Designer Dogs: Vorteile und Probleme bei Hybridhunden

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Designer Dogs sollen die besten Eigenschaften ihrer reinrassigen Eltern vereinen. Doch dieses Ziel wird nicht immer erreicht. / Foto: iStock - zstockphotos

Sogenannte Designer Dogs erfreuen sich größter Beliebtheit. Ob es sich bei den Hybridhunden tatsächlich um die „Rassen der Zukunft“ oder einen reinen Marketing-Gag handelt, ist stark umstritten.

Designer Dogs, also die bewusste Kreuzung von mindestens zwei Hunderassen, werden immer häufiger gezüchtet und verkauft. Klingende Namen und große Versprechungen in Bezug auf körperliche Eigenschaften und Wesen sorgten dafür, dass die Nachfrage in den letzten Jahren geradezu explodierte. „Marketing-Gag“ und „genetisches Roulette“, sagen die einen dazu. „Rassen der Zukunft“ und „seriöse Zucht“ die anderen.

Obwohl vom kynologischen Dachverband FCI nicht als eigenständige Rassen anerkannt, werden Designer Dogs zu ähnlich hohen Preisen gehandelt, wie Hunde mit Papieren eines angeschlossenen Vereins. Dies stößt vor allem Züchtern sauer auf, die sich an das strenge Reglement des Rassehundeverbands halten müssen. Erfüllen die Designer-Welpen dann die hohen Erwartungen nicht, ist auch beim Käufer die Enttäuschung vorprogrammiert.

„Erfolgsmodell“ Labradoodle

Fast alle Rassen, die wir heute kennen, gehen auf Mischlinge zurück. Allerdings wurden sie über viele Generationen hin selektiert, bis die gewünschten Eigenschaften heraus gezüchtet worden waren. Designer Dogs sind dagegen meist Mixe erster Generation mit reinrassigen Eltern.

Bereits in den 1960er Jahren erfreuten sich  Cockapoos (Cocker Spaniel x Pudel) oder Peek-a-Poos (Pekingnese x Pudel) großer Beliebtheit. Der Aufschwung kam mit dem Labradoodle um 1990, gezüchtet als Blindenführhund, dessen Fell keine Allergien auslösen soll. Mittlerweile sieht auch „Labradoodle-Erfinder“, der Australier Wally Conron, manche Entwicklungen kritisch.

Designer Dogs als eigenständige Rasse?

Verfechter der Hybridhunde haben mittlerweile eigene Zuchtvereine gegründet, viele davon arbeiten an der offiziellen Anerkennung „ihrer“ Rasse durch die FCI. Gegen den Begriff der „Designer Dogs“ wehren sich die meisten Züchter allerdings, auch das Wort „Mischlinge“ hören sie nicht gerne.

Eine von ihnen ist Gabriela Werner aus Niederösterreich, die seit vielen Jahren Australian Labradoodles aus Leidenschaft züchtet. Bei ihren Welpen handelt es sich jedoch nicht bloß um die Nachkommen von Labrador und Pudel: Insgesamt sechs Hunderassen wurden über Generationen eingekreuzt, sie selbst verpaart nur Australian Labradoodles miteinander. „Das Ziel war es, eine Rasse zu schaffen, die den Anforderungen einer urbanen Gesellschaft gerecht wird“, erklärt Werner.

„Einen perfekten Familienhund ohne ausgeprägten Jagd-, Schutz- oder Hütetrieb, der nicht genug vom Knuddeln kriegt.“ Manche ihrer Welpen wurden bereits zu Therapie- oder Servicehunden ausgebildet. Das „allergikerfreundliche“ Fell beschreibt die Züchterin als „weiteren Vorteil“. 2.200 Euro bezahlen ihre Welpenkäufer für einen kastrierten, geimpften und entwurmten Hund, der nach den Richtlinien des Verbandes ALAEU (Australian Labradoodle Association Of Europe) gezüchtet wurde. „Ich finde wichtig, dass eine vernetzte Kontrolle von Gesundheit, Abstammung und Standards stattfindet“, betont Gabriela Werner.

Das Spiel mit den Genen

Doch die Anerkennung der Designer Dogs durch die FCI ist in naher Zukunft noch kein Thema. Dafür müssen neben zahlreichen anderen Voraussetzungen mindestens sieben Linien nachweisbar sein, die bis in die dritte Generation nicht verwandt sein dürfen. Es handelt sich also um einen langwierigen Prozess.

Dr. Michael Kreiner vom ÖKV betrachtet den Trend kritisch: „Der Verdacht liegt nahe, dass solche Kreuzungen nicht immer nur bewusst vorgenommen werden, sondern eine ungewollte Deckung zum profitablen Geschäft wird.“ Der Experte vermisst auch Spielregeln durch kynologische Vereine, denn die Züchter von Designer Dogs sind nicht daran gebunden, sich an Vorschriften wie etwa medizinische Untersuchungen zu halten.

Doch vor allem die angestrebte Vererbung der gewünschten Eigenschaften könne nicht erzwungen werden, so Kreiner: „Es werden immer auch unerwünschte weitergegeben. Es wäre zu einfach, wenn bei der Kreuzung von Rassen die Nachkommen immer nur die Vorzüge in sich vereinen würden.“

Weiters fraglich: Was passiert, wenn ein Wurf nicht den Erwartungen entspricht? „Wahrscheinlich sind dann das Abschieben in Tierheime und Schadensersatzprozesse vorprogrammiert“, so Kreiner. Und tatsächlich zeigen Studien, dass zum Beispiel der Traum von „antiallergenen“ Hund zu schön ist, um wahr zu sein. Ganz zu schweigen vom Zuchtziel des „perfekten Familienhundes“.

Designer Dogs im Trend

Fest steht: Puggle und Co. sind im Trend, die Nachfrage steigt. Wer einen Designer Dog halten will, sollte vor dem Kauf recherchieren und die Zuchtvereine unter die Lupe nehmen. Auch hier gilt: Finger weg von „Schnäppchen“ aus dem Internet!

Insgesamt gibt es mehr als 400 verschiedene Designer Dogs. Neben den besonders populären „allergikerfreundlichen“ Goldendoogles und Labradoodles (Retriever x Pudel) wird auch der Puggle (Mops x Beagle) immer beliebter. Durch die Einkreuzung des Beagles sollte vor allem den gesundheitlichen Problemen der Rasse Mops der Kampf angesagt werden. Kritiker warnen jedoch vor dem Risiko, einen Hund mit dem Körper vom Mops und dem Jagdtrieb des Beagles zu erhalten. Andere Designer Dogs sind etwa der Ausky (Australian Cattle Dog x Siberian Husky), der Shihpoo (Pudel x Shi-Tzu), der Papshund (Dackel x Malteser) und der Rottermann (Rottweiler x Dobermann). Der Australian Labradoodle ist dagegen über Generationen aus sechs verschiedenen Rassen entstanden – heute wird nur noch selten eingekreuzt.