritationen aus und kann ohne Behandlung zu Haarausfall, Hautentzündungen oder sogar Blutar­mut führen. Unruhe, häufiges Kratzen oder Beißen sowie schwarze „Krümel“ im Fell sind Anzeichen für einen Floh­befall. Als Schutzmittel können auch bei Flöhen Antiparasitika wie Sprays, Hals­bänder oder Spot-­ons verwendet werden. Aber auch die Umgebung (Hundekorb, Polstermöbel, Auto etc.) sollte gründ­lichst mit Insektiziden gereinigt werden.

Die Hirschlausfliege

Dieser 6 Millimeter große Stubenflie­gen ­ähnliche Störenfried sollte nicht verharmlost werden. Die Hirschlausflie­ge überträgt das Bakterium Bartonellaschoenbuchensi, das schwere Entzün­dungen und Fieber auslösen kann. Be­sonders hinter den Ohren, auf den In­nenschenkeln und an der Rute setzt sie sich fest. Manchmal reagiert der Hund bereits beim Anflug dieses Parasiten mit panischem Sich-­nach-­hinten-­Drehen oder hektischen Bewegungen. Auch das Verweigern, weiterzugehen, oder ein Le­cken und Kratzen können mögliche An­zeichen für einen Biss sein. Es ist daher ratsam, Gegenden, wo Hirschlausfliegen besonders häufig vorkommen, zu mei­den. Wichtig ist zudem, den Vierbeiner nach der Gassi­-Runde zu untersuchen und bei einem Befall zu baden. Gut ver­trägliche Insektenschutzmittel können ebenfalls herangezogen werden.

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