Nova Scotia Retriever (Hunderasse) – aktiver Rotschopf

Ein Nova Scotia Retriever sitzt vor einem See und lächelt in die Kamera.
Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever kommt ursprünglich aus Kanada. / Foto: Unsplash.

Der extrem fotogene Rotschopf aus Kanada gehört zu einer Hunderasse, die man nur sehr selten zu Gesicht bekommt. Weltweit gibt es nur eine Handvoll Züchter dieser hübschen Apportierhunde. Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever ist ein herausfordernder Sportler und ein ausgezeichneter Schwimmer.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 8: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde.
Sektion 1 – Apportierhunde
mit Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Kanada

Standardnummer: 312
Größe:

Rüden – 48-51 cm (±2,5 cm)
Hündinnen – 45-48 cm (±2,5 cm)
Verwendung: Lockhund, Apportierhund

Ein Nova Scotia Retriever steht auf einem Feld und schaut in die untergehende Sonne.
Der Nova Scotia Retriever wurde immer schon zur Jagd auf Wasservögel eingesetzt. / Foto: pixabay.

Geschichte und Herkunft

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever ist eine sehr junge Hunderasse, die erst 1945 vom Canadian Kennel Club (CKC) anerkannt wurde. Wie ein Teil des Namens verrät, liegt die Heimat dieser Rasse in Neuschottland (Nova Scotia), einer Seeprovinz und Halbinsel an der Ostküste Kanadas. Der andere Teil seines Namens verrät die sehr spezielle Rolle in der Jagd auf Wasservögel, auf welche diese Hunde hingezüchtet wurden – dem Anlocken und Apportieren von Enten (Duck Tolling Retriever). Die als Lockhunde bezeichneten Tiere locken durch Spielen, Toben und dem Wedeln ihrer weißen Schwanzsspitze im seichten Wasser Enten vor die Flinte des Jägers. Vor dem Schuss wird der Hund abgepfiffen, danach bringt er die erlegte Ente zum Jäger zurück. Dieses Lockverhalten haben sich die Jäger von Füchsen abgeschaut, die auf ähnliche Weise neugierige Enten aus ihrem Versteck locken und danach reißen.

Einigen Theorien zufolge könnte der Nova Scotia Retriever von den niederländischen Kooikerhondjen abstammten, ebenfalls eine Lockhunderasse. Über England könnten diese nach Kanada gekommen sein. Andere berufen sich auf Quellen, nach denen explizit Hunde gezüchtet wurden, die Füchsen ähnlich sähen und ähnliche Eigenschaften vorweisen, wie der Vorläufer des Labrador Retrievers, Cocker Spaniel und Irish Setter. Aus diesem Grund sind Lockhunde quirlige, verspielte und aktive Hunde, die sich durch einen leichten Körperbau, rotes oder weißes Fell und große Freude am Wasser auszeichnen. Der Nova Scotia Retriever ist da keine Ausnahme.

Der Nova Scotia Retriever heute

Heute ist der Nova Scotia Retriever der Nationalhund von Neuschottland. Er wird manchmal weiterhin als Lock- und oder Apportierhund bei der Jagd eingesetzt, doch mittlerweile wird er gerne auch als Begleithund oder Gebrauchshund gehalten. Nach und nach verbreitete sich diese Hunderasse in die ganze Welt. Der erste Wurf in Deutschland kam 1996 zur Welt und wurde im Deutschen Retriever Club registriert. Besonders beliebt ist er in Schweden, wo mittlerweile mehr Nova Scotia Retriever leben als in Kanada. Dennoch haben sich weltweit nur eine Handvoll Züchter auf diese Rasse spezialisert, ihr Anblick ist daher sehr selten.

Ein nasser Nova Scotia Retriever apportiert einen Tennisball aus dem Wasser.
Auch als reiner Begleithund hat der Nova Scotia große Freude am Apportieren aus dem Wasser. / Foto: unsplash.

