4 Arbeitshunde und ihre Besonderheiten

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Wenn man sich einen Hund ins Haus holt, sollte man sich ganz sicher sein, denn im besten Fall bleibt er immerhin bis zu 15 Jahre ein Teil der Familie. In dieser Zeit brauchen Hunde eine Menge Bewegung und Pflege. Zudem mögen es die Tiere nicht besonders, lange allein zu sein. Am besten ist es, sich über die gewünschte Hunderasse im Voraus genau zu erkundigen, damit dem Tier auch ein passender Platz geboten werden kann.

Besonders wichtig ist der richtige Umgang mit Nutzhunden wie Jagdhunden, Wachhunden, Herdenhunden, Hütehunden und Gebrauchshunden. Diese eignen sich nämlich nicht immer als Familienhund, beziehungsweise sollte man gewisse Kriterien erfüllen, bevor man sich solch einen Hund anschafft.

1. Hütehunde

Hütehunde waren ursprünglich die Helfer von Hirten und Schäfern, mit zu ihren Aufgaben zählte das Zusammenhalten und das Treiben der Herde. Sie wurden gezielt auf diese Funktion hin gezüchtet und gelten als intelligent und selbstständig. Auch arbeiten sie eng mit ihrem Menschen zusammen, weshalb sie auch als besonders treue Begleiter bekannt sind.

Wer sich einen Hütehund anschaffen möchte, muss jedoch bedenken, dass die Tiere diese Arbeit brauchen, um ausgelastet zu sein. Wenn man dem Tier diese spezifische Art von Auslastung nicht bieten kann, muss man diese dementsprechend durch eine andere Beschäftigung wie Hundesport ersetzen. Für Anfänger und Familien mit kleinen Kindern ist diese Hunderassen also nicht geeignet.

Arbeitshunde und ihre Besonderheiten - Alternative Hundesport. Foto: unsplash.com © markrimmel
Hundesport kann als Ausgleich für fehlende Aufgaben dienen. /Foto: unsplash.com © markrimmel

Der Border Collie als Hütehund

Der Border Collie ist ein leistungsstarker Hütehund mit Leib und Seele. Bei der Hüte- und Treibarbeit ist er äußerst geschickt und stets konzentriert. Er gehört zu den klügsten Hunden der Welt und ist aufgrund dessen auch äußerst beliebt.

Wer überlegt, sich einen Border Collie anzuschaffen, sollte sich zuvor auf Internetseiten wie Countrydog über die Rasse informieren. Gerade erfahrene Hundehalter wie Marco Schäfer, Hundetrainer und Tierheilpraktiker, welche auf Hunderassen wie Border Collies spezialisiert sind, können unerfahrenen Hundefreunden helfen.

Charakterzüge

  • Temperamentvoll
  • Intelligent und konzentriert
  • Loyal
  • Benötigen viel Aufmerksamkeit

Fazit

Hütehunde sind aktive und temperamentvolle Tiere, welche sich zunächst nicht als Familienhund eignen. Wenn man sich aber sicher ist, dass dem Tier genug Aufmerksamkeit und Zeit geschenkt werden kann, steht der Anschaffung nichts im Weg.

2. Der Jagdhund als unentbehrlicher Helfer

Der Einsatz von Hunden bei der Jagd hat eine lange Tradition. Bereits 10.000 vor Christus halfen Hunde dem Menschen bei der Jagd. Sie hatten die Aufgabe angeschossenes Wild zu verfolgen, zu stellen und die Jäger herbeizurufen. Heutzutage wird nicht mehr wie früher zum Überleben gejagt, dennoch gibt es immer noch eine Jagdszene aus Hege- und Hobbygründen. Der Einsatz von geprüften Jagdhunden ist gesetzlich vorgeschrieben, insbesonders für die Suche nach verletztem Wild. Dies ist eine gute Hilfe, denn so muss kein angeschossenes Tier mehr qualvoll im Wald sterben.

Der Beagle ist ein Arbeitshund, der zur Jagd gezüchtet wurde.Foto: unsplash.com © andreaelphotography
Jagdhunde wurden für ganz bestimmte Aufgaben gezüchtet. /Foto: unsplash.com © andreaelphotography

Der Beagle als Jagdhund

Der Beagle ist ein kinderlieber und freundlicher Hund mit starkem Selbstbewusstsein. Ursprünglich wurde er für die Jagd auf Hasen und anderes kleines Wild gezüchtet. Seine Aufgabe war es, mit seiner feinen Nase die Fährte des Beutetiers zu verfolgen und das Tier aufzuspüren.

