Wie erkennt man einen professionellen Hundetrainer?

Hunde sind nicht nur Haustiere, sondern auch treue Begleiter und Mitglieder unserer Familien. Doch wie können wir sicherstellen, dass unsere vierbeinigen Freunde nicht nur gehorsam, sondern auch glücklich und ausgeglichen sind? Und wer steht mir bei Problemen mit meinem Liebling zur Seite? Ein professioneller Hundetrainer ist die Lösung!

Aber wie erkennt man einen guten Hundetrainer und was sollte man bei der Wahl des Trainers alles beachten? Die Wirtschaftskammer Steiermark hat sich diesem teilweise schwer durchschaubaren Thema angenommen und möchte im Folgenden allen Interessierten eine Hilfestellung an die Hand geben, wie man einen professionellen Hundetrainer erkennen kann. Die gewerblichen Tiertrainer der WKO stehen außerdem gerne jederzeit für Infos und Anfragen zur Verfügung!

Wie erkennt man einen professionellen Hundetrainer und worauf sollte dieser achten?

„Auf jeden Fall sollte der Trainer den Unterschied zwischen Erziehung und Ausbildung kennen. Erziehung ist die Basis, dann folgt die Ausbildung“, so Mag. Sabine Macherhammer, Tiertrainerin und Berufszweigesprecherin der Fachgruppe der persönlichen Dienstleister, WKO Steiermark. „Erziehung ist das Festlegen von: Was darf ich, was darf ich nicht.“ Als Beispiele: Das Abbruchsignal STOP, das das Laufen auf eine stark befahrene Landstraße verhindert. Erziehung bezieht sich auf die Entwicklung des Verhaltens eines Hundes im Allgemeinen. Sie umfasst die soziale Anpassung des Hundes an seine Umgebung und die Interaktion mit Menschen und anderen Tieren durch die Anleitung ‚seines‘ Menschen‘. Damit das Zusammenleben zwischen Menschen und Hunden funktioniert, sind somit im Alltag bestimmte Regeln notwendig. Denn klare Regeln bieten Sicherheit, Orientierung und stärken die Bindung. Hier können professionelle Hundetrainer stets mit Rat und Tat zur Seite stehen und das Mensch-Hunde-Team bei Problemen anleiten.

Hundeerziehung & Ausbildung des Hundes

Das Wichtigste bei der Hundeerziehung ist eine funktionierende, klare Kommunikation: Der Hund muss dich und du musst den Hund verstehen. Auch hier können professionelle Hundetrainer die Mensch-Hunde-Teams anleiten, denn hier gibt es die meisten Missverständnisse.

„Der will doch nur spielen!“ – Missverständnisse in der Auslegung des Ausdrucksverhaltens sind die größte Gefahrenquelle im Zusammenleben von Mensch und Hund. Der professionelle Hundetrainer wird dich anleiten, wie du die Körpersprache deuten kannst und somit Auseinandersetzungen vermeidest. /Foto: Stefan Malloch (Canva)

„Der Schlüssel zur erfolgreichen Hundeerziehung liegt darin, die individuellen Bedürfnisse und Persönlichkeiten unserer Hunde zu verstehen,“ erklärt Mag. Sabine Macherhammer. „Dies fördert eine offene Kommunikation und eine tiefere Bindung zwischen Mensch und Hund.“

Ausbildung hingegen bezieht sich auf das gezielte Training eines Hundes für spezielle Aufgaben oder Fähigkeiten. Dies kann das Training eines Hundes für Sportarten wie Agility, Rettungseinsätze, Therapiebegleitung, Jagd oder sogar das Identifizieren von Gerüchen umfassen. Ausbildung erfordert oft ein höheres Maß an Spezialisierung und Training, und die Fähigkeiten, die ein Hund während seiner Ausbildung erwirbt, sind normalerweise auf bestimmte Anforderungen oder Aufgaben zugeschnitten.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Erziehung die Grundlage für das Verhalten eines Hundes in der Gesellschaft legt, während die Ausbildung darauf abzielt, spezifische Fähigkeiten oder Verhaltensweisen zu entwickeln, die für bestimmte Aufgaben oder Aktivitäten erforderlich sind. Beide Aspekte sind wichtig, um sicherzustellen, dass ein Hund ein glückliches und erfülltes Leben führen kann und gleichzeitig den Bedürfnissen seiner Besitzer gerecht wird.

Berufsbild: Hundetrainer

Der Hundetrainer steht in seinem Berufsbild für Erziehung und Ausbildung für die Ziele:

  • Vermittlung von Alltags- und Spezialkompetenzen sowie
  • Training für artgerechte körperliche und geistige Auslastung.

Alltagskompetenzen sind Fähigkeiten und Verhaltensweisen, die Hunde erlernen sollten, um ein harmonisches Miteinander zu gewährleisten. Es ist auch wichtig, die individuellen Bedürfnisse und Persönlichkeiten jedes Hundes zu berücksichtigen. Beispiele: Ruhe und Entspannung, Gelassenheit bei Geräuschen und Umweltreizen, höfliches Verhalten gegenüber Menschen und Artgenossen, Geduld und Selbstkontrolle, Leinenführigkeit, …

Hunde haben individuelle Bedürfnisse, die berücksichtigt werden müssen. Sie brauchen etwa Ruhe und Entspannung. /Foto: Sabine Macherhammer