Wesen und Charakter

Der Charakter des Nova Scotia Retrievers ist aufgeweckt, sehr verspielt und fröhlich. Sie zeichnen sich durch hohe Intelligenz und große Ausdauer aus. Daher darf man die Herausforderung, sie geistig und körperlich auszulasten, nicht unterschätzen. Diese Hunde sind extrem gelehrig und lernen neue Kommandos und Trick binnen weniger Trainingseinheiten. Deswegen eignen sich diese kleinen Sportkanonen großartig für Hundesportarten, die Körper und Verstand gleichermaßen fordern, wie beispielsweise Agility, Dummy Training oder Rally Obedience. Auch Spielen und Sport im Wasser ist für den begeisterten Schwimmer eine ausgezeichnete Beschäftigung.

Allerdings haben sie wie die meisten klugen Hunderassen auch einen eigenen Kopf. Mit positiver Verstärkung und mittels mehrerer, dafür kurzer Einheiten kann man sie am besten trainieren. Das Befolgen von Kommandos muss sich für sie lohnen – ansonsten könnten sie auch mal den Gehorsam verweigern. In ihrer Erziehung brauchen sie einen Rahmen fixer Regeln und klare Konsequenzen, wenn sie diese nicht befolgen. Andernfalls werden die Nova Scotia Retriever schnell selbst die Zügel in die Hand nehmen und sich nicht davor fürchten, Regeln zu brechen. Dennoch zeichnen sie sich durch ein freundliches und offenherziges Wesen aus und würde niemals aggressiv oder dominant auftreten. Auch wenn sie gerne kleine Schwächen zu ihrem Vorteil ausnutzen, wollen sie ihrem Menschen gefallen und einfach nur Zeit mit ihm verbringen.

Ein Nova Scotia Retriever hat den Kopf auf eine Sofalehne gelegt.
Als Couchpotatoe ist der Nova Scotia Retriever ganz bestimmt nicht bekannt! / Foto: pixabay.

Erscheinungsbild

Als Lockhund ist der Nova Scotia Retriever ein mittelgroßer, leicht gebauter, aber gut bemuskelter Hund. In seiner ganzen Erscheinung strahlt er Esprit, Fröhlichkeit und Athletik aus. Bei der Arbeit zeigen diese Hunde eine beinahe gehetzt wirkende Aktivität, der Kopf befindet sich auf gleicher Höhe mit der Rückenlinie. Auch seine Rute ist ständig in Bewegung und wird bei Aufmerksamkeit gekrümmt getragen. Denn das lustige Wedeln und die weiße Rutenspitzen sollen die Neugeir der Wasservögel erregen. Die Pigmentierung der Schnauze, der Lefzen und der Lidränder ist fleischfarben oder schwarz. Die mandelförmigen, freundlichen Augen sind bernsteinfarben bis braun. Die dreieckigen Ohren sind am hinteren Teil gut befedert, an den Spitzen ist das Haar jedoch eher kurz.

Ein Nova Scotia Retriever steht in einem Garten.
Charakteristisch für den Nova Scotia Retriever ist sein schönes rötliches Fell. / Foto: pixabay.

Fell und Pflege

Weil der Nova Scotia Retriever an kalte Wassertemperaturen gewöhnt ist, verfügt er über ein doppeltes, wasserabweisendes Fellkleid. Das Deckhaar ist mittellang, weich und seidig, die Unterwolle ist noch weicher und sehr dicht. Auf dem Rücken dürfen sich die Haare leicht wellen, am Rest des Körpers soll es jedoch glatt anliegen. Am Hals, hinter den Ohren und an den Rückseiten der Schenkel und an den Vorderläufen befindet sich starke bis mäßige Befederung. Farblich sind verschiedene Schattierungen von Rot und Orange erlaubt, wobei die Befederung heller ausfällt. Weiße Abzeichen an der Rutenspitze, den Pfoten und am Kopf sind nicht ungewöhnlich.

