Freitag, Februar 3, 2023
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Die Entwicklungsphasen beim Hund

Bereits im Mutterleib wird die Entwicklung des Welpen in eine gewisse Richtung gelenkt. Wie schnell sich Hunde entwickeln und wie alt sie werden können, hängt auch von Größe, Rasse, Geschlecht, Ernährung usw. ab. Und was ist normal? Wir klären auf im wahrsten Sinne des Wortes!

Wenn Hündinnen nicht die Gebärmutter sowie die Eierstöcke im Zuge einer Ovariohysterektomie entfernt wurden, was der Volksmund als Kastration bezeichnet, werden die meisten zweimal im Jahr läufig. In 6- oder 7-Monatsintervallen stellen sich die weiblichen Geschlechtsorgane auf eine mögliche Begattung ein. Die Intervallbreite kann von vier bis elf Monate schwanken, urwüchsige Rassen wie der Basenji werden manchmal nur einmal im Jahr läufig. Auch gibt es rassebedingt Unterschiede. Der aufs Jahr gerechnet diöstrische Zyklus wird in vier Phasen eingeteilt, beginnend mit dem Proöstrus, der durchschnittlich neun Tage dauert und die deckungsfähige Zeit, den Östrus mit ebenfalls durchschnittlich 9 Tagen, einleitet. Im Proöstrus schwillt die Vulva an, die Hündin wehrt Rüden meist noch ab, riecht aber schon sehr attraktiv für sie. Im Östrus wird der blutige Ausfluss meist heller, die Hündin ist willig und im Allgemeinen sexuell verspielt, wenn ein potentieller Vater ihrer Kinder erscheint. Deckungsbereit ist sie meist nur wenige Tage, sie würde aber für gewisse Rüden eine Ausnahme machen, was immer wieder „überraschend“ zu viel Nachwuchs führt … Dabei gibt es keine Hemmschwelle vor Verwandtschaft!

Ein Welpe zieht an einem blauen Seil.
Bevor die Welpen zur Welt kommen, beeinflussen Wohlbefinden und Erlebnisse der Mutter bereits ihre Entwicklung. (c) Sequoiaphoto (Canva)

Welpenzeit

Der Metöstrus ist zu Beginn durch zwei Tage Deckungsbereitschaft gekennzeichnet, erstreckt sich aber über mindestens neun Wochen, oftmals zwölf. Im Anöstrus ruht der Sexualzyklus, wenige Follikel werden unausgereift gebildet. War der Deckakt erfolgreich, dauert die Trächtigkeit der Hündin etwa 62 Tage. Plus/minus zwei Tage liegen im Toleranzbereich. Ob die Hündin in dieser Zeit Stress hat, Hunger leiden, schlimme Dinge erleben muss etc., kann sich ein Leben lang auf ihre Nachkommen auswirken. Denn im Mutterleib, in der pränatalen Phase, werden bereits die Weichen für die lebenslange Hormonproduktion und somit beispielsweise die Stressresistenz gestellt. Man geht davon aus, dass die Menge an Geschlechts- und Stresshormonen, die durch die Plazenta auf die Welpen im Embryonalstadium wirkt, bereits vor der Geburt Auswirkungen darauf hat, ob Neugierde ausgelebt oder das Lernverhalten geschwächt wird, ob Aggressivität entstehen kann oder die sexuelle Aktivität angeregt wird. Nährstoffreiches Futter wirkt sich positiv aus, Hunger und Stress während der Trächtigkeit in jedem Fall negativ.

Wenn die Welpen auf die Welt kommen, ist Körperkontakt bzw. Wärme eines der wichtigsten Kriterien für ihr Überleben, denn sie haben nur 35,5°C (+/- 0,5°C) Grad Körpertemperatur. In der ersten Woche steigt diese auf 37°C, in der dritten auf etwa 38°C, bis sie in der vierten Woche 38,5°C wie beim erwachsenen Hund erreicht hat. Der Herzrhythmus pendelt sich von groß nach klein bei 70 bis 160 Pulsschlägen pro Minute ein, die Atemzüge liegen bei 10 bis 30 pro Minute.

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Kleiner Dackelwelpe liegt unter einer weißer Decke.
Körperkontakt bzw. Wärme für Welpen ist anfangs wichtig. (c) Dominika Roseclay (Canva)

Adoleszenz

Wann ein Hund ausgewachsen ist, hängt stark von seiner Genetik ab. Dabei hat das Kleinsein Vorteile: Kleine Hunderassen sind viel früher fertig entwickelt, da ein Welpe einer Minirasse etwa 6% des zu erreichenden Körpergewichts wiegt, wenn er auf die Welt kommt. Welpen von Riesenrassen wie Doggen wiegen hingegen etwa 1% des Endgewichts. Da ist deutlich mehr an Entwicklung nötig – und das kostet am Ende Lebenszeit! Kleine Hunde leben durchschnittlich deutlich länger als große. Das hat auch damit zu tun, dass Gebiss, Körperpartien, Organe etc. im Verhältnis zum Kleinsein größer dimensioniert sind als bei großen Exemplaren, man denke etwa an die Größe des Herzens. Wer schneller ausgewachsen ist, wird außerdem schneller geschlechtsreif. Kleine Hunde können somit durch längere Lebensdauer und frühere Geschlechtsreife auch mehr Nachkommen zeugen.

Auch die Entwicklungsphasen und das mögliche Alter des Hundes sind stark abhängig von der Größe:

Tabelle mit Gewicht, Wachstumsende, Adult und Senior Auflistung.
(Quelle: Enzyklopädie der Hunde)

Als erwachsen gilt der kleine Hund ab der Geschlechtsreife mit etwa neun bis zehn Monaten, die sich bei Großrassen bis ins 18. bzw. 24. Lebensmonat ziehen kann. Die Zeit der Adoleszenz dauert danach je nach Größe wenige bis etwa 7,5 Jahre. Danach gelten Hunde als SeniorInnen.

Phasen

Die wichtigste Phase der Welpenentwicklung startet mit dem Alter von etwa drei Wochen: die hochsensible Prägungs- oder Sozialisierungsphase. Sie endet mit zwölf bis vierzehn Wochen. In der Zeit des Heranwachsens durchlaufen Hunde unter anderem Reifungsphasen, die von sogenannten Angstphasen begleitet werden. Den Menschen fällt auf, dass Dinge, Gegebenheiten oder Lebewesen plötzlich anders wahrgenommen werden, die zuvor keine oder weniger Probleme darstellten, etwa Wetterumschwünge, unbekannte Personen, in der Dämmerung abgestellte Müllsäcke oder Ähnliches. Dies hat mit Hormon- und Wachstumsschüben zu tun. Die typischen Angstphasen treten im Alter von acht bis zwölf Wochen auf und dauern etwa drei Wochen oder länger. Dem sensiblen Hundemenschen fällt auf, dass zwischen vier und zehn Monaten weitere Angstphasen folgen können. Tipp: Augen auf und gemeinsam durch – im Zeitgeben liegt der Erfolgsschlüssel!

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