Charakterzüge

  • Lebhaft und fröhlich
  • Ausgeprägtes Rudelverhalten
  • Keine Anzeichen von Aggressivität

Fazit

Auch wenn Jagd und Jagdhund nicht mehr fürs Überleben eingesetzt werden, ist der Einsatz der Hunde immer noch ein wichtiger Aspekt aus natur- und tierschützerischer Sicht.

Zudem eignet sich die Rasse als Familienhund, unter gewissen Voraussetzungen, wie genügend Auslauf und Förderung. Zu empfehlen wäre ein Haus mit Gartenbereich.

3. Wachhunde für mehr Schutz von Haus und Hof

Das Bewachen und Schützen von Grundstücken gehört seit jeher zu den Aufgaben von gewissen Rassen. Wachhunde sind aufmerksame, intelligente und misstrauische Tiere, welche nicht für Anfänger geeignet sind. Sie brauchen eine konsequente Hand, welche ihnen zeigt, wo der Hase langläuft, damit die Hunde stets Gefahren melden und nicht als Schutzhund handeln.

Rottweiler werden als Arbeitshund zur Bewachung von Haus und Hof eingesetzt. Foto: unsplash.com © campbellcreates
Wachhunde bedürfen einer konsequenten, erfahrenen und liebevollen Führung. /Foto: unsplash.com © campbellcreates

Der Rottweiler als Wachhund

Der Rottweiler als Wachhund tendiert dazu, auch Bekannte abzuschrecken, da er schon allein durch sein Aussehen gefährlich wirkt. Früher wurde der Rottweiler als Hüte- und Treibhund eingesetzt. Bei den Römern war die Rasse sogar als Krieger tätig und wurde für Schaukämpfe gegen Hunde, andere Tiere und sogar Gladiatoren eingesetzt. Durch seine Geschichte wurde der Rottweiler zu einem Hund, welcher gefürchtet wird. Später wurde er als Wach- und Schutzhund von Haus und Hof eingesetzt.

Charakterzüge

  • Freundliches und friedliches Wesen
  • Verträgt sich gut mit Kindern und anderen Hunden
  • Kann gemeinsam mit Katzen gehalten werden
  • Ausgeprägter Schutztrieb gegenüber seinem „menschlichen Rudel“
  • Bleibt bis ins hohe Alter aktiv

Fazit

Der Rottweiler ist ein selbstbewusster Hund und ein wirksamer Schutz gegen unliebsame Besucher, meist reicht seine bloße Anwesenheit als Abschreckungsmittel aus. Heutzutage vermischt sich jedoch häufig die Meldefunktion mit dem Leben als Familienhund, weshalb eine gezielte Ausbildung von Experten empfohlen ist.

4. Herdenschutzhunde

Herdenschutzhunde gelten als gute Methode, Verluste in Herden zu minimieren und den Stresslevel der Tiere zu senken. Wer daran denkt, sich einen Herdenschutzhund zu kaufen, sollte Folgendes wissen:

Die Aufzucht und Ausbildung der Tiere muss verantwortungsvoll verlaufen, denn diese Hunderassen sind besonders sensibel und benötigen eine besondere Art von Umgang. Ein unkomplizierter Hund für Familien sind Herdenschutzhunde definitiv nicht.

Arbeitshunde sind nicht immer geeignete Familienhunde. Foto: unsplash.com © federicagiusti
Eigenschaften wie Eigeninitiative und Unabhängigkeit sind unabdingbar, um die Herde schützen zu können. /Foto: unsplash.com © federicagiusti

Der Pyrenäenberghund als Herdenschutzhund

Als Herdenschutzhund eignet sich der Pyrenäenberghund besonders gut, da er ein großer, kräftiger und zugleich athletischer Hund ist. Der Hund ist ausschließlich zum Schutz der Herden gegen Angriffe von Raubtieren verwendet worden, weshalb er einen Hang zur Unabhängigkeit und Eigeninitiative hat. Die Rasse empfiehlt sich daher nur für erfahrene, mental starke Menschen, die eine gewisse Autorität besitzen.
Er ist nichts für Anfänger und sollte nur, wenn er eine ausgesprochen fachkundige Führung genießen kann, als Familienhund eingesetzt werden.

Charakterzüge

  • Wachend und beschützend
  • Loyal, beschützt Herde auf Leben und Tod
  • Unabhängig

Fazit

Herdenschutzhunde sind starke und zugleich sensible Hunde, welche sich bei der richtigen Erziehung auch als Familienhund eignen. Man sollte sich jedoch trotzdem zweimal überlegen, ob für das Tier genügend Platz und Zeit ist.