Donnerstag, Juni 1, 2023
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Tschechoslowakischer Wolfhund (Hunderasse) – anspruchsvoll und urig

Das Ergebnis aus der Kreuzung zwischen Deutschen Schäferhunden und Wölfen aus den Karpaten hat den Namen Tschechoslowakischer Wolfhund (auch: Wolfshund) bekommen.

Auf den ersten Blick lässt sich sofort erkennen, dass sich der tschechoslowakische Wolfshund nur wenige Generationen vom ursprünglichen Wolf unterscheidet. Dafür sprechen nicht nur die typische Fellzeichnung sowie auch die markante Kopfform, sondern natürlich auch das Verhalten.

Tschechoslowakischer Wolfhund (Hunderasse) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde.
Sektion 1: Schäferhunde
Ursprungsland: Ehemalige Tschechoslowakische Republik
FCI-Standardnummer: 332

Widerristhöhe: Rüden mindestens 65 cm,
Hündinnen mindestens 60 cm.
Gewicht: Rüden mind. 26 kg, Hündinnen mind. 20 kg
Verwendung: Gebrauchshund

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Die Hunderasse Tschecholowakischer Wolfhund (manchmal auch "Wolfshund" geschrieben) verfügt über ein ähnliches Aussehen wie ein Wolf. / Foto: Pixabay

Geschichte und Herkunft

Auf den Menschen hat der Wolf eine ganz besondere Anziehungskraft. Da sie an die Wildnis und die Wurzeln der Natur erinnern, waren Wölfe sind stets faszinierende Tiere für uns. Deswegen ist es nicht verwunderlich, wenn sich viele Menschen ein Tier mit dem Aussehen eines Wolfes wünschen. Dennoch sollte dieser alle Vorteile eines domestizierten Haushundes mitbringen. Aus diesem Wunsch heraus ist der Tschechoslowakische Wolfhund entstanden.

Die Arbeitsleistung eines Hundes lässt sich allerdings nicht aufwerten oder verbessern, wenn Wölfe willkürlich eingekreuzt werden. Ein Wolf hat nicht dieselbe Toleranz für Stress und auch nicht die Geduld eines Hundes. Daher startete man im Jahr 1955 in der damaligen Tschechoslowakei den Versuch einer ganz besonderen Züchtung: Man wollte einen kräftigen, wachsamen Hund zur Sicherung der Grenzen. Das Zuchtprogramm unterstand der Leitung verschiedener Wissenschaftler. Durch die Kreuzung von Karpatenwolf und Deutschem Schäferhund entstanden die Vorläufer der heutigen Hunderasse.

Die Arbeitsleistungen von einigen wenigen Hybridzüchtungen waren zwar erfolgversprechend, der erhoffte Erfolg dieser Züchtung blieb aber aus. Das Tschechoslowakischer Wolfhund (Ceskoslovensky Vlciak) genannte Ergebnis blieb relativ scheu, die Reizschwelle war zu niedrig. Tatsächlich führte diese niedrige Reizschwelle oftmals sogar schnell zur Aggression. Deshalb wurde das Zuchtprogramm im Jahr 1971 wieder eingestellt. Diese gezüchteten Wolfhunde wurden anschließend entweder ausgesetzt oder getötet. Einige wenige Wolfhunde allerdings kamen in die Hände von Liebhabern. Deshalb wurden sie bei diesen als reine Haushund weiterentwickelt. So entstand die heute bekannte Hunderasse des Tschechoslowakischen Wolfhundes. Diese Hunderasse wurde im Jahr 1999 offiziell vom FCI als solche anerkannt.

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Die "urigen" Eigenschaften und Instikte machen die Sozialisattion beim Teschoslowakischen Wolfhund besonders wichtig. / Foto: Pixabay

Wesen und Charakter

Von Natur aus meiden Wölfe die Nähe zu Menschen, da es sich sich um Wildtiere handelt. Dasselbe gilt natürlich auch für Menschenmassen, hektische Betriebsamkeit und laute Geräusche. Für den Wolf bedeutet dieses Umfeld puren Stress. Dieses Stressniveau wurde in der Evolution der Tschecholowakischen Wolfhunde immer weiter verbessert. So entstand eine immer engere Verbindung zu Menschen. Evolutionär gesehen kam es durch die Zucht der Wolfhunde zu einer Rückentwicklung. Von Natur aus ist der Wolfhund relativ scheu gegenüber fremden Dingen und fremden Menschen.

