Mein Hund mag keine anderen Hunde – was tun?

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Zahlreiche Hundemenschen kennen das Problem: "Mein Hund mag keine anderen Hunde!" Was man dagegen tun kann, haben wir kompakt zusammengefasst. / Foto: Tadeusz Lakota on Unsplash

Wie bei uns Zweibeinern sind auch manche Vierbeiner weniger verträglich. Das Problem „Mein Hund mag keine anderen Hunde“ ist zwar nicht die Regel, aber auch keine Seltenheit.

Hunde treffen in unserer heutigen Welt täglich auf viele Artgenossen. Dabei entstehen auch Konflikte, die nicht immer friedlich gelöst werden. So berichtet Sonja, Frauchen eines 2-jährigen Border Collie Rüden: „Mein Hund mag keine anderen Hunde. Zeitweise bin ich am Verzweifeln.“

Fakt ist: Nicht nur zwischen Mensch und Hund, sondern auch unter Hunden selbst können Konflikte entstehen und ausgetragen werden. Unsere Hunde treffen heutzutage nahezu ständig auf fremde Artgenossen – selbst für souveräne Hunde eine Herausforderung. In der Regel versuchen Hunde, Konflikte zu vermeiden, indem sie schon von Weitem Beschwichtigungssignale aussenden oder eine direkte Begegnung vermeiden, indem sie um den anderen einen großen Bogen machen.

Konfliktpotenzial minimieren

Gestatten Sie Ihrem Hund unbedingt diese Form der Höflichkeit, und zwingen Sie ihn nicht zu Begegnungen, indem sie ihn an der Leine schnurstracks zu einem fremden Hund ziehen. Viele Hunde fühlen sich durch die Leine ohnehin stark in ihrer Fluchtmöglichkeit eingeschränkt und reagieren daher aggressiv. In Fachkreisen wird dabei von der sogenannten Leinenaggression gesprochen.

Manche Hunde fühlen sich mit Frauchen oder Herrchen im Schlepptau auch einfach stärker. Im Optimalfall sollten Hundebegegnungen daher mit viel Ausweichmöglichkeit stattfinden, damit sich die Hunde freier bewegen können. Die Hundebesitzer sollten zuvor geklärt haben, ob es sich um verträgliche Hunde handelt und ob eine Begegnung erwünscht ist.

Streit unter Vierbeinern: Spiel oder Ernst?

Wenn es dennoch zu einem Streit unter Hunden kommt, gilt folgende Faustregel: Je lauter die Rauferei abläuft, desto weniger ernst ist sie. Knurren, Bellen und „Schreien“ gehören zum Imponierverhalten von Hunden, und lautstarke Auseinandersetzungen enden auch meist nach wenigen Sekunden von selbst, wenn beide Hunde sozial kompetent sind. Ist einer der Kontrahenten dem anderen deutlich unterlegen oder droht eine Sitution zu eskalieren, sollten die Hundebesitzer versuchen, die Hunde zu trennen, allerdings steht auch hier die Sicherheit des Menschen an erster Stelle – auf keinen Fall sollte man mit den Händen eingreifen.

Umso wichtiger ist es, dass man in der Lage ist, Aggressionsanzeichen wie einen steifen Gang, gesträubtes Nackenfell, steife Rute, Drohbellen, Fixieren oder Zähnezeigen rechtzeitig zu erkennen.

Hilfe, mein Hund mag keine anderen Hunde!

Unverträgliche Hunde werden nicht geboren, sie erlernen dieses Verhalten – meist durch schlechte Sozialisierungserfahrungen. Mit der Pubertät wächst die Raufbereitschaft und mit jeder „erfolgreichen“ Rauferei lernt der Hund, dass er Konflikte mit Aggression austragen kann. Das Verhalten des Besitzers (Schimpfen, starke Unsicherheit) kann jenes des Hundes verstärken.

Wenn ein Hund öfters in Raufereien verwickelt ist, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Zudem sollte man versuchen, Konfliktsituationen möglichst zu vermeiden. Hat der Hund bereits ernsthaft gebissen, sollte man im Zweifelsfall einen Maulkorb einsetzen, um das Schlimmste zu verhindern. Hat Ihr Hund nur mit bestimmten Hunden (z. B. unkastrierten Rüden) Probleme, sollte man vor direkten Begegnungen das Geschlecht des hündischen Gegenübers erfragen.

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