Artgerechte Auslastung

Körperliche Auslastung bezieht sich auf Aktivitäten, die die körperliche Fitness des Hundes fördern. Dies kann durch Bewegung, Spiel und körperliche Anstrengung erreicht werden. Die Menge an körperlicher Aktivität, die ein Hund benötigt, hängt von seiner Rasse, seinem Alter, seiner Größe und seinem Energielevel ab. Einige Hunde benötigen mehr Bewegung als andere, um zufrieden zu sein. Beispiele: Laufen, Toben, Schwimmen, Apportieren, Frisbee werfen, …

Hunde brauchen körperliche Auslastung - und einige benötigen mehr Bewegung als andere, um zufrieden zu sein. /Foto: Solovyova (Canva)

Geistige Auslastung bezieht sich auf Aktivitäten, die die intellektuellen Fähigkeiten eines Hundes stimulieren. Dies hilft, Langeweile und Verhaltensprobleme zu verhindern. Das Lösen von geistigen Herausforderungen erfordert oft mehr Konzentration und kann genauso ermüdend sein wie körperliche Anstrengung. Beispiele: Denkspiele, Gehorsamstraining, Suchspiele, Kennenlernen neuer Umgebungen, …

Denkspiele sind eine tolle Möglichkeit, Hunde geistig auszulasten. /Foto: Lenti Hill (Canva)

Beide Arten der Auslastung sind wichtig, um sicherzustellen, dass ein Hund ein glückliches und gesundes Leben führen kann. Wenn ein Hund nicht ausreichend körperlich oder geistig ausgelastet wird, kann dies zu Langeweile, übermäßiger Energie, destruktivem Verhalten und sogar zu Gesundheitsproblemen führen. Das richtige Gleichgewicht zwischen körperlicher und geistiger Auslastung hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben des Hundes ab und sollte in der täglichen Routine integriert werden. Es ist auch wichtig, dass die Auslastung sicher und den Fähigkeiten des Hundes entsprechend angepasst ist.

Was macht nun einen professionellen Hundetrainer aus?

Ein professioneller Hundetrainer zeichnet sich durch eine Kombination verschiedener Fähigkeiten, Qualitäten und Ansätze aus:

  • Er verfügt über eine fundierte Ausbildung und umfangreiche Erfahrung in der Arbeit mit Hunden. Dies kann durch eine tierschutzkonforme Ausbildung, Zertifizierungen oder langjährige Praxis erreicht werden.
  • Hunde lernen in ihrem eigenen Tempo – und ein zuverlässiger Hundetrainer ist geduldig und einfühlsam, wenn er mit Hunden arbeitet. Er versteht, dass jeder Hund ein individuelles Tempo und unterschiedliche Bedürfnisse hat, denn ein versierter Hundetrainer bezieht Rasse, Alter, Persönlichkeit und Können mit ein. Damit schafft er individuelle Erziehungs- und Ausbildungsansätze für jeden einzelnen Hund.
  • Durch die Individualität der einzelnen Hunde muss er auch in der Lage sein, verschiedene Ansätze auszuprobieren und die Erziehung / die Ausbildung anzupassen, um erfolgreich zu sein. Ein artgerechtes und tierschutzkonformes Arbeiten ist dabei ein Muss und ein gewissenhafter Hundetrainer darf nichts fordern, das nicht dem Wesen eines Hundes entspricht.
  • Ein sachkundiger Hundetrainer behandelt Hunde mit Respekt und Würde. Er versteht, dass Hunde Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Gefühlen sind und behandelt sie entsprechend. Dass er sich an ethische Grundsätze hält und dafür sorgt, dass das Wohl des Hundes immer im Vordergrund steht, versteht sich von selbst. Deshalb wird er niemals Methoden anwenden, die dem Hund Schaden zufügen.
Der Trainer macht den Unterschied! Bei der Hundeerziehung und im Training hängt viel von der Wahl eines geeigneten und fachlich qualifizierten Hundetrainers ab. /Foto: Valeriia Boiko (Canva)
  • Ein guter Hundetrainer hat Empathie für Menschen und Hunde. Er versteht die Bedürfnisse und Herausforderungen des Mensch-Hunde-Teams und nimmt dessen Problematiken ernst. Außerdem kann ein erfahrener Hundetrainer mit den unterschiedlichen Persönlichkeiten von Menschen und Hunden umgehen.
  • Qualifizierte Hundetrainer müssen aber auch in der Lage sein, effektiv mit Hundebesitzern zu kommunizieren und diese, je nach Themenstellung, anzuleiten. Dies erfordert gute Kommunikationsfähigkeiten und die Fähigkeit, Informationen verständlich zu vermitteln.
  • Ein seriöser Hundetrainer ist bereit, sein Wissen und seine Fähigkeiten ständig zu erweitern und auf dem neuesten Stand zu bleiben. Die Welt des Hundetrainings entwickelt sich ständig weiter und gute Trainer halten sich auf dem Laufenden über neue Erkenntnisse und Methoden.

Die Wahl eines qualifizierten und einfühlsamen Hundetrainers ist entscheidend, um eine erfolgreiche und positive Beziehung zu Ihrem Hund aufzubauen und Verhaltensprobleme zu lösen. Ein professioneller Trainer wird Ihnen die Werkzeuge und das Wissen vermitteln, um eine starke Bindung zu Ihrem Hund aufzubauen und ein glückliches und harmonisches Zusammenleben zu fördern.

Laut wissenschaftlicher Formel ist man erst nach 10.000 Stunden Training ein Experte.

Text & Kontakt: Mag. Sabine Macherhammer
Berufsgruppensprecherin der Tierbetreuer Steiermark

Email: sabinemacherhammer@gmx.at

WKO Steiermark

Fachgruppe der persönlichen Dienstleister
Tierbetreuer – WKO.at

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