Was tun, wenn mein Hund gebissen wird?

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Wenn ein Hund gebissen wird - sind oftmals nicht nur die Vierbeiner selbst geschockt. Mit diesem Tipps können Sie einen kühlen Kopf bewahren. / Foto: Unsplash

Unser kompakter Leitfaden für den Ernstfall: Was sollte man tun, wenn der Hund gebissen wird? Grundregeln zur Ersten Hilfe, Dokumentation und Meldung.

Viele Hundebesitzer waren schon in dieser Situation: ein schöner Tag im Park, es wird gespielt, mit den vierbeinigen Kollegen herumgetollt, alle haben Spaß. Plötzlich eskaliert die Situation, aus dem unbeschwerten Spiel wird innerhalb von Sekundenbruchteilen Ernst und ein Hund gebissen. Im ersten Schock wissen viele Hundebesitzer nicht, was sie tun sollen, reagieren hektisch oder gar panisch und bringen damit sich und ihren vierbeinigen Liebling in ernsthafte gesundheitliche Gefahr – und in weiterer Folge um eine eventuelle finanzielle Entschädigung.

Erste Hilfe, wenn der Hund gebissen wurde

Natürlich ist Erste Hilfe in dieser Ausnahmesituation das Wichtigste. Sich selbst und den Hund in Sicherheit bringen, den Zustand des Tieres abklären und die medizinische Erstversorgung stehen immer an erster Stelle (siehe Infokasten). Im Zweifelsfall so schnell wie möglich zum Arzt beziehungsweise Tierarzt.

  • Hund und sich selbst aus der Gefahrenzone bringen.
  • Allgemeinzustand des Tieres beachten – reagiert der Hund auf mich?
  • Wenn nicht, ist das Tier wahrscheinlich im Schock – beruhigen.
  • Bei stark blutender Wunde (Blut tritt pulsierend aus): Blutung mit Tuch oder notfalls mit dem Daumen stillen. Zwei bis drei Minuten fest anpressen.
  • Aufpassen, dass man dabei nicht vom eigenen Hund gebissen wird – das Tier ist in einer Extremsituation.
  • So schnell wie möglich zum Tierarzt, dabei die Wunde mit Wasser beträufeln und damit feucht halten. So kann Gewebe erhalten werden.
  • Risswunden müssen auf jeden Fall genäht werden.
  • Vorsichtshalber immer Telefonnummer von Tierrettung oder Tierarzt-Notruf und der nächsten Tierklinik bereithalten. Echte Tierkliniken müssen rund um die Uhr erreichbar sein.

Wenn der erste Schock verdaut ist, gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Wenn irgendwie möglich, sollten wichtige Informationen gesammelt werden, um eventuelle Schadenersatz-Ansprüche geltend machen zu können.

Zweitens: Dokumentation

Dafür sollten unbedingt die Daten des gegnerischen Hundehalters aufgenommen werden. Die Personen- und Kontaktdaten, aber auch die seiner Haftpflichtversicherung, sofern eine vorhanden ist. Wenn sich der Halter des beißenden Hundes unkooperativ zeigt, sollte im Notfall auch die Polizei gerufen werden.

Haben andere den Vorfall gesehen? Personen- und Kontaktdaten von möglichen Zeugen einholen. Ihre Angaben können im Streitfall extrem wichtig sein. Genauso wie die Dokumentation aller Schäden, die mit dem Vorfall in Zusammenhang stehen. Bisswunden, beschädigte Kleidung, sonstige Schäden – alles fotografieren und dokumentieren.

Drittens: Meldung

Spätestens innerhalb einer Woche nach dem Vorfall, am besten aber so schnell wie möglich, muss die Versicherung informiert werden. In solchen Fällen ist eine Rechtsschutzversicherung sehr nützlich. Sie hilft bei der Durchsetzung von Rechtsansprüchen gegenüber dem Besitzer des beißenden Hundes.

Wenn dieser eine Haftpflichtversicherung hat, sollte diese sicherheitshalber gleich informiert werden. Nicht darauf verlassen und warten, bis es der gegnerische Hundehalter tut. Wichtig: Ohne Rücksprache mit der eigenen Rechtsschutzversicherung keine Erklärungen oder Sonstiges unterschreiben!

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