Australian Cattle Dog (Hunderasse) – uriger Arbeitshund

Ein Australian Cattle Dog liegt auf einem Stück Wiese, im Hintergrund geht die Sonne unter.
Der Australian Cattle Dog gilt als robuster und unermüdlicher Arbeitshund. / Foto: unsplash.

Der arbeitsfreudige Treibhund aus Australien besticht durch seine Sportlichkeit und seine bunte Fellzeichnung. Der Australian Cattle Dog ist jedoch kein Hund für Anfänger – denn er hat nicht nur viel Energie, sondern auch viel Charakter.

Australian Cattle Dog (Hunderasse) – Klassifikation FCI

FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde).
Sektion 2 – Treibhunde
ohne Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Australien

Standardnummer: 287
Größe:

Rüden – 46-51 cm
Hündinnen – 43-48 cm
Verwendung: Treibhund

Ein Australian Cattle Dog trägt ein rotes Halstuch.
Wie sein Name schon verrät, war der Australian Cattle Dog auf das Treiben von Rindern spezialisiert. / Foto: unsplash.

Geschichte und Herkunft

Die Geschichte des Australian Cattle Dog beginnt mit einem australischen Rinderfarmer namens Thomas Hall. Dieser hielt in den 1830er Jahren eine riesige Herde halbwilder Rinder auf einem nicht eingezäunten Gebiet von mehreren tausend Hektar. Um diese gigantischen Herden auf der weitläufigen Weidefläche zusammenhalten zu können, benötigte er selbstständige Arbeitshunde mit viel Energie. Mithilfe von zwei importierten Northumberland Drovers Dogs (einem Vorfahren des Border Collie) und seinen eigenen Dingos gründete er ein neues Zuchtprogramm. Dingos sind verwilderte Haushunde, die im heutigen Australien in freier Wildbahn leben. Die Drovers Dogs aus England brachten die blaugesprenkelte Farbe in die Zuchtlinie mit. 1840 wurde diese neue Rasse erstmal als „Hall’s Heeler“ bezeichnet, ein Zuchtbuch wurde jedoch noch nicht geführt.

Aufgrund der vielen Gefahren wie der lebensfeindlichen Fauna Australiens, der risikoreichen Arbeit mit den großen Rindern und der knallharten Selektion durch Menschenhand überlebten nur die klügsten, fähigsten und arbeitswilligsten Tiere. Nach Halls Tod wurden neben blauen auch rote Australien Cattle Dogs von anderen Farmern gezüchtet. Allmählich fanden die wehrigen Fleißarbeiter ihren Weg auch in den restlichen Teil des Kontinents. 1903 wurde der erste Rassestandard aufgestellt, bald fanden die Hunde auch internationale Anerkennung. Dennoch ist er bis heute ein seltener Anblick geblieben. Neben der Hütehundelinie für Rinder gibt es auch eine Zuchtlinie für Schafe, die eine andere Arbeitsweise zeigen. Als Familienhunde sind Australian Cattle Dogs hochanspruchsvoll und brauchen täglich mehrere Stunden Zuwendung und Beschäftigung.

Ein Australian Cattle Dog sitzt in einem herbstlichen Laubwald.
Der Australian Cattle Dog braucht viel Bewegung in der freien Natur. / Foto: pixabay.

Wesen und Charakter

Der Australian Cattle Dog ist ein Hund mit viel Triebkraft und Charakter. Er verbindet einen wachen Verstand mit einem athletischen Körper – beides gleichermaßen auszulasten kann eine echte Herausforderung sein. Wunderbar eignen sich dazu Hundesportarten wie Agility, Flyball oder Leistungshüten. Seine schnelle Auffassungsgabe und hohe Führigkeit machen das Lernen von Kommandos oder eine Ausbildung relativ leicht – solange man sich gegen den starken Charakter behaupten kann. Für Stadtwohnungen oder kleine Apartements ohne Garten ist diese Rasse allerdings nicht gut geeignet. Er braucht Möglichkeiten zum Freilauf und am besten ein Grundstück, dass er bewachen darf.

In seinem Wesen ist der Australian Cattle Dog zudem eigenständig, geradeheraus und etwas ungeduldig. Er bringt seine Bedürfnisse deutlich zum Ausdruck und teilt sich seinen Menschen sehr effektiv mit. Er ist sehr auf Hierarchie bedacht und fordert seinen Platz in dieser immer wieder heraus. Als Anführer seines Rudels akzeptiert er nur selbstbewusste, selbstsichere Menschen. Handelt sein Mensch stets geduldig, fair und konsequent, baut er eine sehr starke Beziehung zu seiner Bezugsperson auf und stellt sich als Freund fürs Leben heraus.

