Zwei Chihuahuas als Psychiatrie-Personal

Chihuahuas

Wie gut Hund dem Mensch tut, das erfahren Hundebesitzer jeden Tag. Die Patienten einer Psychiatrie in Tübingen dürfen sich davon ganz persönlich überzeugen. Denn zwei vierbeinige Therapeuten helfen ihnen, ihre Ängste zu nehmen und wieder Vertrauen aufzubauen.

Hunde sind ja bekanntlich die besseren Menschen. Nicht nur deshalb verstehen sie wahrscheinlich nur allzu gut, wie es uns geht und was wir wirklich brauchen. In der Tübinger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie macht man sich den Umstand zunutze und setzt die beiden Chihuahuas Faye und Jasper als Therapeuten ein. Mit großem Erfolg. Kaum einer der Patienten kann sich dem Charme der beiden entziehen. Sie werden gestreichelt, umarmt – und vor allem: Sie zaubern den Menschen ein Lächeln ins Gesicht. Auch die beiden Labradoodle Layla und Keegan sind im übrigen Teil des tierischen Therapeuten-Teams.

„Die Hunde sind echte Eisbrecher. Sie können eine Brücke bauen, die für uns den Zugang zu den Patienten erleichtert“, sagt Krankenpfleger Alfred Mollenhauer in der gegenüber der Deutschen Huffington Post. Er und seine Kollegin Stefanie Köhler, bei denen die Hunde auch zuhause sind, hatten die Idee der Tiere als Therapeuten an der Tübinger Klinik. Wobei alles bei einem Patienten-Ausflug begann, wo ein Hund mit von der Partie war. „Wir beobachteten, dass besonders die schwerkranken Patienten den Kontakt zum Tier suchten und dabei eine Beziehung zulassen konnten“, so Köhler.

Ob und wieviel Kontakt gewünscht ist, entscheidet jeder Patient selbst. Fest steht aber: „Wenn ich die Hunde mit auf die Station bringe, dann ist das immer ein Highlight für alle Beteiligten“.

Hunde sind unvoreingenommen

„Tiere helfen in einem therapeutischen Prozess vor allem, indem sie die Kommunikation erleichtern, Angst und Stress mindern, das Wohlbefinden steigern und die Motivation erhöhen“, sagt Rainer Wohlfarth, Präsident der Europäischen Gesellschaft für tiergestützte Therapie. Vor allem Menschen mit Autismus, geistiger Behinderung oder Demenz, aber auch Patienten, die über ein Trauma nicht sprechen können, würden davon profitieren. Depressive, selbstmordgefährdete oder schizophrene Patienten lernten durch die Tier-Therapie, Nähe zuzulassen und Vertrauen aufzubauen.