Deshalb ist eine sorgfältige Sozialisation für diese Hunderasse so wichtig. Die natürliche Scheu tritt beim Tschechoslowakischen Wolfhund in den Hintergrund, wenn die Bindung zu Herrchen oder Frauchen besonders vertrauensvoll ist. Deshalb kann ein Tschechoslowakischer Wolfhund ein sehr guter Partner sein. Aber auch die HundehalterInnen selbst müssen sowohl passende äußere Rahmenbedingungen als auch viel Hundeerfahrung und Fachkunde mitbringen.

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Das Vertrauen zwischen Hund und HalterIn ist besonders wichtig für den Tschechoslowakischen Wolfhund. / Foto: pixabay.

Sind diese Voraussetzungen gegeben, ist es möglich, den Tschechoslowakischen Wolfhund als Haustier zu halten. Das bedeutet aber nicht dasselbe wie eine direkte Zucht aus Hund und Wolf. Leider wird es aber oft auf diese Weise vermarktet, und so kam es in den letzten Jahren zu entsprechend unseriösen Importen aus den USA. Infolgedessen wird mancherorts sogar die natürliche Wolfspopulation gefährdet.

Was die Erziehung eines Tschechoslowakischen Wolfhund betrifft, so muss das Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Herrn auf sehr engem und hohem Niveau bestehen.  Als HalterIn muss man konsequent erziehen und selbstbewusst führen. Es gelten Respekt sowie die individuelle Persönlichkeit des Tieres. Nur so kann eine einzigartige Partnerschaft zwischen beiden Individuen entstehen und aufgebaut werden. Schon als Welpe muss er wissen, welche Regeln gelten. Insgesamt ist der Aufwand für eine artgerechte Haltung der Rasse aber sehr hoch. Man muss sich genau über die Herausforderungen im Klaren sein, die mit der Haltung dieser Rasse einhergehen. Als reiner Familienhund eignet er sich nicht.

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Der Tschechoslowakische Wolfhund bedarf bei der Eziehung viel Einfühlungsvermögen und Geduld. Für Unerfahrene eignet sich diese Hunderasse nicht. / Foto: Pixabay

Erscheinungsbild

Fremde Menschen sind dem Tschechoslowakischen Wolfhund gegenüber oftmals erst misstrauisch. Viele denken direkt an den “bösen Wolf”, wenn sie einen solchen urigen Hund sehen. Was den Körperbau betrifft, so ist die Hunderasse dem Wolf sehr ähnlich. Die Kopfform ist keilförmig, die Behaarung ist gräulich. Gleichzeitig besticht die Hunderasse mit einer sehr kräftigen Bemuskelung und einer hellen Maske. Die Bewegungen sind wendig, auch die Reaktionszeit sind im Vergleich zu anderen Hunden sehr schnell.

Fell und Pflege

Diese Hunderasse ist witterungsbeständig und robust. Die Fellfarben umfassen gelbgrau bis silbergrau. Die helle Maske ist bei allen Varianten charakteristisch. Oftmals sind am Halsansatz oder an der Brust weiße Abzeichen zu erkennen. Das Fell passt sich an die Jahreszeit an und braucht außer regelmäßigem Bürsten keine besondere Pflege.

Gesundheit

Der Tschechoslowakische Wolfhund ist eine sehr gesunde und robuste Hunderasse. Im Durchschnitt können sie sagenhafte 13 bis 16 Jahre alt werden. Dennoch sorgt die Seltenheit der Rasse für Probleme mit Inzucht und daraus resultierenden Erbkrankheiten.

Ein Tschechoslowakischer Wolfshund rollt im hohen Gras herum.
In den richtigen Händen zeigt der Wolfshund auch seine verspielte Seite. / Foto: Beba141090.

