Osteochondrosis (OCD) beim Hund erkennen

Besonders große und schnell wachsende Hunderassen können unter Osteochondrosis (OCD) leiden. / Symbolfoto: Andy Whale.

Osteochondrosis dissecans (OCD) ist eine häufig diagnostizierte Lahmheitsursache bei Hunden. Sie tritt in der Regel bei jungen, schnell wachsenden Hunden auf.

Osteochondrosis oder Osteochondrose beim Hund ist eine Erkrankung, die durch eine Störung des Knorpelwachstums verursacht wird. Dies führt zu einer kritischen Verdickung des Knorpels. Infolgedessen kann das Knorpelgewebe nicht mehr ausreichend mit Nähstoffen versorgt werden. Es wird brüchig, entwickelt Risse und bricht schließlich ganz ab, zusammen mit kleinen Knochenstückchen der umgebenden Gelenke. Diese freiliegenden Stückchen nennt man auch Gelenkmäuse, welche die Funktion des Gelenks stören und Schmerzen verursachen. Wörtlich übersetzt bedeutet die Bezeichnung Osteochondrosis so viel wie „Knochen-Knorpel-Krankheit“.

Entstehung einer OCD

Die Ursachen sind vielfältig und können neben anderen Faktoren auf eine gewisse Veranlagung hindeuten. Üblicherweise zeigt sich die Erkrankung bereits im jungen Lebensalter, weil es während der Wachstumsphase zu Komplikationen bei der gesunden Entwicklung des Bewegungsapparates kommt. Deswegen sind speziell sehr große Hunderassen mit schnellem Wachstum (wie die Deutsche Dogge) häufiger betroffen als kleine Hunderassen. Grundsätzlich können alle Gelenke im Hundekörper betroffen sein, besonders häufig zeigt sich die Krankheit jedoch in den Schultergelenken, gefolgt von Knie- und Sprunggelenken. Die Verdachtsdiagnose ergibt sich durch die Anamnese mit einer Krankheitshäufung im jugendlichen Alter ab dem 5. Lebensmonat.

Theoretisch könnte auch eine Über- bzw. Unterversorgung mit Kalzium, Phosphor und Vitamin D zur Ausbildung einer Osteochondrosis beim Hund führen. In den meisten Fällen kann ausgewogenes Hundefutter für Junghunde da Abhilfe schaffen. Gutes Hundefutter stellt sicher, dass die Fellnasen in jeder Lebensphase eine angemessen hohe Energiezufuhr erhalten und mit allen relevanten Nährstoffen versorgt sind.

Symptome erkennen

Erste sichtbare Symptome treten in der Regel leider erst auf, wenn die Krankheit bereits im fortgeschrittenen Stadium ist. Üblicherweise ist eine plötzliche Bewegungsunlust aber sehr gut an Junghunden zu bemerken. Denn das Tier leidet unter Schmerzen in den Gelenken und verbindet diese instinktiv mit Bewegung. Die auffälligsten Symptome von Osteochondrosis beim Hund sind Lahmen und das Vermeiden von bestimmten Bewegungen. Auch können die Gelenke bei Erkrankung angeschwollen sein. Daher kann es vorkommen, dass der Hund weniger aktiv ist als gewöhnlich. Zwar gibt es auch noch andere Erkrankungen, die diese Symptome hervorrufen können, jedoch sollte man dann auch auf Osteochondrosis hin untersuchen.

Junge Hunde wachsen im ersten Lebensjahr am meisten und sind daher besonders anfällig für die Entwicklung von Osteochondrosis. Es ist daher besonders wichtig, die Bewegung und Belastung bei Junghunden zu überwachen, um das Risiko einer Erkrankung frühzeitig zu erkennen.

Gerade bei jungen Hunden sollten die Alarmglocken schrillen, wenn sie keine Lust auf einen Spaziergang haben. / Symbolfoto: Seungho Lee.

Behandlung einer Osteochondrosis

Ein Tierarzt kann durch eine klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen feststellen, ob und wie schlimm ein Hund an der Krankheit leidet. In manchen Fällen bietet sich auch eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) an. Dabei wird mittels eines minimalen Eingriffs eine Kamera ins Gelenk eingeführt, sodass man den Schaden direkt begutachten kann. Die weitere Behandlung von Osteochondrosis beim Hund hängt von der Schwere der Erkrankung ab. In leichten Fällen kann eine konservative Behandlung mit Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten ausreichen. In schwereren Fällen kann ein operativer Eingriff notwendig sein, um den betroffenen Knorpel und abgelöste Knochenstücke zu entfernen und die Gelenkfunktion wiederherzustellen. Bleibt diese Erkrankung jedoch zu lange unbehandelt, kann das Gelenk bereits arthrotisch geworden sein. Dann ist der Schaden leider nicht mehr rückgängig zu machen.

Auch Physiotherapie kann bei der Behandlung von Osteochondrosis bei Hunden hilfreich sein. Sie kann zur Schmerzlinderung und Muskelkräftigung beitragen. Die therapiebegleitenden Maßnahmen können Massagen und Dehnungen sowie Schwimmübungen umfassen. Durch gezielten Muskelaufbau werden die betroffenen Gelenke entlastet und stabilisiert.

Prognose bei OCD

Die Heilungschancen einer OCD richten sich danach, wie groß der bereits angerichtete Schaden am Gelenk zum Zeitpunkt der Diagnose ausfällt. Hat man das Krankheitsbild früh erkannt und wirkt aktiv dagegen, kann die Osteochondrose beim Hund in diesem Stadium stagnieren oder sogar spontan abheilen. Grundsätzlich gilt: Je jünger der Hund, desto besser sind die Aussichten auf Heilung. Zeigen die Gelenke jedoch bereits Anzeichen einer Arthrose, gibt es kaum Chancen auf Besserung.

Überblick: Osteochondrosis beim Hund

  • Verdickung des Knorpelgewebes führt zu Schäden am Gelenk
  • tritt meist bei schnell wachsenden Hunderassen binnen des ersten Lebensjahres auf
  • Symptome umfassen Lahmen, Vermeidung von bestimmten Bewegungen, plötzliche Bewegungsunlust
  • Behandlung und Heilungschancen hängen davon ab, wie früh man die Krankheit erkennt und wie große der Schaden an den Gelenken ist
  • Je jünger der Hund, desto besser sind die Aussichten auf Heilung!

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