Dobermann (Hunderasse) – unerschrocken und wachsam

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Der Dobermann ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse. Sie wurde in Deutschland bereits seit dem 19. Jahrhundert gezüchtet und gilt als unerschrocken und besonders wachsam. / Foto: Pixabay

Selbstsicher, unerschrocken und wachsam – der Dobermann ist ein treuer Begleiter und Beschützer. Schon Dobermann Welpen brauchen eine sachkundige Führung und Menschen, die seinen sensiblen Charakter schätzen.

Der Dobermann ist ein vielseitiger Allrounder, wird aber in erster Linie als Wachhund und Gebrauchshund eingesetzt. Als Familienhund ist die Rasse kinderlieb und anhänglich, man sollte aber bedenken, dass die Rasse ein ausgeprägtes Jagdverhalten mitbringt. Deshalb ist es besonders wichtig sich gut zu informieren bevor man darüber nachdenkt sich einen Dobermann zu kaufen.

Dobermann (Hunderasse) – Klassifizierung FCI

FCI-Gruppe 2:
– Pinscher und Schnauzer
– Molosser
– Schweizer Sennenhunde
Sektion 1: Pinscher und Schnauzer
Mit Arbeitsprüfung
Ursprungsland: Deutschland
FCI-Standardnummer: 143

Widerristhöhe:
Rüden: 68–72 cm
Hündinnen: ca. 63–68 cm
Gewicht:
Rüden: 40–45 kg
Hündinnen: ca. 32–35 kg
Verwendung: Begleithund, Schutzhund und Gebrauchshund

Dobermann Hunderasse Hund Aussehen Kopf Beschreibung
In Brandenburg zählt der Dobermann zu den sogenannten "Listenhunden". / Foto: Pixabay - julieheth5

Geschichte und Herkunft

Wer den Dobermann als Rasse verstehen will, muss seine Geschichte kennen. So kam es, dass im 19. Jahrhundert Friedrich Louis Dobermann durch gezielte Verpaarung „seine“ Hunderasse gezüchtet hat. Der Überlieferung nach war er Steuereintreiber und städtischer Hundefänger, die Hunde dienten ihm als Schutzhunde, die Haus und Hof bewachten.

Eine wichtige Rolle bei der Züchtung des Dobermanns spielten damals die sogenannten „Fleischerhunde“, eine Rasse, die schon sehr gut durchgezüchtet war für damalige Verhältnisse und als Vorläufer der heutigen Rottweiler gilt. Später dann wurde die Hunderasse aufgrund des Wesens als Diensthunde eingesetzt, bei der Jagd waren sie vermehrt für die Bekämpfung von Raubwild zuständig.

Wesen und Verhalten

Dem Dobermann sagt man eine ausgesprochene Wachsamkeit und Entschlossenheit nach, gleichzeitig ist er sensibel. Er ist kein Hund für unerfahrene oder bequeme Menschen, da er Beschäftigung und eine konsequent-liebevolle Erziehung benötigt. Die Rasse ist sehr intelligent und gelehrig, und sollte daher auch körperlich und geistig gut ausgelastet werden. Obwohl er einen ausgeprägten Schutzinstinkt hat, ist er ein liebevoller und freundlicher Hund. Wer sein Wesen versteht, bekommt mit ihm einen anspruchsvollen Begleiter, der sich ebenso gut für verschiedene Hundesportarten eignet.

Erscheinungsbild

Die Hunderasse ist kräftig, mittelgroß und muskulös gebaut. Sein Fell ist pflegeleicht, bietet aber nur wenig Witterungsschutz. Rute und Ohren sind hoch angesetzt – das Kupieren ist heute in den meisten europäischen Ländern verboten.

Dobermann braun?

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Der Dobermann braun kommt seltener vor als in schwarz. / Foto: pixabay

Die meisten kennen den Dobermann in schwarz und rostrot. Jedoch ist der Dobermann braun eine von der FCI akzeptierte Farbvarietät. Der rostrote Brand ist sauber und befindet sich am Fang, als „Bäckchen“ und Augenbrauen, an der Kehle, auf der Brust, an den Mittelfüßen und Pfoten, innen an den Hinterbeinen, am Hintern und Sitzbeinhöcker.

Der Dobermann taucht auch immer wieder in Blau auf. Diese Farbe ist eine Aufhellung des schwarzen Dobermanns, die durch das Dilution-Gen hervorgerufen werden. Beim Dobermann führt solch eine Aufhellung in sehr vielen Fällen zum „Blue Dobermann Syndrom“. Eine Krankheit, die zu Haarverlust und trockener und rissiger Haut führt. Deshalb ist die „blaue Zucht“ verboten und fällt in Deutschland unter das Qualzuchtverbot.

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Dobermann kupiert?

Mit Kupieren ist ein operativer Eingriff gemeint, bei dem die Ohren und/oder die Rute des Hundes gekürzt werden. Früher wurde das bereits bei Welpen vieler verschiedener Rassen durchgeführt und sogar im Rassestandard gefordert.

„Heute ist das Amputieren von Körperteilen nach § 6 Abs. 1 Satz 1 des Tierschutzgesetzes in Deutschland verboten. Das Kupieren der Ohren ist bereits seit 1986 verboten. Als zwölf Jahre später das Tierschutzgesetz novelliert wurde, hat der Gesetzgeber auch ein Kupierverbot für Hunderuten aufgenommen“, heißt es von Seiten des Deutschen Tierschutzbundes. „Mit Inkrafttreten der Tierschutz-Hundeverordnung am 1. September 2001 ist es zudem verboten, Hunde, deren Ohren oder Rute zum Erreichen bestimmter Rassemerkmale vollständig oder teilweise amputiert wurden, auszustellen oder Ausstellungen mit solchen Tieren zu veranstalten.“

Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz weist zusätzlich darauf hin, dass „seit 2012 ist auch der Import, der Erwerb, die Vermittlung und die Weitergabe von kupierten Hunden, die nach dem 1. Jänner 2008 geboren wurden, verboten. Das Verbringen von in Österreich geborenen Hunden ins Ausland, um sie dort kupieren zu lassen, ist ebenfalls verboten. Damit begegnete man der Problematik, dass Hunde von Züchtern nur darum ins Ausland verbracht werden, um dann als kupierte Tiere wieder nach Österreich importiert zu werden.“

Dobermann kaufen – aber wo und wie?

Beim Kauf eines Dobermann Welpen gibt es mehrere Dinge zu berücksichtigen. „Wenn man überlegt sich einen Dobermann anzuschaffen, sollte man unbedingt zu erfahrenen Trainern und kontrollierten Züchtern gehen. Grundlegend gilt für Ersthundebesitzer, dass sie auf alle Fälle eine Hilfestellung benötigen, da der Dobermann ein schneller, cleverer Hund ist, der schon auch die Führung übernehmen möchte“, erklärt Frau Eberstaller vom Österreichischen Dobermannklub.

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(Dobermann-)Pinscher im Vergleich zum Dobermann. / Foto: Österreichischer Dobermannklub

Wusstet ihr, dass auch „Dobermann-Skier“ gibt? Die Nordica Dobermann Spitfire findet ihr sogar auf Amazon.

Dobermann-Welpen (Video)

Wie sehen Dobermann Welpen aus? Das folgende Video (Dauer: 7:01 Minuten) zeigt im Zeitraffer die Entwicklung der Hundebabys von der Geburt bis zur achten Woche.

Die Rasse im Überblick

Bewegung

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Fellpflege

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Familienfreundlichkeit

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Anfängertauglich

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