Parvovirose beim Hund: Erkennen und behandeln

Parvovirose beim Hund erkennen und behandeln Krankheit
Parvovirose beim Hund geht meist mit heftigen gastrointestinalen Beschwerden einher. Besonders anfällig sind u. a. Welpen. / Foto: Unsplash

Parvovirose beim Hund ist eine hoch infektiöse Viruserkrankung, deren typische Symptome akutes Erbrechen und (manchmal blutiger) Durchfall sind.

Parvovirose beim Hund oder auch „Hundeseuche“ genannt, wird durch das Canine Parvovirus (CPV) ausgelöst. Die Krankheit ist sehr ansteckend. Besonders alte Hunde, Hunde mit geschwächtem Immunsystem oder Welpen sind anfällig für Parvovirose.

Die Ansteckung erfolgt meist fäkal-oral – somit also meist über kontaminierten Kot der Hunde, der z.B. auf Spielzeug oder Futter anhaftet. Auch Infektion über Inhalation ist möglich.

Hat das Virus seinen Weg in den Körper des Hundes über den Respirations- bzw. Digestionstrakt gefunden, bahnt es sich seinen Weg zu den Lymphknoten und von dort in die Blutbahn. Von dort aus kann es dann sehr rasch den gesamten Organismus befallen. Vor allem Zellen, die sich schnell vermehren, sind das Ziel der Viren. Aus diesem Grund befallen sie vor allem die Schleimhäute des Verdauungstraktes bzw. die Herzmuskelzellen und auch lymphatische Gewebe wie das Knochenmark, den Thymus oder die Milz.

Die Gefährlichkeit des Erregers liegt in seiner großen Widerstandsfähigkeit begründet. So kann das Virus z.B. bis zu einem halben Jahr bei Zimmertemperatur im Kot des Hundes überleben.

Es scheint außerdem so, als wären bestimmte Rassen anfälliger für die Parvovirose. Besonders betroffen sind hierbei Dobermann, Rottweiler, Pinscher, Englische Springer Spaniel und Deutsche Schäferhunde.

Der Canine Parvovirus als Mutant

Die erste CPV-Epidemie, die viele Opfer forderte, trat in den 70er Jahren auf. Zu dieser Zeit gab es noch keine Impfung gegen das widerstandsfähige Virus. Der ursprüngliche Auslöser der Krankheit, das CPV-2 Virus, bildete schließlich zwei weitere Mutanten, das CPV-2a und CVP-2b Virus. Im Jahre 2000 kam es sogar zu einer weiteren Bildung eines Erregers: das CVP-2c. Letztere tritt in vielen Ländern Europas, wie z.B. Großbritannien und Spanien auf. Generell ist der Virus aber weltweit verbreitet und spielt aus diesem Grund bei Auslandsreisen eine Rolle.

Parvovirose beim Hund – Symptome

Die Inkubationszeit der Parvovirose beträgt zwischen 7 und 14 Tagen, die Symptome treten dann meist ziemlich akut auf. Nach 1 bis 2 Wochen ist die Krankheit meist überstanden, sofern sie gut behandelt wird.
Zu den typischen Symptomen zählen:

  • Apathie, Schwäche
  • Fieber
  • verminderter Appetit
  • gastrointestinale Symptome: starkes Erbrechen und heftiger Durchfall (blutig oder gelb-grün) und damit einhergehende Bauchschmerzen, Flüssigkeits- und Elektrolytverlust
  • kardiale Symptome: Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelentzündungen
  • Komplikationen, die zusätzlich auftreten können: Schock, Leberversagen, Wassereinlagerungen, Blutvergiftung (Sepsis)

In manchen Fällen, z.B. bei Hunden mit geschwächtem Immunsystem, kann die Parvovirose auch tödlich enden. In den meisten Fällen lässt sich die Krankheit aber gut behandeln.

Diagnose

Nach einer Anamnese, bei der vor allem die klinischen Symptome berücksichtigt werden, wird die/der Tierärztin/Tierarzt weitere Untersuchungen vornehmen. Vor allem Blutuntersuchungen liefern hierbei wertvolle Ergebnisse. Ist z. B. eine erniedrigte Konzentration an weißen Blutkörperchen, Blutplättchen und roten Blutkörperchen feststellbar, ist dies oft ein Hinweis auf eine Hundeseuche.

Eine andere Möglichkeit ist die Untersuchung des Kots auf den Virus. Hierbei kann aber das Ergebnis manchmal verfälscht sein, z. B. aufgrund von nur vorübergehenden Ausscheidungen des Virus oder durch neutralisierende Antikörper im Kot.

Therapie

Nach wie vor gibt es leider noch keine Behandlung, die sich speziell gegen das Virus wendet. Aus diesem Grund wird hauptsächlich eine Symptomtherapie durchgeführt. Wegen der durch das Erbrechen und den Durchfall ausgelösten Dehydration ist es sehr sinnvoll, dem Hund Infusionen zu verabreichen, die den Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt wieder ausgleichen. In manchen Fällen wird es auch notwendig sein, das Tier intravenös zu ernähren.

Möglich, je nachdem, wie stark die Symptome ausgeprägt sind, ist auch die Gabe von Medikamenten gegen Schmerzen oder Erbrechen. Unter Umständen werden auch Breitband-Antibiotika verabreicht, um weitere, durch Bakterien ausgelöste Sekundärinfektionen zu verhindern.

Dem Hund sollte natürlich zusätzlich viel Ruhe und Entspannung gegönnt werden, damit er sich rasch wieder erholen kann.

Unter keinen Umständen darf die Tatsache außer Acht gelassen werden, dass es sich bei der Parvovirose um einen hoch ansteckenden Virus handelt. Dieser ist zwar für Menschen nicht gefährlich, aber sehr wohl für andere Tiere. Aus diesem Grund sollte der Hund während seiner Erkrankung strikt von anderen Tieren separiert werden.

Wir empfehlen den YOUTHINK Hundenapf. Mit dem wird nichts mehr verschüttet.

Prophylaxe

Der wirksamste Schutz, abgesehen vom Abstandhalten zu erkrankten Tieren und regelmäßiger Desinfektion von Futterplätzen, Spielsachen und Co, ist eine Impfung. Die Impfung gegen das CPV-2 ist in Deutschland Pflicht. Nach einer Grundimmunisierung in der 8., 12., 16. Lebenswoche und nach 15 Monaten folgt eine Auffrischungsimpfung alle 3 Jahre. Die Impfung ist zwar kein Garant dafür, den eine Parvovirose gänzlich verhindert wird, jedoch sind die Krankheitsverläufe meist viel milder, sollte die Krankheit ausbrechen.

Von Huwa-San gibt es ein Desinfektionsspray für Haustierzubehör.