Wusstest du, dass der Tschechoslowakische Wolfhund ...

… zur Gruppe der Hütehunde und Treibhunde gehört?

Weil der Deutsche Schäferhund zu seinen Vorfahren gehört, wird auch der Tschechoslowakische Wolfhund zu der FCI-Gruppe 1 gezählt. Er ist in der Sektion 1 zwischen anderen Schäferhundrassen zu finden.

… nach wie vor zu den seltensten Hunderassen der Welt gehört?

Es gibt nicht viele Züchter, die sich auf den Tschechsolowakischen Wolfhund spezialisiert haben. Des Weiteren wird die Hündin nur einmal im Jahr läufig. Pro Wurf sind vier bis acht Welpen möglich.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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Ein Tschechoslowakischer Wolfshund rennt mit einem Tennisball im Maul durch Schnee.
Egal, ob Regen, Wind oder Schnee - der Wolfshund liebt die freie Natur! / Foto: Carmelka.

Häufige Fragen zum Tschechoslowakischen Wolfshund

Ist ein Wolfshund ein Familienhund?

Absolut nicht. Ein Tschechoslowakischer Wolfshund gibt garantiert keinen guten Familienhund ab. Diese urigen Kraftpakete haben oftmals große Schwierigkeiten damit, ihren Platz im Menschenverband zu finden. Mit Kindern sollte man diese Hunde niemals alleine lassen, da diese die besonders subtilen Warnsignale der Wolfshunde oftmals nicht verstehen können.

Sind Tschechoslowakische Wolfshunde gefährlich?

Nein, der Tschechoslowakische Wolfshund ist per se keinesfalls gefährlich. Gefährlich ist nur der unerfahrene und unbedachte Umgang mit ihnen. Diese Hunderasse ist dem Wolf noch am nächsten und kommt daher mit speziellen Herausforderungen und einer niedrigen Reizschwelle einher.

In ungewohnten Situationen können diese Hunde schnell unsicher werden und eigenständig handeln, wenn man ihnen nicht rechtzeitig Orientierungshilfe bietet. Denn ist die Angst groß genug, können sie durchaus auch zubeißen.

Ist ein Wolfshund für Anfänger geeignet?

Tausendmal nein. Ein Tschechoslowakischer Wolfshund ist für Anfänger absolut ungeeignet und sollte nur unter der Erfüllung sehr spezifischer Bedingungen gehalten werden. Nicht nur müssen Herrchen und Frauchen viel Erfahrung mit urigen Hunderassen und Hundeerziehung mitbringen. Diese sensiblen Tiere erfordern außerdem viel Fingerspitzengefühl und gleichzeitig unerschütterliche Standhaftigkeit.

Zudem brauchen Tschechoslowakische Wolfshunde viel Auslauf und Kontakt zur freien Natur. Für die Stadthaltung sind sie ungeeignet, am besten hält man sie auf dem Land auf einem gut eingezäuntem, großen Grundstück.

Sind Wolfshunde schwer zu erziehen?

Ja. Tschechoslowakische Wolfshunde sind sehr schwer zu erziehen. Die nahe Verwandtschaft mit dem Wolfs macht sich durch eine natürliche Scheu und ein starkes Bedürfnis nach kompetenter Führung bemerkbar. Wolfshunde lassen sich schnell verunsichern und reagieren dann aversiv bis drohend. Deswegen brauchen sie eine starke Bindung zu einer Person mit echter Führungsqualität, die bereit ist, SEHR viel Zeit, Geduld und Liebe in die Beziehung zum Hund zu stecken.

Wie viel Prozent Wolf steckt in einem Wolfshund?

Der Tschechoslowakische Wolfshund entstand aus der Kreuzung zwischen Deutschem Schäferhund und Karpatenwolf. Je nach Zuchtlinie variiert der Prozentsatz an “echtem Wolfsblut” im Tschechoslowakischer Wolfshund daher zwischen 6 und 8 Prozent. Seit 1971 kreuzt man jedoch keine echten Wölfe mehr ein, sondern züchtet die Rasse rein weiter.

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