Studie: Ja, Hunde wollen uns Menschen retten

by Verena Hauck
Ein Hund mit einem Cape um den Hals symbolisiert den Willen, Menschen zu retten.,

Laut einer wissenschaftlichen Studie wollen Hunde uns Menschen retten – und sind dazu sogar noch motivierter als für Futter. Der Laborversuch zeigte jedoch, dass ein Großteil der Hunde manchmal nicht versteht, wie sie uns helfen können. Dennoch lässt unsere Not sie ganz und gar nicht kalt – denn die meisten Hunde reagieren auf menschliche Hilferufe mit Stressreaktionen.

Dass Hunde uns Menschen retten wollen und können, beweisen unzählige Geschichten aus Film, Fernsehen und dem echten Leben. Hundehelden wie Lassie, Kommissar Rex oder Beethoven zeigen bereits seit Jahrzehnten großen Mut und Einfallsreichtum, um ihre Zweibeiner aus prekären Situationen zu befreien. Dennoch gibt es kaum wissenschaftliche Studien über die altruistischen Motivationen von Hunden. Denn es ist schwierig, so situationsspezifisches Verhalten in einem Experiment zu simulieren.

Hilferufe aus der Box

Daher handelte es sich um ein auf den ersten Blick etwas merkwürdiges Experiment, dass sich Joshua Van Bourg und Clive Wynne von der US-amerikanischen Arizona State University ausdenken mussten. Sie baten 60 Herrchen und Frauchen mit ihren Hunden auf das Testgelände, einem Raum mit einer großen Box in der Mitte. Die Box war groß genug, sodass ein Mensch bequem darin Platz hatte. Zudem war der Eingang der Box mit einer leichten Klappe versehen, die auch Hunde mit etwas Mühe öffnen können. Danach nahmen die Menschen in der Box Platz und riefen nach Hilfe. Dabei wurden sie angewiesen, nicht den Namen des Hundes zu nennen oder sich direkt an den Hund zu richten. Denn die Testhunde sollten nicht aus Gehorsam reagieren, sondern eine natürliche Reaktion auf einen Hilferuf zeigen. Tatsächlich öffnete ein Drittel der Hunde die Klappe und konnten ihren Menschen retten. Das mag nicht besonders beeindruckend klingen, doch ein näherer Blick auf die Umstände beweisen das Mitgefühl und die Motivation unserer Fellnasen.

Wollen ist nicht können

Denn ob Hunde ihren Besitzern helfen wollen und auch tatsächlich helfen können sind zwei grundverschiedene Dinge. Keiner der Hunde wurde vor dem Versuch darauf trainiert, die Klappe der Box zu öffnen. Demnach verstanden viele Hunde nicht, was sie tun mussten, um ihrem Menschen zu helfen – obwohl sie den Willen dazu hatten, blieb die Rettung damit erfolglos. Doch war die Motivation zu niedrig oder lag es allein am Verständnis? 

 

In einem Kontrolltest platzierte das Forscherteam deswegen Futter in der Box und keinen hilfesuchenden Menschen, und nur 19 der 60 Hunde öffneten die Box, um an die Leckereien zu kommen. Das bedeutet, das mehr Hunde sich bemühten, ihre Menschen zu befreien, als sich die Mühe für Futter anzutun. Zudem zeigten Hunde wesentlich mehr Stressreaktionen wie Winseln oder Bellen, wenn Menschen nach Hilfe riefen als in der Futtersituation.

 

In einem zweiten Kontrolltest verhielten sich die Personen in der Box neutral und lasen laut einen Magazinartikel vor. Hier öffneten 16 von 60 Hunden trotzdem die Box – wahrscheinlich rein aus dem Wunsch heraus, ihren Besitzern nahe sein zu wollen. Ob Hunde uns in einer Notsituation zu Hilfe kommen, hängt also von mehreren Faktoren ab: Einerseits, weil Hunde unsere Nähe suchen, besonders in Stresssituationen, und andererseits, ob Hunde verstehen, was sie tun müssen, um uns zu helfen. „Oftmals geht es unseren Hunden nicht primär darum, uns zu retten“, so Van Bourg. „Aber das schmälert in keinster Weise, wie speziell Hunde wirklich sind. Die meisten Hunde würden in ein brennendes Gebäude laufen, nur um bei ihren Besitzern sein zu können. Und wie süß ist das?“

 

 

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