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Der Australian Cattle Dog wurde zum Führen von Rinderherden eingesetzt. / Foto: pixabay

Erscheinungsbild

In seinem Äußeren erweckt der Australian Cattle Dog den Eindruck eines kräftigen, kompakten und symmetrisch gebauten Arbeitshundes. Diese Hunde zeichnen sich nicht nur durch Körperkraft und eine ausgeprägte Muskulatur aus, sondern auch durch Agilität und Flinkheit. Ihr Gangwerk ist deswegen als geradlinig, frei und geschmeidig zu bezeichnen. Daher dürfen sie nicht zu massig oder zu zart gebaut ausfallen – denn sie müssen den ihnen zugewiesenen Aufgaben gewachsen sein. Die dunkelbraunen, ovalen Augen drücken Wachsamkeit und Intelligenz aus. Die Rute führt die Kruppenlinie fort und reicht bis zum Sprunggelenk, sie ist außedem sehr buschig behaart.

Fell und Pflege

Der Australian Cattle Dog verfügt über ein doppeltes Haarkleid aus glattem Deckhaar und kurzer, dichter, wasserfester Unterwolle. Dementsprachend haart diese Hunderasse sehr viel, besonders zu Zeiten des Fellwechsels fliegen die Fellbüschel umher. Das Haar am Unterkörper des Australian Cattle Dogs fällt länger aus als am restlichen Körper und bildet um die Hinterläufe eine angedeutete Hose. Erlaubte Fellfarben umfassen blau (einfarbig oder auch getüpfelt oder gespenkelt) und rot gesprenkelt. Schwarze, blaue oder lohfarbene Abzeichen am Kopf und lohfarbene Einschläge am Körper sind typisch.

Außerhalb des Fellwechsels reicht es, diese Hunderasse ein- bis zweimal wöchentlich sorgfältig zu bürsten. Ansonsten muss man täglich die Bürste auspacken, um der herumfliegenden Haare Herr zu werden. Außerdem sollte er so selten wie möglich mit mildem Hundeshampoo gebadet werden.

Ein Australian Cattle Dog sitzt mit einem roten Schal um den Hals im Schnee.
Egal, ob Wind, Regen oder Schnee - Australian Cattle Dogs wollen viel Bewegung! / Foto: pexels.

Gesundheit

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass der Australian Cattle Dog eine Hunderasse ist, bei der körperliche Leistung und Robustheit im Vordergrund der Zucht steht. Die meisten Hunde erfreuen sich daher ein Leben lang guter Gesundheit. Leider gibt es jedoch auch einzelne Erbkrankheiten, die vermehrt in der Population auftreten können. Beispielsweise gibt es Fälle von Spondylose, einer entzündlichen Wirbelsäulenerkrankung. Möglich ist auch eine diffuse idiopathische Skelett-Hyperostose – dabei verkalkt das untere Längsband der Wirbelsäule und verursacht im Alter Schmerzen.

Weil Australian Cattle Dogs außerdem überwiegend weiß geboren werden (die Tüpfeln und Sprenkel erscheinen erst später), sind auch etwa 12% der Hunde auf einem oder beiden Ohren taub. Je größer die farbigen Körperflecken sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Ertaubung. Seriöse Züchter unterziehen ihre Elterntiere üblicherweise einem audiometrischen Hörtest (BAER-Test), diesen kann man sich als KäuferIn auch zeigen lassen. Auch Augenerkrankungen, Ellenbogen– und Hüftdysplasien können durchaus vorkommen.

Wusstest du, dass der Australian Cattle Dog...

… deswegen von Dingos abstammt, damit er nicht bellt?

Australische Dingos wurden deswegen zur Zucht verwendet, weil die Wildhunde wenig bis kaum bellen. In der Arbeit mit schreckhaften Rindern und berittenen Hirten ist ein leiser, aber wehriger Hund daher von Vorteil. Schafe werden von den Treibhunden meist mit lautem Gebell von vorne getrieben – bei Rindern könnte das nicht nur wegen der Hörner fatal sein.

Ein Australian Cattle Dog-Welpe trinkt aus einem Fließgewässer.
Schon von Welpenbeinen an sind Australian Cattle Dogs robust und naturverbunden. / Foto: unsplash.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Australian Cattle Dog in Aktion (Video)

Der Australian Cattle Dog ist ein umtriebiger Geselle mit viel Energie – und muss deshalb gut beschäftigt werden. Dafür hat der hochmotivierte Sportler Freude an vielen verschiedenen Formen von Bewegung und lässt sich gerne begeistern.

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