Außerhalb des Fellwechsels sollte man das Haarkleid des Nova Scotia einmal wöchentlich sorgfältig bürsten. Dabei ist besonders auf das feine Haar um und unter den Schlappohren zu achten, da sich dort besonders schnell Knötchen bilden können. Während des Fellwechsels ist dann tägliches Bürsten angesagt, um den herumfliegenden Härchen im Zuhause Herr werden zu können. Auch Fellbüschel, die zwischen den Pfotenballen wachsen, sollten vorsichtig zurückgeschnitten werden, um dem Hund guten Halt auf glatten Böden zu ermöglichen.

Ein Wurf Welpen von Nova Scotia Retrievern.
Weil Inzucht eine große Gefahr für künftige Generationen von Nova Scotia Retriever-Welpen darstellt, wurden bereits Einkreuzungsprojekte gestartet. / Foto: pixabay.

Gesundheit

Grundsätzlich gilt der Nova Scotia Retriever als gesunde und wetterfeste Rasse, die sich auf eine relativ hohe Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren freuen dürfen. Als aktive Sportskanonen verfügen sie über eine hohe Ausdauer und sind ausgezeichnete Schwimmer und Springer – oft auch noch bis ins hohe Alter hinein. Es gibt eine gewisse genetische Prädisposition für verschiedene Autoimmunerkrankungen wie SRMA (Meningitis-Arteriitis), Systemischer Lupus erythematodes, Addison-Krankheit und immunbedingter Polyarthritis. Des Weiteren sind auch Fälle von Ellenbogen- und Hüftdysplasie bekannt sowie Augenerkrankungen wie Progressive Retinaatrophie (PRA) und Collieaugenanomalie (CEA).

Da diese Retrieverart jedoch sehr selten ist, ist leider auch der Genpool entsprechend klein. Seriöse ZüchterInnen scheuen jedoch weder Kosten noch Mühen noch Landesgrenzen, um möglichst wenig verwandte Zuchttiere zu verpaaren. Die meisten Nova Scotia Retriever-Zuchtvereine sind sich der Inzucht-Gefahr bewusst und steuern planvoll dagegen. Gegen vorgeschlagene Einkreuzungsprojekte anderer Rassen stellten sich die größten Vereine (u.a. Deutsche Retriever Club, der kanadische Nova Scotia Duck Tolling Retriever Club of Canada und der britische Nova Scotia Duck Tolling Retriever Club of UK) entschieden.

Wusstest du, dass der Nova Scotia Retriever...

… eine von nur zwei Lockhunderassen ist?

Lockhunde sind auf der Jagd nicht so gefragt wie Apportier-, Vorsteh- oder Schweißhunde. Daher gibt es nur zwei von der FCI anerkannte Hunderassen, die sich auf diese ungewöhnliche Rolle verstehen: den Nova Scotia Duck Tolling Retriever und den Nederlandse Kooikerhondje, eine Rasse aus den Niederlanden. Lockhunde sind meist zarter gebaut und haben ein verspieltes, freundliches Temperament.

… der kleinste Vertreter unter den Retriever-Rassen ist?

Mit einem Stockmaß von 48-51 Zentimeter für Rüden und 45-48 Zentimeter für Hündinnen ist der Nova Scotia Retriever der kleinste unter allen Retriever-Rassen. Zu diesen gehören u.a. auch der Labrador Retriever, der Golden Retriever und der Flat Coated Retriever.

Ein Nova Scotia Retriever steht im Wald.
Der Nova Scotia Retriever ist ein echter Naturbursche, der viel Bewegung im Freien braucht! / Foto: pixabay.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Nova Scotia Retriever beim Agility-Training (Video)

Diese Hunderasse liebt Sport und Bewegung! Wegen ihrer Schnelligkeit, ihres Gehorsams und ihres leichten Körpers eignen sich die Nova Scotia Duck Tolling Retriever perfekt für Agility. Sehen Sie hier Hündin Caylie beim Training zu!

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