Finnische Studie: Sind Stadthunde ängstlicher?

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Vor allem die Sozialisation und Beschäftigung haben großen Einfluss auf die Ängstlichkeit von Vierbeinern. Laut Studie sollen Stadthunde tendenziell ängstlicher sein als ihre Artgenossen, die nicht in Ballungszentren leben. / Foto: Pexels

Finnische Forscher wollen anhand der Daten von 6.000 Hunden und ihren Haltern herausgefunden haben, dass Stadthunde ängstlicher sind als Vierbeiner, die außerhalb von Ballungsräumen leben.

Forschungsergebnisse an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Helsinki legen naher, dass „Stadthunde“ tendenziell mehr Angst im Kontakt mit fremden Hunden und Menschen verspüren.

Mögliche Ursachen der Angst

Auch wenn das Team um Hannes Lohi die konkreten Ursachen für diesen Umstand nicht konkret benennen konnte, wurden mögliche Zusammenhänge zunächst in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Als wichtigstes Parameter wird dabei mangelhafte Sozialisierung, konkret: wenig Kontakt zu anderen Hunden im Alter von sieben bis 16 Wochen genannt. Zudem gehen die Studienautoren von einem Zusammenhang zwischen Angst und fehlender Aktivität aus. So war bei Hunden, die nur selten an Aktivitäten und Training teilnahmen, eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für Ängstlichkeit zu beobachten. Bei Hunden, die gelegentlich oder wöchentlich an Aktivitäten und Training teilnahmen, war das Angstempfinden hingegen signifikant niedriger.

Ängstlichkeit als Rassemerkmal

Interessant sind auch die von den Forschern festgehaltenen Unterschiede zwischen verschiedenen Hunderassen, die wohl auf verschiedene genetische Faktoren zurückzuführen sind. So hatten etwa Spanische Wasserhunde und Shetland Sheepdogs den Angaben ihrer Halter zufolge das höchste Angstempfinden.

Außerdem wurde festgehalten, dass große Hunde tendenziell weniger Ängstlichkeit verspüren als verhältnismäßig kleine Artgenossen. Auch kastrierte Vierbeiner sollen laut Studienergebnissen tendenziell ängstlicher sein als unkastrierte.

Studienleiter Lohi selbst sieht in den Ergebnissen einen weiteren Beitrag, „um das Wohlergehen unseres besten Freundes zu verbessern“ und weißt in der offiziellen Aussendung nochmals dezidiert darauf hin, wie wichtig „eine vielfältige Sozialisation im Welpenalter, ein aktives Leben und sorgfältige Zuchtauswahl“ für die Gesundheit von Vierbeinern sind.