Klimakiller Hund? CO2-Belastung gemeinsam verringern!

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Die CO2-Belastung von Hunden ist höher als man denken mag. / Foto: pixabay

Mittlerweile ist es wohl überall angekommen: Wir müssen etwas für das Klima tun. Nur welche Klima-Belastung sind unsere vierbeinigen Freunde und wie können wir die CO2-Belastung von Hunden verkleinern?

Weniger fliegen und Auto fahren, mehr öffentliche Verkehrsmittel benutzen, regional einkaufen, weniger Müll produzieren, wir alle kennen die Rezepte, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern und das Klima somit zu entlasten. Wie groß die CO2-Belastung von Hunden ist, damit hat sich das Schweizer Umwelt-Analyseunternehmen ESU-Services befasst. Angenommen wurde ein „Durchnittshund“ mit einem Gewicht von 29 Kilo und einer Lebenserwartung von 13 Jahren, mit Nassfutter ernährt, das aus folienverkleideten Aludosen kommt. Berücksichtigt wurden auch Zubehör, Hundeschule, Autofahrten zum Tierarzt oder Spazieren, drei Sackerl fürs Gackerl pro Tag und so weiter. Alles, was man eben für ein Hundeleben braucht. Um es kurz zu machen: Unser Durchnittshund verursacht laut ESU-Services etwa 950 Kilo CO2 pro Jahr. Das entspricht ungefähr 5.000 Kilometer Autofahrt mit einem durchnittlichen PKW. Den Löwenanteil an dieser Belastung macht das Futter aus. Übrigens gehen die Macher der Studie davon aus, dass BARFen eine wesentlich höhere CO2-Belastung verursacht, weil für die Fütterung hochwertiges Fleisch verwendet wird, das extra bearbeitet werden muss und keine Nebenprodukte oder Fleischproduktions-Abfälle wie bei konventioneller Tiernahrung.

Unterschiedliche Ergebnisse

Wobei man solche Berechnungen immer mit Vorsicht genießen muss. Der Vorarlberger Klimaschutz-Experte Christof Drexel errechnet in seinem Buch „Zwei Grad. Eine Tonne“ für einen ähnlichen Durchschnittshund, diesmal mit Frischfleischfütterung, eine Belastung von 2.556 Kilo CO2 pro Jahr. Allerdings setzt er für industrielles Trockenfutter eine ähnliche CO2-Belastung wie für Frischfleisch-Fütterung an, weil für ihn der geringere Anteil an frischem Fleisch durch den erhöhten Aufwand für die industrielle Produktion inklusive Verpackung und Transport kompensiert wird. Einig sind sich alle Experten in einem: den Großteil der CO2-Belastung von Hunden macht das Futter aus. Sicher lässt sich sagen: je mehr Futter ein Hund braucht, desto größer ist die Belastung für das Klima.

Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb von der Boku Wien: „Zentral ist die Größe der Hunde und deren Anzahl. Das kann man natürlich nicht ändern, aber vor dem Kauf eines weiteren Tieres kann man solche Betrachtungen schon anstellen. Vor allem, wenn man in der Stadt lebt.“ Weitestgehend einig sind sich die Autoren auch darin, dass alle Haustiere gesamt, also nicht nur Hunde, etwa drei Prozent der Gesamt-Treibhausgas-Belastung ausmachen. Und noch etwas ist sicher: wir alle können etwas dafür tun, dass der CO2-Pfotenabdruck unserer Lieblinge kleiner wird. Zum Beispiel könnten wir unseren eigenen CO2-Verbrauch dem Hund zuliebe reduzieren und unserem vierbeinigen Liebling etwas Gutes tun. Auf die Urlaubsreise verzichten und lieber die Zeit daheim mit ausgedehnten Spaziergängen und Spieleinheiten verbringen. Da freut sich auch der Vierbeiner und das Klima. Aber auch im Hunde-Alltag kann man einiges fürs Klima tun. Hier ein paar Tipps dazu.

Tipps zur Verringerung der CO2-Belastung von Hunden

Futter:

Fertigfutter in möglichst großen Behältnissen kaufen. Wenn geht, nicht in Plastikverpackungen und idealerweise im Glas. Auf die Fleisch-Herkunft achten. Klimaschutz-Experte Christof Drexel: „Die biologische Fleischproduktion kommt, je nach Fleischsorte, mit etwa einem Viertel weniger Treibhausgasemissionen aus.“ Regional produziertem Futter den Vorrang geben. Das spart CO2 beim Transport. Beim BARFen am besten Fleisch vom Fleischhacker in der Umgebung kaufen und Behältnisse selber mitnehmen. Leckerli selber machen, zum Beispiel Hundekuchen selbst backen.

Zubehör:

Hundespielzeug selber basteln. Idealerweise aus Altstoffen. Wenn möglich, Zubehör wie Näpfe, Leinen usw. Made in Austria kaufen. Da hat man keine langen Transportwege und hilft der heimischen Wirtschaft. Second Hand-Decken verwenden und Bekleidung aus alten Kleidungsstücken selber nähen oder nähen lassen.

Spazieren:

Gebrauchtes Verpackungsmaterial wie Gemüse- oder Brotsackerl vor dem Wegwerfen als Sackerl fürs Gackerl verwenden. Bei Spaziergängen im Wald ist nicht überall ein Sackerl notwendig. Einfach darauf schauen, dass das Geschäft nicht direkt am Weg verrichtet wird, sondern abseits und das dann mit Laub zudecken und verrotten lassen. Nicht mit Auto zum Spazieren fahren. Vielleicht könnte man das auch mit dem Fahrrad erledigen und den Hund gleich mitlaufen lassen. Mit der richtigen Ausrüstung ein Spaß für Zwei- und Vierbeiner.

Buchtipps für alle, die mehr über Klimatschutz wissen wollen:

Warum Meerschweinchen das Klima retten: Einfache Strategien für eine bessere CO2-Bilanz
Christof Drexel

Taschenbuch: 16,99€
3,9 ★ von 5 ★
Plus zwei Grad: Warum wir uns für die Rettung der Welt erwärmen sollten
Helga Kromp-Kolb, Herbert Formayer

Gebundenes Buch: 23,00€
4,5 ★ von 5 ★